Die seit Ende Oktober unterbrochene Saison der beiden Eishockey-Landesligen in der jetzigen Form wird abgebrochen. Allerdings soll nach einem Neustart zumindest die Vorrunde gruppenintern fertig gespielt werden, ohne Auf- und Abstieg. Mit dieser Absicht endete am Dienstagabend eine Videokonferenz mit Vertretern des Bayerischen Eissportverbandes (BEV) zusammen mit Verantwortlichen der insgesamt 20 Vereine.

Für Martin Reichert, der zusammen mit seinem ESC-Vorstandskollegen Andreas Kurz die Haßfurter "Hawks" vertrat, ein eher unbefriedigender Ausgang. Wie, ob und wann es definitiv weitergeht, ist nämlich nicht beantwortet. Für die Verantwortlichen am Großen Anger steht lediglich fest, für den Verein selbst eine Entscheidung spätestens bis Anfang, Mitte Dezember zu treffen. Zunächst soll erst einmal abgewartet werden, wie der BEV die Ergebnisse der Videokonferenz formuliert.

Teilnahme ist freiwillig

Bei der Konferenz wurde laut Reichert nicht nur angedacht, die Auf- und Abstiegsregel auszusetzen, falls der Spielbetrieb doch wieder aufgenommen werden könne, "vielleicht, wenn überhaupt, frühestens im Januar 2021. Allerdings stellt sicht dann die Frage, welche Mannschaften überhaupt noch antreten könnten. Es ist den Vereinen nämlich dann freigestellt, wieder zu spielen", gibt der Sylbacher zu bedenken, Doch selbst wenn der Wille da ist, wieder in den Wettkampf einzusteigen , könnte ein anderes Hindernis nicht überwunden werden: In vielen Eisstadien wurde mittlerweile das Eis abgetaut. "Gut möglich, dass sich viele Gemeinden oder die Stadien selbst dazu entschließen, kein Eis mehr aufzubereiten", macht Reichert deutlich.

Sehr ärgerlich oder zumindest fragwürdig findet er derweil die finanzielle Situation. Beispielsweise wollte er vom Verband wissen, ob bei der Regierung angefragt wurde, die anfallenden laufenden Kosten etwa für Schiedsrichter und Verbandsabgaben zu übernehmen. Immerhin gebe es aufgrund nicht zugelassener Zuschauer "null Einnahmen bei anhaltenden Kosten. Dann würden die Vereine wenigstens diese Kosten sparen." Der BEV wolle sich diesbezüglich "nach einer Prüfung" eventuell an die zuständige Stelle in München wenden.

Noch viele Fragen offen

Zudem würde das Beantragen der angekündigten staatlichen Unterstützung von bis zu 75 Prozent der Kosten nicht funktionieren. "Laut unserem Steuerberater gibt es, Stand heute, noch überhaupt kein Antragsformular. Wir konnten nichts finden, wie wir diese Hilfe bekommen können", sagt Reichert über eine Situation, die weiterhin viele Fragen und fast keine Antworten hinterlässt. Somit könnte für die Haßfurter "Hawks" die unrühmliche "Saison" 2020/2021 nach wie vor als kürzeste aller Zeiten eingehen. rn