• Tierheim Hof: Neun von 66 verwahrlosten Hunden aus Messie-Haus in Rudolstadt (Thüringen) aufgenommen
  • Besitzerin wurde ins Krankenhaus eingeliefert und Tochter alarmierte Veterinäramt
  • Hofer Tierpflegerin: "Noch keiner unserer Hunde hat derart penetrant gerochen"
  • Tierheim Pfaffengrün: "Wir sind am Limit"

Das Tierheim Hof ist an einer Rettungsaktion beteiligt, die die Zusammenarbeit mehrerer Tierheime aus Franken und Thüringen erfordert und den Pfleger*innen sehr nahegeht: 66 verwahrloste Hunde befanden sich in einem Wohnhaus im thüringischen Rudolstadt und lebten dort unter katastrophalen Bedingungen. Das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt berichtet über den Rettungseinsatz am 12. November 2021 und inFranken.de ließ sich von den beiden beteiligten fränkischen Tierheimen erzählen, in welch katastrophalem Zustand sie die Hunde vorfanden.

Tierheim Hof nimmt neun Hunde aus Messie-Haus auf: "Konnten fast nicht mehr laufen"

In einer Wohnung im thüringischen Rudolstadt hat eine Frau laut Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt 66 Hunde gehalten. Die Nachricht von den verwahrlosten Tieren wurde bekannt, als die Besitzerin ins Krankenhaus musste und ihre Tochter daraufhin das Veterinäramt alarmiert hatte, berichtet Cornelia Hoja vom Tierheim Pfaffengrün. Das Veterinäramt stellte vor Ort fest, dass die Hunde dort unter äußerst unhygienischen Zuständen gehaust hatten. Die Tierheime Pflanzwirbach, Ilmenau sowie die zwei Tierheime aus dem Landkreis Hof erklärten sich daraufhin bereit, die Hunde untereinander aufzuteilen.

Das Tierheim Hof nahm neun Hunde mit stark verfilztem Fell auf, wie die Bilder eindrücklich zeigen. "Ihre Krallen waren eingewachsen, viele haben entzündete Ohren und Augen und die Tiere konnten fast nicht mehr laufen", beschreibt die Vorsitzende des Tierheims Hof Tanja Bujak den Zustand der Hunde. Das Haus durfte sie nicht betreten. Cornelia Hoja aus Pfaffengrün nahm zehn Hunde vor dem Haus auf, als sie eintraf: "Uns wurde gesagt, wir würden knietief in Fäkalien stehen, wenn wir das Haus betreten", berichtet sie. "Eine Hündin hatte im Haus über Nacht noch ein Baby bekommen", führt sie weiter aus, "Das haben wir auch aufgenommen, aber es ist vorhin verstorben."

Viele Hunde seien verstört und kraftlos. Keiner der Hunde sei kastriert, berichtet Bujak aus Hof. Eine Hündin erwarte ebenfalls Junge. Am Tag des Gesprächs mit inFranken.de konnte das Team vom Tierheim Hof allen neun Hunden das schwere verfilzte Fell abnehmen. "Auf dem einen Bild denkt man ja, die Person hält einen Hund hoch, aber es ist nur das Fell", sagt Bujak. "Es ist Wahnsinn, furchtbare Zustände. Und die Füße stinken. Das bekommt man beim ersten Mal Waschen gar nicht alles weg. Wir haben schon viele Hunde auch aus dem Ausland gehabt, aber noch nie solche Hunde, die derart penetrant riechen."

Tierheime suchen neue Besitzer für Hunde - doch Versorgung dauert noch an

Durch die ungeplante Aufnahme der Sorgenhunde aus Rudolstadt sei das Tierheim Pfaffengrün "am Limit" und auch das Tierheim Hof sei "gut ausgelastet". Pensionstiere könnten daher momentan nicht aufgenommen werden. So bald wie möglich suchen die Tierheime deshalb neue Besitzer für die Hunde. Es handelt sich laut Hoja um Shih Tzus und "Plattnasen". Doch es dauere noch etwas, bis die Hunde vermittelt werden könnten. Denn zunächst müssten sie geimpft und ausgiebig medizinisch versorgt werden. "Jetzt müssen sie sich erst einmal erholen", sagt Bujak vom Tierheim Hof. 

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