Nach Worten von Regisseur Jochen Horn hat es sich die Theatergruppe zum Ziel gesetzt, den Erlös aus ihren inzwischen jährlich fünf Auftritten gemeinnützigen und sozialen Einrichtungen zu spenden. So kommen die Einnahmen, bis auf wenige Ausgaben für Neuanschaffungen der Theatergruppe, vollständig einem guten Zweck zugute. Und das schon seit 30 Jahren, wie er betonte. Insgesamt, bilanzierte Kassenwart Heinrich Deringer, beläuft sich die Spendensumme in den drei Jahrzehnten auf rund 20.000 Euro. Dabei liege es den Laienschauspielern am Herzen, das Geld möglichst für regionale Bedürftige bereit zu stellen, unterstrich Jochen Horn.

In diesem Jahr mit einem Gesamtbetrag von 1400 Euro.
Darüber freuten sich bei der Spendenübergabe in der "Alten Schule" in Fischbach, in der auch die Theateraufführungen stattfinden, vor kurzem Rachilde Neugebauer (Geschäftsführerin der Lebenshilfe Ebern) und Helmut Will (Außenstellenleiter Haßberge des "Weißen Rings").

Das Geld könne die Lebenshilfe Ebern gut gebrauchen, freute sich Rachilde Neugebauer. Für die Institution, die sich um behinderte Kinder und Jugendliche kümmert, sei dies ein besonderes "Geburtstagsgeschenk", da die Lebenshilfe in diesen Tagen 45 Jahre alt werde. Die Arbeit der Lebenshilfe sei den Akteuren der Theatergruppe bestens bekannt, da diese die Einrichtung schon des Öfteren unterstützt und besucht haben.

Weniger bekannt war den Hobbyschauspielern die Arbeit des "Weißen Rings", weshalb Helmut Will diese gerne vorstellte. Der "Weiße Ring" sei die bundesweit einzig tätige Opferhilfsorganisation und nunmehr 35 Jahre alt. Insgesamt 3000 ehrenamtliche Mitarbeiter in 420 Außenstellen stehen Opfern von Straf- und Gewalttaten zur Seite.

In der Außenstelle Haßberge engagieren sich nach Wills Worten drei Mitarbeiter ehrenamtlich. Pro Jahr würden hier 15 bis 30 Opferfälle betreut. Der Bedarf liege sicher weitaus höher, betonte er. Allerdings würden viele Opfer aus Scham oder Unsicherheit keinen Kontakt zum "Weißen Ring" suchen und stünden mit ihren seelischen und zum Teil auch finanziellen Problemen alleine. "Viele trauen sich nicht, um Hilfe zu bitten", sagte Helmut Will und ermutigte, diesen Schritt bei Bedarf ohne Scheu zu gehen.

"Ein Täter erhält seine Strafe, ein Opfer hat oft lebenslang", sagte Will. Anhand von einigen anonymisierten Fällen aus den Haßbergen verdeutlichte der Außenstellenleiter und Polizeihauptkommissar a.D. den Mitgliedern der Theatergruppe, wann und wo der "Weiße Ring" Hilfe leistet. Erschüttert von dem oft unbekannten Leid, das Opfern von Gewalt- und Straftaten zuteil wird, waren sich die Laienschauspieler einig, mit ihrer Spende einen wichtigen Teil zur Opferhilfe beigetragen zu haben. Der "Weiße Ring" Haßberge ist unter der Telefonnummer 09531/943516 erreichbar. Allgemeine Informationen gibt es auch im Internet unter www.weisser-ring.de

Die Theatergruppe Fischbach-Höchstädten bringt zum Jahresbeginn die Komödie "Alter schützt vor Liebe nicht, aber Liebe vor dem Altern" auf die Bühne. Die Aufführungen finden am 3., 4. und 5. Januar sowie am 10. und 11. Januar in der Alten Schule in Fischbach statt und beginnen jeweils um 19.30 Uhr. Karten gibt es im Vorverkauf täglich ab 16 Uhr bei Martina Bach unter der Telefonnummer 09569/981087.