Der Silvesterhimmel wird in diesem Jahr dunkel bleiben - solange sich jeder an die geltenden Feuerwerksverbote hält. Während die Corona-Maßnahmen über Weihnachten gelockert wurden, gelten für den 31. Dezember keine Sonderregelungen, sondern strenge Vorschriften. Das wirkt sich auch auf das Polizeiaufgebot im Kreis Haßberge aus.

1. Wo sind Feuerwerke im Kreis Haßberge verboten und wo erlaubt?

Die Regelung ist klar und einheitlich: Gemeinsam haben die Städte und Kommunen im Landkreis Haßberge beschlossen, das Zünden von Feuerwerkskörpern auf allen öffentlichen Straßen und Plätzen zu verbieten. Der Verkauf von Pyrotechnik ist in diesem Jahr sowieso bundesweit untersagt. Auf privaten Grundstücken darf theoretisch geböllert werden. Allerdings nur, wenn das Material noch vom Vorjahr übrig ist.

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Die Bürgermeister rufen jedoch dazu auf, auch privat auf Feuerwerke zu verzichten - dem Personal der Kliniken zuliebe. "Wir bitten zu verstehen, dass in Corona-Zeiten die Krankenhäuser ohnehin schon am Anschlag arbeiten. Da sollten Ärzte und Pfleger nicht noch zusätzlich belastet und jede Infektionsgefahr gebannt werden", betont Aidhausens Bürgermeister Dieter Möhring (FW).

Die Stadt Königsberg weist explizit darauf hin, dass das Abbrennen von Pyrotechnik am 31. Dezember und 1. Januar im Bereich der ensemblegeschützten Altstadt sowie im Ortsteil Unfinden nicht gestattet ist, um Schäden an den Gebäuden zu verhindern. In Haßfurt wurde der traditionelle Neujahrsempfang auf dem Marktplatz bereits Anfang Dezember gecancelt.

2. Welche Vorschriften gelten an Silvester zusätzlich?

Nur zwei Haushalte dürfen an Silvester zusammen ins neue Jahr feiern, insgesamt ist eine Personenzahl von fünf Leuten erlaubt. Kinder unter 14 Jahren werden hierbei nicht mitgezählt. Zudem gilt zwischen 21 Uhr abends und 5 Uhr morgens eine bayernweite Ausgangssperre. Wer also den Silvesterabend bei einem anderen Haushalt verbringt, muss entweder dort übernachten oder sich vor 21 Uhr auf den Heimweg machen.

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Menschenansammlungen in der Öffentlichkeit sind ebenso untersagt wie Alkoholkonsum im Freien. Draußen auf das neue Jahr anzustoßen ist nur erlaubt, solange die eigenen Grundstücksgrenzen nicht überschritten werden, man sich also beispielsweise auf dem Balkon oder im Garten befindet.

Im Landkreis Haßberge wurden keine öffentlichen Plätze bestimmt, auf denen eine Maskenpflicht gilt, erklärt Kurt Etzel, stellvertretender Leiter der Haßfurter Polizeiinspektion. Wer aber bei einem Spaziergang Bekannten über den Weg läuft und seine Neujahrswünsche überbringen möchte, sollte dennoch den Mindestabstand einhalten und zur Sicherheit eine Maske parat haben.

3. Wird die Polizei verstärkt kontrollieren?

Bereits vor Corona wurden die Polizeieinheiten im gesamten Bereich Main-Rhön an Silvester aufgestockt, erklärt Etzel. Das gilt auch für die Haßfurter Polizeiinspektion. Die Corona-Regeln fordern in diesem Jahr aber eine verstärkte Überwachung, die die Haßfurter in Form "angepasster polizeilicher Präsenz" umsetzen wollen.

Das bedeutet: Die Polizeibeamten werden an Silvester mit zusätzlichen Streifen im Einsatz sein. "Falls erforderlich, kann die Haßfurter Polizei auch noch von Reserveeinsatzkräften zeitnah unterstützt werden", erklärt Etzel. "Besonders an Silvester um Mitternacht werden vermehrte Streifenfahrten unumgänglich sein."

4. Welche Strafen drohen bei einem Verstoß?

Für die Ahndung von Verstößen ist die Bußgeldstelle am Landratsamt Haßberge zuständig. Die Polizei stellt dafür zunächst eine schriftliche Anzeige aus. Die Höhe des Bußgeldes kann je nach Art des Verstoßes von 150 bis 500 Euro reichen. "Die Polizei selbst wird nur in besonderen Ausnahmefällen ein Verwarnungsgeld über 55 Euro vor Ort erheben", fügt Etzel an.

5. Darf die Polizei den Zutritt zu einer Wohnung einfordern, wenn sie dort eine Party vermutet?

Grundsätzlich ja, sagt Hauptkommissar Etzel. Der private Wohnbereich sei zwar grundrechtlich geschützt, dennoch seien Szenarien denkbar, in denen die Polizei eine Wohnung betreten muss. Das kann der Fall sein, wenn die Beamten darüber informiert werden, dass eine Person an einer Silvesterfeier teilnimmt, obwohl diese unter Quarantäne steht. "Jedoch wird die Polizei auch an Silvester nicht von sich aus grundlos Partys in Wohnungen überprüfen", schränkt Etzel ein.

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6. Sollten Bürger die Polizei alarmieren, wenn sie in der Nachbarschaft einen Verstoß beobachten?

Jeder Bürger hat das Recht, die Polizei zu rufen, wenn eine Ruhestörung vorliegt oder eine unerlaubte Neujahrsparty stattfinden. Soweit es die Auftragslage der Polizei an Silvester zulässt, werden die Beamten allen Mitteilungen nachgehen, versichert Etzel. In jedem Fall müsse dann individuell abgewägt werden, welche Maßnahmen erforderlich sind, ob beispielsweise eine Belehrung ausreicht oder eine Anzeige erstattet wird.

"Eine funktionierende Nachbarschaft ist aber auch der Polizei ein wichtiges Anliegen", betont Etzel. Vor dem 110-Anruf sollte daher hinterfragt werden, ob ein Polizeieinsatz in der jeweiligen Situation wirklich gerechtfertigt ist - oder ob sich das Problem auch einfach mit einem Gespräch unter Nachbarn lösen lässt.

So feiert der Landkreis Haßberge Silvester

Das neue Jahr kommt auch trotz Corona, doch die ausgelassenen Silvesterfeiern und bunten Feuerwerksspektakel müssen diesmal ausfallen. In unserer Facebook-Gruppe "Was braucht der Landkreis Haßberge?" wollten wir daher von den Mitgliedern wissen: Wie sehen in diesem Jahr eure Pläne für Silvester aus? Die Tendenz ist eindeutig:

  • 66 Mitglieder wollen am 31. Dezember zuhause bleiben und ganz beschaulich im engsten Familienkreis feiern.
  • Ähnlich gemütlich sehen die Pläne der 17 Facebook-Nutzer aus, die Silvester daheim mit ihren Haustieren verbringen möchten.
  • Drei Personen geben an, am 31. Dezember Gäste einladen zu wollen, solange die erlaubte Personenzahl dabei nicht überschritten wird.
  • Nur ein Teilnehmer plädiert dafür, dass Feuerwerk und Böller einfach zu Silvester dazugehören - trotz Corona.
  • Unter den Umfrageteilnehmern befinden sich aber auch einzelne Silvester-Muffel: Acht Mitglieder geben nämlich an, Silvester sowieso nie zu feiern. (Stand vom 30.12.)

"Wir feiern zuhause im engsten Kreis, aber wir werden doppelt so viel böllern wie sonst", verrät Michaela Schamberger in den Kommentaren zur Umfrage. Harald Kuhn plant dagegen, das Böller-Geld an Leute zu spenden, "die es dringend benötigen". Und Jürgen Lindner befürchtet, dass es trotz der Pandemie noch mehr Partys geben wird als in den Jahren zuvor.