Penny benennt fränkische Filiale um - Schafe im Laden waren "ein großes Glück"

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Collage inFranken.de: NEWS5 / Pascal Höfig
Kreis Main-Spessart: 50 Schafe in Supermarkt - Schäfer hat Verdacht
Schafe im PENNY Supermarkt
-/REWE Group/dpa

Ein Penny-Markt in Unterfranken wurde am Montag (5. Januar 2026) von einer Schafsherde aufgesucht und danach bundesweit bekannt. Jetzt hat der Discounter eine kuriose Entscheidung getroffen.

Das sieht man nicht alle Tage: Ein Supermarkt in der unterfränkischen Gemeinde Burgsinn hatte am Montag (5. Januar 2026) tierischen Besuch. Rund 50 Schafe waren schnurstracks in eine Filiale des Discounters Penny marschiert und hatten sich etwa 20 Minuten lang zwischen Regalen im Kassenbereich aufgehalten, wie ein Unternehmenssprecher am Dienstag mitteilte.

Anschließend verbreitete sich das Ereignis in Windeseile deutschlandweit - und schaffte es sogar in die 20-Uhr-Tagesschau. Der Discounter nutzte den Vorfall geschickt für Werbung - nun wurde ein weiterer Schritt vollzogen. 

Update vom 15.01.2026: So heißt die Penny-Filiale in Burgsinn jetzt

Penny nutzte die unerwartete Publicity konsequent für eigene Marketingzwecke. Die Filiale trägt nun offiziell den Namen "Penny Schafsinn" statt Burgsinn. Zahlreiche Plakate und Aufsteller im Markt erinnern an die tierischen Besucher. Der Discounter geht aber noch weiter: Das Unternehmen übernimmt die Patenschaft für die gesamte Herde von rund 700 Tieren und stellt das Winterfutter bereit.

"Das war ein großes Glück für uns", erklärt Phillipp Stiehler, Vorsitzender der Geschäftsleitung, gegenüber News5. Zunächst habe er gedacht, die Aufnahmen seien KI-generiert. Der Vorfall ereignete sich, als einige Schafe unter einem Baum mit Eicheln von der Herde abkamen, wie Schäfer Dieter Michler erzählt. "Da sind sie im Moment ganz scharf drauf. "

Filialleiter Jürgen Kippes berichtet bei News5, wie Kunden den Vorfall massenhaft filmten und auf TikTok und anderen Plattformen verbreiteten: "Es ging wie eine Bombe." Für Penny wurde der ungewöhnliche Jahresstart zu einem Marketing-Erfolg mit Reichweite, die laut Stiehler "seinesgleichen sucht" – für die Schafe gab es als Nebeneffekt Winterfutter.

Update vom 09.01.2026: Penny-Chef schilderte wilden Schaf-Moment

Der Besuch von rund 50 Schafen in einem Penny-Markt im unterfränkischen Burgsinn könnte sich als Glücksfall für die Marke erweisen. In sozialen Medien hat der Discounter mit Schaf-Content bereits Zehntausende Likes eingesammelt. Auf Instagram ziert inzwischen ein Schaf das Logo des Auftritts, flankiert von "Määäh"-Wortspielen. 

In der Augsburger Allgemeinen berichtet der Leiter der betroffenen Filiale, Jürgen Kippes, vom tierischen Besuch. "So etwas habe ich auch noch nicht erlebt", erzählt er der Zeitung. "Ich habe gedacht, wir sind bei 'Versteckte Kamera'".

Der Schaden jedenfalls sei minimal gewesen, zwar hätten die Tiere im vorderen Bereich des Ladens "eine ordentliche Sauerei" angerichtet, seien aber dort geblieben. "Wären sie rechts zum Obst und Gemüse gelaufen – um Gottes willen – da hättest du sie gar nicht mehr rausgekriegt", zitiert die Zeitung Kippes. 

50 Schafe stürmen Penny-Markt - so fanden sie wieder heraus

Auch so sei es aber nicht leicht gewesen, die Schafe nach draußen zu bekommen: "Wir haben versucht, sie rauszuschieben, aber das ging nicht." Erst als eine Mitarbeiterin laut auf die Kasse geklatscht habe, hätten sich die Tiere erschreckt und seien durch die Schiebetür zurück auf den Parkplatz gesprungen.

Dann hätten alle Mitarbeiterinnen einen Besen in die Hand bekommen und Kippes habe mit der Reinigungsmaschine den strengen "Stallgeruch" entfernt, heißt es in der Zeitung. Geschlossen wurde der Laden nicht. An Dreikönig habe dann noch eine externe Firma eine professionelle Grundreinigung durchgeführt. Den Schaden habe der Schäfer begleichen wollen, der Supermarkt stellte allerdings keine Forderung. Der positive Werbeeffekt könnte ohnehin deutlich größer sein. 

Dazu, wie die Schafe in den Supermarkt kamen, äußerte sich Schäfer Dieter Michler im Bayerischen Rundfunk. Die Tiere hätten sich wohl von Eicheln am Boden ablenken lassen und hätten so den Kontakt zur restlichen Herde verloren. Dann werde "wohl jemand mit einer Tasche in den Supermarkt gelaufen sein und dann sind sie hinterher", vermutet er. Die Tiere hätten sie vielleicht für einen Kraftfuttereimer oder einem Salzsack gehalten.

Update vom 08.01.2026: Penny-Chef mit freundlicher Geste nach Schafstrubel  

Der Discounter Penny nutzt das Schafs-Chaos offensichtlich für positives Marketing. "Ob die Schafe auf der Suche nach einem bestimmten Angebot waren oder sich bloß aufwärmen wollten, das ließ sich leider nicht klären", heißt es in einer aktuellen Mitteilung der Kette. "Offensichtlich gefiel es dem Trupp im Kassenbereich des Marktes sehr gut", kommentiert die Presseabteilung den Vorfall im Nachgang. 

"Das gesamte Penny-Team hat sensationell auf den Vorfall reagiert und den Markt rasch gereinigt, damit der Betrieb unvermindert weitergehen gehen konnte", wird Philipp Stiehler, Vorsitzender der Geschäftsleitung von "Penny Südwest", zitiert. Die rund 20 Kunden hätten den tierischen Spontanbesuch dem Vernehmen nach "auch sportlich genommen", heißt es.

"Wir werden weder für den Schaden noch die Reinigung dem Schäfer eine Rechnung stellen. Im Gegenteil: Wir würden gerne für ein Jahr die Patenschaft für die 50 schaf-sinnigen Ausreißer übernehmen und zum Beispiel das Futter stellen. Wir werden dazu den Kontakt mit dem Schäfer aufnehmen", so Stiehler. 

Erstmeldung vom 07.01.2026: Schafe besuchen fränkischen Supermarkt - folgten sie einem Kunden?

Es blieb ungeklärt, was die Schafe zu ihrem Ausflug verleitete. Sie hatten sich kurz zuvor von ihrer Herde gelöst und sich dann in das Geschäft verirrt. Der Schäfer äußerte gegenüber örtlichen Medien den Verdacht, dass die Tiere einem Kunden in die Filiale folgten, da sie Futter in dessen Tasche vermuteten.

Nach dem Vorfall am Montag wurde der Markt gereinigt. Es sei nicht beabsichtigt, gegen den Schäfer Forderungen zu stellen, hieß es bei Penny.