Die Premiere war vielversprechend. Dann kam Corona. Jetzt soll ein neuer Anlauf gestartet werden. Astrid Glos und Lisa Kriesinger können sich vorstellen, Poetry-Slam-Veranstaltungen in Kitzingen künftig regelmäßig anzubieten.

2019 organisierte die Bürgermeisterin und Referentin für Integration zusammen mit der Ehrenamtskoordinatorin die erste Kitzinger Sprachwoche. Rund 50 Veranstaltungen fanden kompakt innerhalb von einer Woche statt. Es gab Führungen in Gebärdensprache, Vorträge über verständliche Sprache, die Behördensprache wurde in eine einfache Sprache übersetzt und Lesepaten lasen Kindern Geschichten vor.

Ein Poetry-Slam war ein Bestandteil dieser Sprachwoche. „Und zwar ein durchaus erfolgreicher“, erinnert sich Astrid Glos. Rund 100 Neugierige waren zur Premiere in die Fastnachtakademie gekommen. Das Publikum war ganz gemischt. Vom Schüler bis zum Rentner war alles dabei.

Sprache fördert die Inklusion

Wegen Corona konnte die Sprachwoche in der Form von 2019 in den beiden Folgejahren nicht stattfinden. Einzelne Veranstaltungen haben Glos und Kriesinger aber auch in diesem Jahr schon anbieten können, eine Kräuterführung mit einem Dolmetscher für Gebärdensprache beispielsweise.

Im Roxy lasen bekannte Kitzinger Persönlichkeiten Geschichten vor, die aufgenommen und über youtube beziehungsweise facebook ausgespielt wurden. „Im nächsten Jahr wollen wir wieder eine kompakte Sprachwoche anbieten“, kündigt Glos an und beschreibt ihre Motivation so: Über die Sprache (und die Veranstaltungen) werden Begegnungen ermöglicht, finden Inklusion und Integration statt. „Sprache belebt.“

Ein besonders belebendes Sprachelement ist der Poetry Slam, der ursprünglich aus den USA stammt und in Deutschland Ende der 90er-Jahre den Durchbruch schaffte. Bühnenpoeten und poetinnen tragen ihre selbst verfassten Texte dabei in einem Dichterwettstreit vor. Das Publikum ist Jury. Im finalen Stechen der drei Besten des Abends entscheidet der Applaus über den Gesamtsieg. „Das ist immer eine Qual der Wahl“, sagt Manfred Manger. „Die Texte könnten kaum unterschiedlicher sein.“ Mal sind sie heiter, mal traurig, düster, komödiantisch, kraftvoll, schnell, nachdenklich, aufwühlend, zärtlich oder sanft.

Bekannte Slammer kommen

Manger, der mit eigenen Texten seit 2002 auf der Bühne steht und ebenso lange Mitglied der Schweinfurter Autorengruppe ist, wird moderieren. „Mit über hundert Moderationen Erfahrung, wird er sicher launig durch den Abend führen“, sagt Astrid Glos.

Zu Gast ist ein Heidelberg-Mannheim Trio, darunter Daniel Wagner. Der gebürtige Schweizer wuchs in Lörrach auf, steht seit fünfzehn Jahren auf der Bühne, ist mit sieben Teilnahmen Rekord-Finalist bei den Deutschsprachigen Poetry-Slam Meisterschaften und erlangte 2018 in Zürich sogar den Vize-Titel.

Ebenfalls aus Heidelberg reist Elena Illing mit an, Buchhändlerin in Ausbildung, deren lyrische Versiertheit 2018 schon einmal Schweinfurt begeisterte. Damals noch Newcomerin, steht auch sie inzwischen überregional auf den großen Bühne der Slamszene.

Zudem ist es gelungen ein Team zu buchen: „Schluss jetzt, Lisabeth“ (Lucia Leonhardt und Isa Sterner). Zusammen standen sie zuletzt bei den deutschsprachigen Meisterschaften im Finale der Kategorie „Team“ und verpassten um 0,1 Punkte den Einzug ins finale Stechen um den Titel.

Aus Erlangen kommen Cris Ortega sowie Steven, fränkischer Meister 2018. Seit 2015 ist Steven mit seinem Mix aus temporeicher Sprache, skurriler Komik und viel Selbstironie auf Poetry-Slam-Bühnen unterwegs, was ihm auch schon mehrfache Siege bei den Schweinfurter Slams einbrachte. Astrid Glos und Lisa Kriesinger freuen sich auf ein (hoffentlich) volles Haus und planen schon weitere Events in Kitzingen. Sie können sich beispielsweise einen Workshop für junge Kitzinger in Zusammenarbeit mit JungStil vorstellen. „Wer weiß, vielleicht steht irgendwann ein Kitzinger auf den Poetry-Slam-Bühnen dieser Welt“, sagt Glos und lächelt.

Poetry-Slam in Kitzingen

Termin: Freitag, 3. Dezember, 19.30 Uhr (Einlass 18.30), in der Fastnachtakademie Kitzingen.

Kosten: 10 Euro pro Ticket.

Vorverkauf: Ab dem 15. November im Deutschen Fastnachtmuseum, Tel. 09321 - 2 33 55 oder Email: info@deutsches-fastnachtmuseum.de

Corona: Es gelten die gesetzlichen Corona-Bestimmungen: 2G-Regel (inklusive Nachweis). Die Luca App ist bei Bedarf im Einsatz. Die Organisatoren versprechen: Es wird alles getan, damit am Platz keine Maskenpflicht herrscht und Haushalte beieinander sitzen können.