Dass die neue Leiterin der Seniorenresidenz St. Elisabeth in Ebern mit Nachnamen passenderweise Engel heißt, ist reiner Zufall. Mit einer Aktion, bei der sich hilfreiche Engel für das Altenheim engagieren wollen, hat das gar nichts zu tun.

"72 Stunden - Uns schickt der Himmel" lautet das Motto einer Initiative des Bundes der deutschen katholischen Jugend, mit deren Hilfe der zuletzt verwilderte Garten des Heimes binnen dreier Tage zu einer grünen Oase verzaubert werden soll.

Quer durch die Republik

"Uns schickt der Himmel" ist eine bundesweit angelegte Sozialaktion. Mitte Juni wollen Freiwillige, vor allem junge Katholiken, überall im Lande gemeinnützige soziale, ökologische, interkulturelle oder politische Aufgaben übernehmen und damit ein Zeichen für Solidarität setzen.


Bislang haben sich annähernd 3850 Gruppen quer durchs Land angemeldet, die zwischen dem 13. und 16. Juni aktiv werden wollen. So wird sich auch in verschiedenen Orten des Landkreises einiges für die gute Sache rühren. Die hilfreichen Engel wollen dort anpacken, wo es sonst niemand tut, wo Geld oder die Bereitschaft fehlen, anderen unter die Arme zu greifen.

Christliches Verständnis

"Motor für die Aktion ist", wie es auf der Homepage der Sozialaktion www.72stunden.de heißt, "die Überzeugung, dass ein Handeln aus einem christlichen Verständnis heraus die Welt besser machen kann."

In Ebern will die Jugendgruppe "I Have A Dream" die Ärmel hochkrempeln. Die Gruppe, die im Jahr 2010 als Jugendausschuss des Pfarrgemeinderats Kirchlauter in den heiligen Ländern entstand, hat schon allerhand Hilfsaktionen gestartet und dafür im Frühjahr den Ehrenamtspreis des Landkreises erhalten.

Jetzt wollen die jungen Leute den Garten des Altenheims wieder zu einem Erholungsort für die Senioren machen. "Da muss wirklich dringend was getan werden," sagt Ute Engel, die das Altenheim seit April leitet.
Das Konzept für die Neugestaltung steht, und es soll, wie die "I Have a Dream"-Gruppe schildert, alle Sinne ansprechen: eine Kräuterschnecke für die Nase und den Geschmackssinn, die Renovierung des Brunnens für die Ohren, Blumen und Sträucher, deren Anblick Freude macht und die man auch anfassen darf. Kurz: Der Garten des Seniorenzentrums der Diakonie Bamberg-Forchheim soll für die Bewohner eine "Oase der Ruhe" werden.

Spontane Unterstützer

Die Julius-Pfründner-Spitalstiftung steuert 1500 Euro fürs Material bei und auch Firmen und Privatpersonen wollen sich einsetzen. Laut Ute Engel haben sich schon zahlreiche tatkräftige Helfer angemeldet, unter anderem der Soziale Arbeitskreis.

Die Heimleiterin sieht das Projekt nicht nur ergebnisorientiert: "Das Tolle ist, dass sich die Generationen begegnen: bei den Planungen, bei der Aktion selbst und hoffentlich auch immer wieder einmal nach der Gartengestaltung", freut sich die 50-Jährige aus Heilgersdorf.

"Ein wunderbares Ereignis"

Die Schirmherrschaft über die Aktion, hat Isabell Kuhn (Junge Liste) übernommen. Als Seniorenbeauftragte des Stadtrates ist die Leiterin der Lebenshilfe-Tagesstätte prädestiniert dafür.

Bei den Aktionstagen vom 13. bis 16. Juni, an denen im Spitalgarten gegraben, geschraubt und gepflanzt wird, will auch eine Gruppe der Lebenshilfe mitwirken. "So wird das Gartenprojekt wirklich zu einem Anlass, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen begegnen, gemeinsam etwas verwirklichen und auch bestimmt ein wunderbares Ergebnis sehen, das bleibend ist", meint Isabell Kuhn.

Eingeweiht werden soll der neue Garten beim Sommerfest des Seniorenzentrums am Samstag, 29. Juni. Dafür hat die "I Have A Dream"-Gruppe ein Benefizkonzert der Band "Pfeffer, Salz und Sahne" organisiert, dessen Erlös ebenfalls in das Gartenprojekt fließt.

"Wir wollen nach den Aktionstagen nicht einfach abtauchen. Uns ist es wichtig, dass unser Engagement nachhaltig ist", erklärt Dominik Baum, einer der Organisatoren. Die jungen Leute versuchen unterdessen weiterhin Unterstützer für die Aktion zu gewinnen: "Um alles umsetzen zu können, benötigen wir rund 5000 Euro", sagt Dominik Baum.

Bitte um Spenden

Wer das Projekt mit Spenden unterstützen möchte, kann dies auf das Konto des Diakonischen Werks Bamberg-Forchheim, Sparkasse Bamberg, Konto-Nummer: 570 227 710, BLZ 770 500 00, Verwendungszweck "Garten St. Elisabeth" oder über eine Onlinespende auf der Homepage des Diakonischen Werkes www.dwbf.de tun.