Neben der eigenen konzentrierten Leistung profitierten die Gäste auch davon, dass der Gegner wirklich derzeit auf dem Zahnfleisch kriecht, und nahezu die halbe Mannschaft ausfiel - aber auch beim FC Sand fehlten zahlreiche Akteure. Die Sander bauten von der ersten Minute einen unheimlichen Druck auf die Kahler auf und setzten mit Pressing sofort den ballführenden Spieler des Gegners schon weit in dessen eigener Hälfte fest. An einem geregelten Spielaufbau war da einfach nicht zu denken, zu stark agierte der Tabellenzweite.

Die logische Folge waren schnelle Ballverluste, und weil die Sander auch blitzschnell umschalteten, gehörte die Anfangsviertelstunde ihnen. Fast schon zwangsläufig fiel auch der Führungstreffer. Allerdings gab es da auch eine kleine Abstimmungsschwierigkeit zwischen Bastian Schwalbe, dessen Kopfball zurück zu seinem Tormann Simon Stadtmüller einen Tick zu kurz geriet.
Peter Heyer spritzte dazwischen, legte den Ball am Torwart der Kahler vorbei und schob zum 0:1 (12.) ein.

Der Gastgeber wird stärker

Wie schon in Bamberg vergangenes Wochenende war dies aber der Weckruf für die Kahler, die begannen, sich Chancen zu erarbeiten. Die erste hatte Toptorjäger Gökhan Aydin, der nach einem schönen Pass von Patrick Farbmacher in der 17. Minute knapp am langen Pfosten vorbei schoss. Nur zwei Minuten später fand Benedikt Hotz mit einer langen Flanke den Kopf von Tim Müller, doch dieser verfehlte das Ziel haarscharf. Die beiden Tormöglichkeiten verdeutlichten den Gästen aber, dass sie sich nicht auf der Führung ausruhen dürfen, und so hielten sie wieder stärker dagegen. "Bis zur Pause waren die Sander dann einfach abgezockter und von hinten heraus clever im Spielaufbau. Sie ließen sich einfach nicht richtig aus der Ruhe bringen", analysierte der Kahler Stadionsprecher Harry Parr.

0:2 in Unterzahl

Zwei Großchancen gab es aber noch. In der 22. Minute rette Stadtmüller in höchster Not gegen Tobias Krines, in der 34. Minute musste sein Pendant auf der anderen Seite, Peter Kundmüller, sein ganzes Können beweisen, um gegen Aydin den Ausgleich zu verhindern. Nach dem Seitenwechsel hatten sich die Kahler viel vorgenommen und setzten auf einiges davon um. "Wir haben in den zweiten 45 Minuten wirklich alles aus dem leeren Tank herausgeholt, hatten auch Möglichkeiten, aber selbst wenn wir uns den Punkt verdient gehabt hätten, selbst in Überzahl schafften wir kein Tor mehr", brachte es Parr auf den Punkt.

Dennis Rung (58.), Patrick Farbmacher (61.), Daniel Meßner (78.) sowie Gökhan Aydin (89.) verpassten gute Gelegenheiten. Sand kämpfte nach dem Platzverweis von Dominic Leim (72., "Gelb-Rot") aufopferungsvoll und schaffte nach einer Ecke durch Stefan Wasser das entscheidende 2:0 (80.).