Wenn die herbstliche Stimmung hartnäckig versucht, sich in unserem Gemüt einzunisten, sind frische Farbtupfer willkommene Helfer, um die sommerliche Lebensfreude noch ein wenig zu erhalten. Farbenprächtige Chrysanthemen sind mit ihrer bunten Pracht bestens geeignet, graue Tage aufzupeppen. Das Gartenbauzentrum Bayern Nord hatte gestern in die Gaibacher Gärtnerei Eichelmann eingeladen, um Chrysanthemen bekannter zu machen.


Von der Oma-Pflanze zum Schwarm der Jungen


Die einstige "Oma-Pflanze" ist längst zum Schwarm der jungen Generation geworden. 22 000 dieser schönen Blumen hat Gärtnereibesitzer Herbert Eichelmann in einem seiner Gewächshäuser groß gezogen. Er kommt regelrecht ins Schwärmen, wenn er von der "unglaublichen Farben- und Formenvielfalt" erzählt.

Auch der Leiter des Zentrums, Gerhard Reichelsdorfer, zeigt sich begeistert von der "ungeheuren Vielfalt". "Chrysanthemen bezaubern den Gartenfreund und kennzeichnen den beginnenden Herbst im Gartenjahr", sagt er. Mit über 6,5 Millionen Topfpflanzen sei Unterfranken in der Produktion von Chrysanthemen Spitzenreiter in Bayern.
"Man weiß, wenn die Chrysantheme blüht, ist September oder Oktober." Der Bezirksvorsitzende im bayerischen Gärtnereiverband Elmar Gimperlein nennt die Zielsetzung der Aktion: "Wir wollen den Menschen die Chrysantheme vor Allerheiligen näher bringen."


Drei Pflanzen in einem Topf


Eichelmann erzählt aus der Produktion. Bereits im Juni hat er mit seinen Mitarbeitern die Pflanzen gesteckt. "Drei Pflanzen in einen Topf." 14 Tage müssen die Stecklinge unter einer Folie bei konstant 22 Grad Celsius verharren. In diesen zwei Wochen haben die Pflanzen Wurzeln gezogen, erzählt er zur Entwicklung. Dann folgt der Einsatz von Nützlingen wie Raubmilben gegen Schädlinge wie Thripse und Spinnmilben. "Dadurch sparen wir Pflanzenschutzmittel ein, was den Verbrauchern und unseren Mitarbeitern zugute kommt."

Auf einem speziellen Bewässerungstisch werden die Pflanzen von unten bewässert. Das bringt Vorteile wie Wasser- und Energieersparnis mit sich. Der Blütebeginn kann durch Verdunkelung mittels Folie verfrüht werden, "ähnlich wie beim Weihnachtsstern". Es gibt früh- und spätblühende Chrysanthemen. Die meisten Sorten fangen an zu blühen, wenn die Tage kürzer werden. In Gewächshäusern finden sie optimale Bedingungen für das Wachstum.


Bunte Blumentracht im tristen Herbst


"Ob gelb, orange, weiß, kupferfarben, braun oder grün: Machen kann man mit Chrysanthemen alles, was man im floristischen Bereich vorhat", sagt Petra Gammanick. Die Floristin und Gärtnereiinhaberin aus Waldbüttelbrunn rät in tristen und regnerischen Herbsttagen dringend zur bunten Blumenpracht. "Das macht einfach Freude." Sie zeigt den Besuchern bunte Gestecke, Sträuße, Schalen und stolze 18 verschiedene Schnitt-Chrysanthemen. "Als Schnittblumen erhalten die Chrysanthemen in einer warmen Wohnung etwa drei Wochen ihre Schönheit." Ihr Tipp an die Verbraucher: "Mehrere Farben mischen und die Blumen immer wieder einmal frisch abschneiden."

Beim Zierpflanzengärtner werden die Chrysanthemen häufig als Topfpflanze kultiviert. Sie sind kleiner als die für den Schnitt. Eichelmanns Gärtnerei ist dabei Anlaufstelle für die verschiedensten Kunden. In seinem Hofladen sind es meistens Frauen, die Chrysanthemen einkaufen. Eichelmann beliefert aber auch benachbarte Gärtnereien und den Großhandel in ganz Bayern. Sein Fazit: "Die Chrysanthemen sind eine ganz tolle Kultur und ihre Vermarktung passt."