Allerdings gab es im Testverfahren eine Reihe von Verschärfungen, der ADAC nennt es "Weiterentwicklungen". So gibt es zusätzliche Bewertungspunkte für die Riemen und das Verschlusssystem. Dazu zählen der Mikroschlupf, also ein unerwünschtes Verstellen der Verschlüsse während der Fahrt, der Rütteltest an den seitlichen Gurtteilen sowie die Prüfung, ob sich Verschlüsse unbeabsichtigt lösen können. Angepasst sind zudem einige Bewertungen des Tragekomforts.
Wer stellt den Preis- und Testsieger?
Eine erfreuliche Nachricht hat der ADAC trotzdem zu vermelden: Jeder der 18 Helme schützt bei einem Unfall Kinder vor schweren Kopfverletzungen. Am besten gelingt das drei Produkten:
- Lidl/Crivit: Kinder Fahrradhelm mit Rücklicht
- Mittlerer Preis laut ADAC: 14,99 Euro
- Gesamtnote: "befriedigend" (2,6)
- Lazer: Nutz 2.0 KinetiCore
- Mittlerer Preis laut ADAC: 50 Euro
- Gesamtnote: "befriedigend" (2,6)
- Uvex: Oyo
- Mittlerer Preis laut ADAC: 50 Euro
- Gesamtnote: "befriedigend" (2,8)
Besonders auffällig ist, dass der Helm von Lidl/Crivit nur knapp 15 Euro kostet. Das Modell erreicht im Test, neben dem Helm von Specialized Shuffle 2 LED, eine gute Bewertung bei der Hauptkategorie Unfallschutz und wird Testsieger über alle Kategorien (Gesamtnote 2,6). Der Helm, der für Lidl produziert wird, besticht im Hinblick auf Sichtbarkeit. Er hat gute Reflexionsstreifen und hat zudem ein verbautes Rücklicht, bei dem du die Batterien mit wenig Aufwand selbst wechseln kannst. Schwächen zeigt er beim Tragekomfort, hier erhielt er nur die Note "ausreichend".
Was sind die Verbesserungsvorschläge des ADAC?
Bei der Weiterentwicklung von Fahrradhelmen für Kinder tun die Hersteller zu wenig, beklagt der ADAC. Sowohl bei den Stoßdämpfungseigenschaften als auch bei der Ausstattung der Helme für Kinder gibt es kaum Innovationen. Deshalb folgert der ADAC: Die Hersteller müssen mehr in den Unfallschutz investieren.
Konkret schlägt der Automobilklub vor: Der Schutz vor Kopfverletzungen muss sich im Bereich der Schläfen verbessern. Reflektoren sollen die Sichtbarkeit im Dunkeln verbessern. Das Gurtsystem der Fahrradhelme für Kinder sollte sich im praktischen Einsatz nicht durch Mikroschlupf lockern. Da das Drehrad zur Größenverstellung häufig benutzt wird, sollte es einfach bedienbar und gut erreichbar sein, meint der ADAC.
Eine seitliche Einstellbarkeit der Gurte sollte immer möglich sein, um die Gurtführung optimal an die Kopfform des Kindes anzupassen. Eine Sicherung an den Gurtenden sollte stets vorhanden sein, um das Risiko zu minimieren, dass sich der Verschluss versehentlich ausfädelt. Die Batterie der LED-Beleuchtung muss für den Nutzer einfach austausch- oder aufladbar sein.
Tipps für den Kauf eines Kinderfahrradhelms: Was ist zu beachten?
Jede Kopfform ist anders. Deshalb der Ratschlag des ADAC, den Helm vor dem Kauf unbedingt anzuprobieren. Nur so lassen sich Passform und Einstellmöglichkeiten des Helms überprüfen und ein Fehlkauf vermeiden. Größen überprüfen: Kindern wird ein Fahrradhelm mit einer geringen Spannbreite beim Kopfumfang schnell zu klein.
Wichtig ist eine gute Sichtbarkeit des Kindes auf dem Fahrrad. Um das zu verstärken, sollte der Helm eine LED-Beleuchtung haben. Zusätzlich können am Helm reflektierende Elemente sein, ebenfalls an der Helmschale sowie im Kinnriemen. Reflexionsstreifen sind auch noch nachträglich problemlos anzubringen.
Jeder Helm ist nach einem Sturz zu ersetzen, auch wenn keine sichtbaren Schäden entstanden sind. Kopfverletzungen: Auch der schlechteste Helm kann Leben retten, wenn er richtig getragen wird. Daher gilt für den ADAC: "Immer mit Helm Rad fahren und den Fahrradhelm richtig aufsetzen und anpassen."
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