Einige Premieren beim Seinsheimer Weinfest in diesem Jahr. Erstmals fand es nicht an Pfingsten und auch nicht im Zelt statt. Weinprinzessin Marie I. strahlte bei der Eröffnung mit der Sonne um die Wette.

Lange habe der Weinbauverein hin und her überlegt, sagte dessen Vorsitzender Klaus Schilling beim Empfang der Ehrengäste, darunter Ehrenbürger Heinz Dorsch und stellvertretende Landrätin Susanne Knof, in der Marktgade. Der Zeitpunkt Pfingsten sei bei Planungsbeginn zu unsicher wegen Corona gewesen. Wegen des Kriegs in der Ukraine habe man mit kurzfristigen Festabsagen rechnen müssen. Deshalb habe sich der Vorstand gegen ein Zelt entschieden. So war die Wahl auf den Juli gefallen.

Weinprinzessin Marie Merbecks ist froh, dass das Weinfest wieder stattfinden kann. "Es ist das wichtigste Fest im Ort, das man nicht verpassen darf." Ihr Dank galt den vielen ehrenamtlichen Helfern.

Diesem Dank schloss sich Bürgermeisterin Ruth Albrecht an. Wenn alles normal verlaufen wäre, wäre für sie vier Wochen nach ihrem Amtsantritt die erste Weinfesteröffnung gewesen. Doch Corona wollte eine Pause. So war es auch für sie eine Premiere. "Es gibt Weine, die werden mit den Jahren besser. Und dann gibt es Jahre, die werden nur mit Wein besser", charakterisierte sie die vergangenen zwei Jahre.

Marie werde wohl in die Geschichte eingehen, dass die Weinprinzessin das traditionelle Weinfest nicht an Pfingsten, sondern am 30. Juli mitten im Sommer eröffnen durfte, sagte Albrecht. Das Seinsheim-Lied, das zum Abschluss des Empfangs immer gesungen wird und vom Weinfest an Pfingsten handelt, wird deshalb aber nicht umgeschrieben.

Zum ersten Mal waren nicht nur Weinhoheiten aus dem Weinparadies und von der Mittelfränkischen Bocksbeutelstraße und Tauberzell dabei. Die Seinsheimer Weinprinzessin konnte auch Possenheims Weinprinz Florian I. (Müller) begrüßen.

Seine Worte zur Lage in den Weinbergen fasste Klaus Schilling diesmal kurz. Seit acht Wochen habe es nämlich keine Niederschläge gegeben. Er lud alle wieder ein zum Weinfest im nächsten Jahr – an Pfingsten und im Zelt.

Zu den Klängen der Rodheimer Musikanten zog die Festgemeinschaft durch den Ort zum Weinfestgelände. Das war zur offiziellen Eröffnung durch Weinprinzessin Marie I. bereits gut gefüllt.