Das Projekt ist vor etwa einem Jahr gestartet worden. Das Zwischenfazit fällt positiv aus: 22 freiwillige Helfer haben sich bei der Diakonie in Schweinfurt beworben und die Ausbildung zum ehrenamtlichen Energieberater absolviert. Seit August sind sie aktiv und helfen den bedürftigen Klienten der evangelischen Dienste in Kitzingen, Schweinfurt und Bad Neustadt/Saale, Energie zu sparen. "Die Nachfrage ist so groß, dass wir zwei bis vier neue Berater suchen", sagt Petra Hösch von der Beratungsstelle Kasa (Kirchliche Allgemeine Sozialarbeit) in Kitzingen.

Neue Kraft in der Kasa

Petra Hösch hat seit einem Monat eine neue Kollegin. Anke Schug ist gelernte Heilpraktikerin, hat am Landratsamt und in der Berufsschule im sozialen Bereich gearbeitet.
Jetzt ist sie zehn Stunden pro Woche für Beratungsgespräche da und fünf Stunden pro Woche speziell für das Energieberaterprojekt.
Kirche und Diakonie haben als Antwort auf die wachsende Armut die Initiative "f.i.t. - fördern, initiativ werden, teilhaben" ins Leben gerufen. Die Dekanate Schweinfurt/Kitzingen/Neustadt haben sich dabei für das Projekt Energieberatung entschieden. Zu Recht, wie die bisherige Resonanz zeigt. 18 Beratungen haben die vier Ehrenamtlichen bislang absolviert. Hinter jeder einzelnen stecken viel Arbeit und jede Menge Verantwortung.
"Acht bis zwölf Stunden muss man pro Beratung einrechnen", erklärt Hösch. "Vom ersten Kontakt bis zum letzten." Nach der ersten Kontaktaufnahme, die über die Beratungsstelle in Kitzingen läuft, erscheint der ehrenamtliche Energieberater mit einem 20-seitigen Erfassungsbogen beim Klienten und geht alle elektrischen Geräte in der Wohnung durch, um den aktuellen Verbrauch zu erfassen. "Die Daten kommen dann in eine Excel-Tabelle und werden ausgewertet", erklärt Petra Hösch.
Mit den erarbeiteten Einsparvorschlägen kommt der Energieberater dann zum zweiten Besuch in die Wohnung. Große Dinge dürfen weder die Berater noch die Klienten erwarten. "Bei fast allen bisherigen Beratungen lagen die Einsparungen zwischen zehn und 20 Euro", sagt Hösch. Im Jahr kann das bis zu 240 Euro ausmachen. "Und das ist für unsere Klienten viel Geld."

2000 Anfragen im Jahr

Etwa 2000 Anfragen hat die Kasa-Beratungsstelle, die im Frida-von-Soden-Heim angesiedelt ist, im letzten Jahr bearbeitet. Das Einzugsgebiet umfasst beinahe den gesamten Landkreis Kitzingen sowie Gerolzhofen. Schulden, Beziehungsprobleme, Vereinsamung, Pflege, psychische Belastungen: Die Themen sind vielfältig. "Wir sind für viele Hilfesuchenden die erste Anlaufstelle", sagt Hösch. Bei speziellen Themenfeldern vermittelt sie Experten. Und solche sind mittlerweile auch die ehrenamtlichen Energieberater geworden.
An zwei Samstagen und vier Abendveranstaltungen werden sie in Schweinfurt ausgebildet. "Ein technisches Grundwissen ist von Vorteil", sagt Hösch. "Aber kein Muss." Die kostenlose Ausbildung umfasst auch Kenntnisse in der Gesprächsführung. Am ersten Kurs nahmen ein Pfarrer in Rente, ein Maschinenbauer, ein ehemaliger Besitzer eines Elektronikgeschäftes und eine Frau teil. Seit August sind sie ehrenamtlich für die gute Sache unterwegs, erhalten die Fahrtkosten erstattet - und was noch viel wichtiger ist: den Dank von hilfsbedürftigen Menschen, für die 20 Euro Ersparnis im Monat die Lebensqualität enorm steigern können.