24. Juli: In Tiefenstockheim brennt ein Acker. Fünf Tage später, gleicher Ort. Diesmal brennt ein landwirtschaftliches Fahrzeug. Ein Tag später der gleiche Fall in Birklingen. Am 1. August geht ein landwirtschaftlicher Anhänger in der Nähe von Kaltensondheim in Flammen auf. 12. August: Ein Mähdrescher brennt in Markt Herrnsheim. Diese Aufzählung ist keinesfalls vollständig. Sie zeigt aber eines: Die Feuerwehren haben in diesen Tagen und Wochen alle Hände voll zu tun, um Brände auf landwirtschaftlichen Flächen zu löschen.

Besondere Vorsicht bei Wind

„Jedes Jahr ist ein wenig anders“, sagt der Iphöfer Kommandant Stefan Melber und erinnert sich an das Jahr 2016. Da musste die Iphöfer Feuerwehr an einem Tag zu drei Ackerbränden ausrücken. Im letzten Sommer gab es dagegen so gut wie keine Alarmierungen in Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen Ernte. „Heuer schaut das wieder ganz anders aus.“ Die Trockenheit und die hohen Temperaturen fordern ihren Tribut. „Wenn dann noch der Motor überhitzt“, sagt Melber und lässt das Ende des Satzes offen. Um die Brandursachen kümmern sich die Feuerwehrleute nicht, ihre Aufgabe ist es, Schlimmeres zu verhindern. Gerät ein Stoppelfeld in Brand und weht ein starker Wind, besteht durchaus die Gefahr, dass sich das Feuer schnell ausbreitet. „Vor allem, wenn ein Wald in der Nähe ist“, sagt der Kitzinger Kommandant Mathias Gernert.

Die Regierung von Unterfranken hat unter anderem am vergangenen Wochenende eine vorsorgliche Luftbeobachtung der Wälder anberaumt und von einer hohen bis höchsten Waldbrandgefahr in Unterfranken gesprochen. „Zum Glück hatten wir in den Wäldern bislang nur kleine Einsätze“, berichtet Gernert und klopft auf Holz. „Toi, toi, toi.“

Gefahr für die Umwelt?

Dafür mussten die Kitzinger Floriansjünger Anfang August zu einem ungewöhnlichen Einsatz ausrücken. Ein landwirtschaftlicher Anhänger war in Flammen aufgegangen. Das geladene Stroh hatte sich entzündet. „Vielleicht durch eine weggeworfene Kippe eines Radfahrers oder Fußgängers“, vermutet Gernert. Normalerweise ist die Gefahr gebannt, sobald die Strohballen geladen sind. Vorher ist aber vieles möglich. „Man muss sich vorstellen, dass Lohnunternehmer oft den ganzen Tag mit ihren Schleppern unterwegs sind“, sagt Gernert. Da kann ein Funke schnell überspringen und das Feld oder die gepressten Ballen entzünden. „Das geht wahnsinnig schnell“, weiß der Kommandant und sein Iphöfer Kollege ergänzt: „In so ein Kugellager kann man halt auch nicht reinschauen.“ Im Grunde genommen bereiten sich die Einsatzkräfte auf einen Ackerbrand oder den Brand eines landwirtschaftlichen Fahrzeuges wie auf jeden anderen Einsatz vor. „Für mich ist das sogar entspannter als ein Innenangriff“, betont Mathias Gernert. Auf den Feldern hat er jeden seiner Kollegen jederzeit im Blick. In einer Wohnung lauern mehr Überraschungen.

Eine Kleinigkeit kann ausreichen

Natürlich haben Erntemaschinen mehr Öl geladen als normale Pkw, berichtet Stefan Melber. „Wir müssen vor Ort auch immer schauen, ob es eine Gefahr für die Umwelt gibt, ob irgendwelche Betriebsstoffe auslaufen.“ Wie immer gilt: Je besser die Meldekette verläuft, desto schneller und damit auch gefahrloser kann so ein Brand gelöscht werden. „Im Fall des ausgebrannten Traktors bei Birklingen lief das vorbildlich“, freut sich der Iphöfer.

Beim Maschinenring Maindreieck kennt man die Gefahren in der trockenen und hochsommerlichen Erntezeit. „Da können nicht nur alte Maschinen, sondern auch ganz neue in Brand geraten“, sagt Geschäftsführerin Jutta Michel. Eine Kleinigkeit kann bei der akuten Dürre schon ausreichen, zumal es in der Erntezeit immer ein wenig hektischer zugeht als normal. Zum Glück hat jeder Landwirt, den sie kennt, eine entsprechende Versicherung abgeschlossen. Die immensen Kosten bei einem Totalschaden sind damit größtenteils abgedeckt. Und die gefährlichste Zeit ist auch schon wieder vorbei. Die Getreideernte ist so gut wie abgeschlossen. Eine gute Nachricht für die Landwirte und die Einsatzkräfte von den Feuerwehren gleichermaßen.