Aus diesen Informationen entstand ein individuelles Risikoprofil. Dieses sogenannte radiomische Muster soll anzeigen, ob sich das Fettgewebe bereits in einer Weise verändert hat, die auf ein erhöhtes Risiko für eine spätere Herzinsuffizienz hindeutet.
Große Studie mit klaren Ergebnissen
Die Untersuchung basiert auf Daten von mehr als 72.000 Erwachsenen aus Großbritannien, die über mehrere Jahre hinweg beobachtet wurden. Zu Beginn hatte keine der teilnehmenden Personen eine bekannte Herzschwäche oder einen Herzinfarkt.
Im Verlauf von rund vier bis fünf Jahren entwickelten mehrere tausend Teilnehmende eine Herzinsuffizienz. Die Analyse zeigte dabei deutliche Unterschiede: Je auffälliger die Struktur des Fettgewebes, desto höher das Risiko.
Besonders eindrücklich ist der Vergleich zwischen den Gruppen: Menschen mit den höchsten Risikowerten hatten ein nahezu 20-fach erhöhtes Risiko im Vergleich zu jenen mit den niedrigsten Werten. Schon kleinere Veränderungen gingen mit deutlich steigenden Wahrscheinlichkeiten einher.
Zusätzlicher Nutzen über klassische Risikofaktoren hinaus
Bekannte Risikofaktoren wie Alter, Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit bleiben wichtige Bausteine der Diagnose. Doch sie erklären nicht vollständig, wer tatsächlich eine Herzschwäche entwickelt.
Die neue Methode liefert zusätzliche Informationen. Sie erfasst biologische Veränderungen, die mit herkömmlichen Messgrößen wie dem Body-Mass-Index oder der reinen Fettmenge nicht sichtbar werden. Entscheidend ist offenbar nicht nur, wie viel Fett vorhanden ist – sondern wie es aufgebaut ist.
In der Studie verbesserte die Einbeziehung dieser neuen Bilddaten die Vorhersagegenauigkeit deutlich. Das spricht dafür, dass die Analyse des Fettgewebes eine sinnvolle Ergänzung bestehender Risikomodelle sein könnte.
Potenzial für die Früherkennung im Alltag
Ein großer Vorteil der Methode liegt darin, dass sie auf bereits vorhandene Bilddaten zurückgreift. Viele Menschen erhalten im Laufe ihres Lebens eine CT-Untersuchung des Brustkorbs – etwa zur Abklärung von Herzproblemen.
Diese Aufnahmen könnten künftig doppelt genutzt werden: Neben der aktuellen Diagnose ließe sich auch das Risiko für eine spätere Herzschwäche abschätzen. Zusätzliche Untersuchungen wären dafür nicht zwingend nötig.
Die Forscher sehen darin einen möglichen Weg zu einer früheren und präziseren Prävention. Noch ist die Methode vor allem ein Forschungsansatz – doch sie zeigt, wie sich moderne Bildgebung und künstliche Intelligenz verbinden lassen, um Krankheiten früher zu erkennen und gezielter zu verhindern.
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