Etwa 25 Familienangehörige und Bekannte hatten Erna Engmann am Dienstag bereits zum 90. Geburtstag gratuliert, wie auf einer Gästeliste zu sehen war. Am Nachmittag reihten sich in die Schar der Gratulanten stellvertretender Landrat Oskar Ebert (FW), Maroldsweisachs Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) und Gemeinderat Rupert Fichtner ein.


Frü halbwaise geworden

Die Jubilarin, die zahlreiche Schicksalsschläge hinnehmen musste, ist altersgemäß noch gut auf der Höhe und versorgt sich nahezu eigenständig. "Das ist ein Geschenk Gottes", sagt sie dankbar. In der Fuchsmühle zwischen Birkenfeld und Sulzbach hatte sie als zweites Kind der Eheleute Fritz und Meta Hückmann das Licht der Welt erblickt. Im Alter von neun Jahren kam sie nach Dippach. Ihr Vater verstarb 1939, ihr Bruder Helmut kam vom Krieg nicht zurück. Er starb 1948 in russischer Kriegsgefangenschaft.

Schon früh musste die Jubilarin Verantwortung auf dem Hof übernehmen, hatte mit Flüchtlingen, die immer wieder bei ihr einquartiert wurden, positive als auch negative Erlebnisse.


Vier Kinder

Im Mai 1951 heiratete sie Otto Engmann, mit dem sie vier Kinder hatte, zwei Mädchen und zwei Buben. Die beiden ältesten Kinder, Helmut und Hannelore, wurden nur zwölf und sechs Jahre alt. Erna Engmann war weiterhin im Haushalt und in der Landwirtschaft gefordert. Dazu kam noch, dass sie in den 70er Jahren ihre Mutter Meta bis zu deren Tod im Jahr 1976 pflegte.

Auch ehrenamtlich hat sie das Geburtstagskind als Ortsbäuerin engagiert und sang im Gesangverein "Sängerkranz Birkenfeld" zusammen mit ihrem Mann Otto mit. 59 Jahre lang war sie mit ihm verheiratet und hat mit ihm gerne Ausflüge und Kurzreisen unternommen. In den letzten Jahres seines Lebens pflegte sie auch ihren Ehemann. Auch Schwiegertochter Irmtraud starb bereits im Alter von 57 Jahren.


Kraft aus dem Glauben

"Kraft und Zuversicht habe ich aus meinem Glauben geschöpft", sagt die Seniorin, die mit ihren Kindern, vier Enkelkindern und zwei Urenkeln, Jonas und Amelie, feierte. "Oma Uri" nennen sie die Kleinen liebevoll. "Wenn die kommen, freue ich mich immer sehr", sagt die Jubilarin.

Lange war ihr verwehrt in die Fuchsmühle zurückzukehren. "Für mich ging ein Herzenswunsch in Erfüllung, als Manfred und Christine Schuller die Fuchsmühle pachteten". Seither kann sie jederzeit ihr Geburtshaus besuchen.

Handarbeiten und der Garten zählen zu ihren Hobbys. Spaß macht es ihr auch, zusammen mit den Urenkeln Kreuzworträtsel zu lösen.