Als im Jahr 2013 idyllische Bäche wie Altbach, Castellbach, Gründleinsbach, Sambach und Schwarzach über die Ufer traten und Keller, Gärten und Straßen überfluteten, waren sich die Bürgermeister der Arbeitsgemeinschaft Dorfschätze schnell einig: Hier muss gehandelt werden, und zwar gemeinsam. Maßnahmen zum Hochwasserschutz müssten ortsübergreifend angepackt werden, denn das Wasser mache keinen Halt vor Gemarkungsgrenzen.

2012 war mit einem Gewässerentwicklungsplan bereits die Grundlage zum gemeinsamen Handeln geschaffen worden. Nach dem Hochwasser 2013 hat die ArGe Dorfschätze dann beschlossen, überörtlich nach einer Lösung der Hochwasserproblematik zu suchen und ein "integrales Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept" erarbeiten zu lassen, in dem mit Hilfe von wasserwirtschaftlichen Modellen (Niederschlag-Abfluss-Modell, Wasserspiegellagenmodell) die Möglichkeiten zum Schutz der Siedlungsbereiche vor einem 100-jährlichen Hochwasser aufgezeigt werden.

Das Konzept befasst sich dabei mit den am Nordrand des Steigerwaldes entspringenden Gewässern 3. Ordnung, die in der Zuständigkeit der Mitgliedskommunen der ArGe Dorfschätze liegen.  An diesem Projekt beteiligten sich acht von neun Dorfschätze-Gemeinden: Abtswind, Castell, Kleinlangheim, Prichsenstadt, Rüdenhausen, Schwarzach am Main, Wiesenbronn und Wiesentheid.

Rückblick und Projektabschluss

Die Erstellung eines Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzepts, welches im Jahr 2013 in Auftrag gegeben wurde, war ein Top-Projekt des Integrierten Ländlichen Entwicklungskonzeptes der ArGe Dorfschätze im Handlungsfeld Kulturlandschaft, schreibt die ArGe in einer Pressemitteilung. Die ArGe habe für dieses Projekt eine Bündelungs- und Koordinierungsfunktion der kommunalen Interessen für eventuelle kommunale Planungen oder Maßnahmen übernommen.

Das Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept war bisher das arbeitsintensivste Projekt der ArGe Dorfschätze mit einer Laufzeit von sechs Jahren. Am 17. Juni wurde das Integrale Hochwasserschutz- und Rückhaltekonzept in einer Abschlusspräsentation des beauftragten Ingenieurbüros Brandt Gerdes Sitzmann Wasserwirtschaft GmbH aus Darmstadt der Vollversammlung der ArGe Dorfschätze sowie Mitarbeitern aus den jeweiligen Bauämtern in der Steigerwaldhalle Wiesentheid vorgestellt. Aufgrund der Corona-Pandemie musste auf öffentliche Vorstellungen verzichtet werden. In Abstimmung mit dem Amt für Ländliche Entwicklung und dem Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg kann nun mit der Umsetzung der dringendsten Projekte begonnen werden.

Die für dieses Projekt angefallenen Kosten können nun zur Förderung beim Wasserwirtschaftsamt Aschaffenburg beantragt werden. Laut der ArGe ist mit einer Förderquote von 75 Prozent zu rechnen.

Die gesamten Pläne mit den Maßnahmenvorschlägen zum Hochwasserschutz und den Rückhaltebecken können auf der Dorfschätze-Homepage unter www.dorfschaetze.de für die betreffenden acht Gemeinden eingesehen werden. Auf den Gemeinde-Webseiten werden die Unterlagen, die die Gemeinde betreffen, ebenfalls zur Einsicht zur Verfügung gestellt. Ist eine Einsicht in die Pläne in den Rathäusern gewünscht, so kann Kontakt mit den verantwortlichen Bauämtern aufgenommen werden.