Brand gerät außer Kontrolle: Feuerwehrmann muss zusehen, wie sein eigenes Auto verbrennt

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Als er das Auto parkte, ahnte der Feuerwehrmann aus Iphofen noch nicht, wie schnell sich das Feuer ausbreiten würde.
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Feuerwehr Hellmitzheim
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Als "Feuerwalze" bezeichnet der Kreisfeuerwehrverband Kitzingen die Szene.
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Feuerwehr Hellmitzheim
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Letztlich brannten circa fünf Hektar Ackerfläche.
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Feuerwehr Hellmitzheim
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Mit ihren Grubbern sorgten die Iphofener Landwirte dafür, dass sich die Flammen nicht ausbreiten.
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Feuerwehr Hellmitzheim
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
13 Feuerwehren waren insgesamt im Einsatz.
Iphofen: Unberechenbare Flammen auf Feld entzünden Feuerwehrauto - "Lage eskalierte"
Feuerwehr Hellmitzheim

Im Landkreis Kitzingen ist ein Feldbrand außer Kontrolle geraten. Starker Wind trieb die Flammen über den Acker und erreichte das Auto eines Feuerwehrmannes. Er hat mit inFranken.de gesprochen.

Fast täglich entzünden sich in Franken momentan Getreidefelder. In manchen Fällen kommt es zu dramatischen Szenen. So rief etwa das Landratsamt Lichtenfels vergangene Woche erstmals den Katastrophenfall aus. Am Samstag (15. Juli 2023) geriet ein Brand auf einem Feld bei Iphofen außer Kontrolle. 

Vor Ort war neben vielen weiteren Einsatzkräften der Kreisbrandmeister der Verwaltungsgemeinschaft Iphofen Tobias Nahr - angereist mit seinem Privatauto. Er musste zusehen, wie es den Flammen zum Opfer fiel, berichtet er im Gespräch mit inFranken.de.

"Flammenlängen von gut fünf Metern": Brand bei Iphofen führt durch Wind zu Totalschaden

Am Samstagmittag gegen 13.24 Uhr wurden die Feuerwehren aus Hellmitzheim und Possenheim zunächst "zu einem gewöhnlichen Feldbrand gerufen", wie der Kreisfeuerwehrverband Kitzingen in einer Pressemitteilung schreibt. Etwa 200 Quadratmeter des Getreideackers brannten bei Eintreffen der Einsatzkräfte. Erst schien die Lage unter Kontrolle, doch der "Wind frischte plötzlich massiv auf", heißt es weiter. "Neben Flammenlängen von gut fünf Metern sorgte der starke Wind auch dafür, dass das Feuer binnen weniger Sekunden über den Acker peitschte". Der örtlich zuständige Kreisbrandinspektor Sebastian Muth wird hierzu zitiert: "Wie eine Flammenwalze breitete es sich das Feuer rasend aus."

Tobias Nahr fuhr wie gewohnt mit seinem Privatauto (das somit zu einem Feuerwehrauto wird) zu dem Einsatz und parkte es am Feldrand. "Die Flammen waren 400 bis 500 Meter entfernt. Ich ging davon aus, dass es weit genug weg ist." Der Kreisfeuerwehrverband beschreibt eindrücklich, was dann geschah. "Das Feuer rannte über den Acker weg und dann passierte das, was nicht passieren soll: Ein dort geparktes Feuerwehrauto fing Feuer und brannte (...) aus." Zwar habe laut Nahr die Feuerwehr direkt versucht, zu löschen, "aber da war nichts mehr zu machen".

"Trotz aller Ausbildung und Schulung können wir solche schlagartigen Wetteränderungen einfach nicht vorhersehen", erklärt Kreisbrandrat Dirk Albrecht im Nachgang des Einsatzes. "Als die Lage vor Ort eskalierte, forderte die Einsatzleitung folgerichtig etliche Feuerwehren des Umkreises zur Verstärkung an", so die Pressemitteilung weiter. Darüber hinaus rückten auch die beiden erst kürzlich gegründeten Dispositionsgruppen Wassertransport des Landkreises an. Diese Gruppen umfassen insgesamt elf Tanklöschfahrzeuge, verteilt bei den Feuerwehren des Landkreises Kitzingen. Insgesamt liefern beide Einheiten 34.000 Liter Löschwasser an die Einsatzstelle.

Feuerwehr lobt heldenhaften Einsatz der Landwirte - "wirklich großartig"

Minütlich trafen dann die Tanklöschfahrzeuge aus dem südlichen Landkreis an der Einsatzstelle ein und halfen so laut Kreisfeuerwehrverband gemeinsam "das Feuer schnell in den Griff zu bekommen". Wie auch Landwirte in Michelau vergangene Woche bei einer Feuerkatastrophe zu Helden wurden, leisteten auch hier die Bauern einen entscheidenden Beitrag. Nahr nennt ihren Einsatz mit Güllefässern und Grubbern auf dem Feld sogar "am effektivsten".

"Die Unterstützung durch die Landwirte (...) ist für uns unerlässlich und war wirklich großartig", erklärt Kreisbrandrat Dirk Albrecht und fasst zusammen: "Ein Kraftakt, den unsere Feuerwehren schlagkräftig, schnell und koordiniert gemeinsam mit den Landwirten geschafft haben." Letztlich brannten circa fünf Hektar Ackerfläche. 13 Feuerwehren mit dutzenden Fahrzeugen und circa 150 Einsatzkräften waren laut Kreisfeuerwehrverband insgesamt vor Ort. Das Bayerische Rote Kreuz stellte zur Absicherung der Einsatzkräfte zwei Rettungswagen zur Verfügung. Weitere Nachrichten aus Kitzingen findest du auf unserer Übersichtsseite.