Spargel- und Erdbeerhof kann erweitern

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Erdbeeren (Symbolbild)
Erdbeeren (Symbolbild)
Hendrik Schmidt (dpa-Zentralbild)

Der Stadtrat erteilte dem Spargel- und Erdbeerhof sein Einvernehmen, ein Grundstück hinter dem Gewerbegebiet Ost mit Kanal- und Wasserleitungen erschließen zu lassen.

Im dritten Anlauf ist es endlich geschafft: der Stadtrat erteilte am Donnerstagabend dem Spargel- und Erdbeerhof Prichsenstadt sein Einvernehmen, ein Grundstück hinter dem Gewerbegebiet Ost mit Kanal- und Wasserleitungen erschließen zu lassen. Hintergrund ist eine Erweiterung des Betriebes, für die insbesondere Wasserleitungen gelegt werden müssen.

Zweimal ist Roland Zieracker mit seiner unverbindlichen Anfrage im Rat gescheitert, weil zu viele offene Fragen blieben. Denn der Rat hat auch in absehbarer Zeit nicht geplant, das Gewerbegebiet zu erweitern, so dass die Kostenfrage nicht hatte geklärt werden können. Denn eine Abrechnung über Erschließungsbeiträge, sagte Bürgermeister René Schlehr, „ergibt nur Sinn, wenn die übrigen Gewerbegebiete zeitnah ebenfalls erschlossen und verkauft werden können“. Dafür müsste auch erst ein gültiger Bebauungsplan aufgestellt werden.

Weil es dem Inhaber aber „unter den Nägeln“ brennen würde, tüftelte die Verwaltung eine mögliche Lösung aus. Dafür werden entlang des bestehenden Betriebes quasi um eine große unbebaute Fläche herum gut 400 Meter Kanal- und Wasserleitungen gelegt, die Kosten dafür würde der Inhaber tragen.

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Einvernehmen in Aussicht

Damit hatte er sich auch einverstanden erklärt. Daher stellte der Rat einstimmig sein „Einvernehmen in Aussicht“, was bedeutet, dass ein späterer Bauantrag, sollte er nicht von der Vereinbarung abweichen, auch genehmigt werden dürfte.

Weitere Themen aus dem Rat:

Die unendliche Geschichte „Akustikprobleme in der Grundschule Prichsenstadt“ wird um ein Kapitel erweitert. Unter Verschiedenes berichtete der Bürgermeister den staunenden Räten über den nächsten Schritt. Wie berichtet, hatte vor etwa drei Jahren ein gerichtlich bestellter Gutachter die Ursache dafür finden sollen, warum die neu gebaute Schule hellhörig ist und die Kinder etwa durch Gesangsunterricht im benachbarten Klassenzimmer bei einer Schulaufgabe gestört werden.

Vor kurzem ist die Ursache ermittelt worden: es sind die verbauten Steine. Am 29. Mai werden nun unter Teilnahme von Vertretern der Baufirmen und der Verwaltung an verschiedenen Stellen Steine herausgesägt, die von einer anderen Gutachterin untersucht werden. „Niemand darf wissen, welche Steine an welchen Wänden herausgenommen werden, damit sie nicht manipuliert werden können“, sagte Schlehr, „deshalb müssen wir alle Wände komplett freiräumen“.

Heiterkeit im Ratssaal

Das nächste Problem: die entstandenen Löcher können nicht mit Ersatzsteinen gefüllt werden, „weil es diese Steine nicht mehr gibt“, erklärte der Bürgermeister seinen Räten. Wie die Löcher gefüllt werden sollen, wisse noch niemand, so dass der prompte Vorschlag eines Zuhörers, sie mit Bildern zu behängen oder Blumen darin zu pflanzen, Heiterkeit im Ratssaal auslöste.

Der Konzessionsvertrag mit der Firma Gasuf für die Gaslieferung läuft am 20. Dezember 2019 aus. Eine europaweite Ausschreibung brachte im Ergebnis nur ein Angebot, nämlich von der Gasuf, und die legte einen Vertrag vor, der dem „Musterkonzessionsvertrag Gas“ des Bayerischen Gemeinderates entspricht.

Der Rat hätte die Laufzeit von 20 Jahren auf zehn oder 15 verkürzen können, doch bei einer 20-jährigen Laufzeit muss die Stadt nur zehn Prozent der Folgekosten bei Änderung von Versorgungsanlagen zahlen, andernfalls wären es 20 Prozent gewesen. Und weil die Gasuf ihr Versorgungsnetz weiter ausbauen will und dafür Planungssicherheit braucht, stimmte der Rat nach einer kurzen Diskussion einstimmig mit 12:0 dem neuen Vertrag zu. Der läuft nun bis zum 19. Dezember 2039.