Der Schwerpunkt der finanziellen Tätigkeiten der Gemeinde Stettfeld liegt wie schon in den Jahren 2018 und 2019 im Bereich Abwasser, Trinkwasserversorgung und Straßenausbau.

Der Gesamthaushalt beläuft sich auf 6,17 Millionen Euro. Vom Gemeinderat gab es einstimmig "grünes Licht" für den Plan und damit die Fortführung der Baumaßnahmen.

Kämmerer erläutert die Zahlen

Der Kämmerer der VG-Ebelsbach, Jürgen Pfister, erläuterte das Finanzvolumen der Gemeinde, das sich im Verwaltungshaushalt im Vergleich zum Vorjahr um 314 902 Euro auf 2,52 Millionen Euro steigert. Bei den Einnahmen ist bemerkenswert, dass die Schlüsselzuweisungen des Freistaates für die Gemeinde um 32 Prozent von 403 000 Euro auf 534 844 Euro steigen und auf der Ausgabenseite die Kreisumlage um 14 Prozent von 527 000 Euro auf 451 000 Euro sinkt.

Die wichtigsten Einnahmen sind die Grundsteuer A (7500 Euro), Grundsteuer B (72 500 Euro), Gewerbesteuer (250 000 Euro), Einkommensteueranteil (608 000 Euro), Einkommensteuerersatz (44 900 Euro), Schlüsselzuweisungen (534 844 Euro) und Umsatzsteueranteil (21 500 Euro). Die bedeutendsten Ausgaben sind die Kreisumlage mit 451 000 Euro, die VG-Umlage (175 047 Euro), der Grundschulverband (48 150 Euro) sowie der Hauptschulverband (43 150 Euro).

Für die Investitionsmaßnahmen in der Hauptstraße und den Siedlungsstraßen sowie die Straßenarbeiten am Parkplatz am Saumarkt und Raiffeisenplatz sind Ausgaben in Höhe von 5,5 Mio Euro eingeplant, verteilt auf die Haushaltsjahre von 2017 bis 2020.

Die Kosten verteilen sich auf die Straßenbereiche Hauptstraße mit 2,32 Millionen Euro, Am Toracker (418 118 Euro), Rudendorfer Weg (484 149 Euro), Seeringstraße (315 042 Euro), Siedlungsstraße/Klingenweg/Schulstraße (1,45 Millionen Euro) und Saumarkt und Raiffeisenplatz (40 492 Euro). Dazu kommen Maßnahmen für Kabelarbeiten mit 110 000 Euro.

Kurzfristiges Darlehen für Stettfeld

Wie Pfister betonte, musste im Haushaltsjahr zum Erhalt der Liquidität ein kurzfristiges Darlehen über sechs Monate über eine Million Euro aufgenommen werden. Die Mindestzuführung vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt mit 175 617 Euro wurde nicht erreicht, beinhalte aber die Tilgung des kurzfristigen Darlehens. Beachte man die Tilgungen für die länger laufenden Darlehen von 132 500 Euro, sei die Mindestzuführung auch für 2020 gegeben.

Deswegen erfordere die aktuelle Kassenlage aufgrund der Verzögerungen zwischen den Auszahlungen und den noch nicht erhaltenen Zuwendungen, dass der 2019 erhöhte Kassenkreditrahmen 2020 weiter mit 350 000 Euro in der Haushaltssatzung festgeschrieben werde.

Bei den kostenrechnenden Einrichtungen stellte Bürgermeister Alfons Hartlieb mit dem Blick auf die vergangenen Jahre einen Ausgleich von nahezu 100 Prozent fest. Für die Müllabfuhr wurden Einnahmen von 60 879 Euro (Kostendeckung 96 Prozent), für Wasser 48 581 Euro (110 Prozent), für Kanal 129 489 Euro (110 Prozent) und für den Friedhof 12 948 (Unterdeckung mit 48 Prozent) erreicht.

Im Investitionsplan stehen an bedeutenden Ausgaben neben den Straßen-, Kanal- und Wassermaßnahmen Planungskosten für den Kindergarten (35 000 Euro) und Sanierung des Kriegerdenkmals (12 000 Euro).

Zum Kriegerdenkmal führte Bürgermeister Hartlieb aus, dass hier auch Zuschüsse der Unterfränkischen Kulturstiftung sowie Sparkassenstiftung in Ansatz kämen. Udo Busch fügte an, dass die Restmittel durch Förderer und die Vierzehnheiligen-Wallfahrer aufgebracht würden.

Zu Besuch im Stettfelder Kindergarten

Im Vorfeld der Sitzung hatte der Gemeinderat den Kindergarten besucht, der umgebaut werden soll. Dazu wurde der Abschluss eines Treuhandvertrages mit dem St. Johannis-Zweigverein Stettfeld notwendig, der Eigentümer des Kindergartens ist. Mit dem Treuhandvertrag verpflichtet sich die Gemeinde, die Bauarbeiten im Namen des Vereins treuhänderisch durchzuführen. Von einer Erhebung von Erschließungsbeiträgen für das Kindergartengrundstück wolle die Gemeinde Abstand nehmen.

Genehmigung der Stettfelder Kläranlage läuft bald aus

Auch die Kläranlage nahm das Gremium in Augenschein, die im Jahre 2003 in Betrieb genommen wurde. Im Jahr 2023 läuft die Genehmigung aus, bei der die Ablaufwerte neu unter die Lupe genommen werden müssen. Martin Viering vom Bauhof wies auf Unterhaltungsmaßnahmen beim Regenüberlaufbecken und auf die Probleme mit Feuchtbinden im Abwasser hin.

"In den Pumpen bilden sich Zöpfe, die Pumpen laufen den ganzen Tag und bringen nichts mehr hoch. Es kommt vieles an, was eben nicht in die Kläranlage darf, wie Kleidungsstücke", betonte er und appellierte an die Bürger, hier sorgfältiger zu handeln.

Viele Pumpen und technische Geräte kämen mit ihren Betriebsstunden an einen Punkt, so Viering, wo mit einem Ausfall zu rechnen ist. Daher gelte es, über Nachrüstungen nachzudenken. Auch das Problem mit dem Klärschlamm wurde angesprochen: In Stettfeld sei man anderen Gemeinden weit voraus, durch die Bildung eines neuen Zweckverbandes würden sich Probleme ergeben. Die Kläranlage liefert 1200 Tonnen Nassklärschlamm, der bis auf 30 Tonnen getrocknet wird.

Wohin mit der Steinskulptur von Andreas Klesse?

Keine Einigung gab es darüber, an welchem Standort eine Steinskulptur des Künstlers Andreas Klesse aus Stettfeld aufgestellt werden soll. Klesse hatte sein Kunstwerk der Gemeinde Stettfeld gespendet. Mehrere Vorschläge für einen möglichen Standort wurden diskutiert, darunter an der Friedhofsmauer gegenüber dem Kindergarten, vor dem Anwesen von Matthäus Schlee, am Anwesen Kröner in der Hauptstraße sowie am Parkplatz Saumarkt.

Mit zunehmender Dauer tendierten die Räte in Richtung Hauptstraße, weil hier das neue Standbild für Gäste besser einsehbar wäre. Die Räte einigten sich auf zwei Varianten: an der Friedhofsmauer oder an der Hauptstraße (Anwesen Kröner). Die finale Entscheidung solle aber Andreas Klesse selbst treffen.

Zahlen des Stettfelder Haushalts

Haushaltsvolumen:

6 173 608 Euro

Verwaltungshaushalt:

2 518 191 Euro

Vermögenshaushalt:

3 655 417 Euro

Vom Verwaltungshaushalt werden 175 617 Euro in den Vermögenshaushalt zugeführt. Pro-Kopf-Verschuldung zum 31. Dezember 2019: 931 Euro

Voraussichtliche Verschuldung zum 31. Dezember 2020: 816 Euro

Gesamtverschuldung am 31. Dezember 2019: 1 076 000 Euro

Voraussichtliche Gesamthöhe der Schulden am 31. Dezember 2020: 944 000 Euro

Die fünf größten Investitionen:

Siedlungsstraße/Klingenweg/Schulstraße (1,43 Millionen Euro), Hauptstraße (297 500 Euro), Am Toracker (154 000 Euro), Kabelverlegung Speedpipes (100 000 Euro), Mehrzweckfahrzeug für die Feuerwehr (80 000 Euro)