Wohl niemand hat erwartet, dass sich bei dem Informationstermin am Freitagabend zum geplanten "Solarpark Buch" alle Wogen glätten. Dazu waren die Gegensätze von Befürwortern und Gegnern des Projekts zu verschieden. Es wird sich also erst nach dem Bürgerentscheid am 15. September entscheiden, ob der Solarpark gebaut wird oder nicht.

Es war positiv, dass Sepp Bichler von den Energiebauern aus Sielenbach, der zu dieser Veranstaltung eingeladen hatte, zum geplanten Projekt sachlich Auskunft gab, auch wenn am Anfang die Stimmung etwas angespannt war. Bürgermeister Helmut Dietz (SPD) sprach einführende Worte und freute sich, dass das Interesse der Bürger an dieser Veranstaltung groß war. Etwa 35 Personen beider Lager waren an den Panoramaweg bei Buch gekommen. Dietz machte deutlich, dass die Gemeinde nicht Genehmigungsbehörde des Projektes ist, sondern es nur baurechtlich abhandelt.

"Der Gemeinderat hat den Bebauungsplan beschlossen", sagte Dietz, nachdem Für und Wider vorher sorgfältig abgewogen worden waren. Schon einige Anträge habe die Gemeinde abgewehrt, weil die Flächen, die angedacht waren, sich nach Meinung des Gemeinderates nicht eigneten. "Wir sind überzeugt, dass wir mit den Energiebauern ein seriösen Unternehmen für das Projekt ,Solarpark Buch' haben", so Dietz. Der Meinung der Bürgerinitiative, der Gemeinde nichts Gutes zu tun, widersprach der Bürgermeister. "Wir müssen uns den geänderten Bedingungen, die durch die Energiewende kamen, stellen, ob wir wollen oder nicht." Er ist überzeugt, dass der Standort für den "Solarpark Buch" passe.

Neubürger Roland Wöger von der Bürgerinitiative warf an dieser Stelle dem Bürgermeister vor, dass er seine Neutralitätspflicht verletze, weil er für das Projekt spricht. "Gehören sie jetzt auch zu den Solarbauern?", fragte Wöger. Diese Aussage sorgte bei vielen Umstehenden für Unmut. Unter anderem gab Norbert Lohneiß, Ortssprecher aus Gleusdorf, Kontra. "Sie haben keinen Anstand, wenn Sie so etwas sagen", so Lohneiß. Hier griff Sepp Bichler ein und stellte klar, dass er Einlader und Veranstalter sei und darum bitte, die Diskussion sachlich zu führen. "Jeder bekommt das Wort, aber lassen Sie uns zivilisiert miteinander umgehen", sagte der Energiebauer. Auch Bürgermeister Dietz verbat sich den Vorwurf der Parteilichkeit und verwies auf den Bürgerentscheid. "Bis dorthin ruht das Projekt so und so."

Bürger sollen Eindruck erhalten

Sepp Bichler sagte, er habe Interesse daran, die Bürger vor dem Bürgerentscheid offen und sachlich zu informieren. "Auch deshalb habe ich zu dem heutigen Termin eingeladen." Er stellte das Projekt vor, damit man sich einen Eindruck verschaffen könne, wie die Anlage in der Gegend nach außen wirke. Er gab Ausführungen zu den Zielen der Bayerischen Staatsregierung hinsichtlich erneuerbarer Energien. "Den Preis für Stromerzeugung sollten wir immer im Kopf haben. Wir können für fünf Cent pro Kilowattstunde (kWh) liefern und sind damit marktfähig", sagte Bichler. Er gab auch darüber Auskunft, dass er als Gründer der Energiebauern und als Biobauer aktiv die Atom- und Umweltbewegungen unterstützte. Seine Firma baue seit zwölf Jahren deutschlandweit ausschließlich Freiflächen-Photovoltaikanlagen.

Die bei Buch vorgesehene Fläche sei im "benachteiligten Gebiet" und sei somit geeignet. Benachteiligtes Gebiet sei, wenn der Boden nicht so gut ist, sagte er auf die Frage einer anwesenden Frau. "Davon gibt es in Bayern 30 bis 35 Prozent", warf Roland Wöger ein. Bichler führte weiter aus, dass sein Unternehmen so aufgestellt ist, das die jeweiligen Gemeinden die Gewerbesteuer erhalten. "Das ist mir schon sehr wichtig."

Anhand einer Schautafel erklärte Bichler, dass das Sondergebiet 17 Hektar groß sei und dass man zwölf Millionen kWh pro Jahr erwarte. Die Fläche werde in extensives Grünland umgewandelt und eine Schafbeweidung sei vorgesehen. "Wir werden um die Anlage herum Randstreifen mit Heckenstrukturen zur Eingrünung und als Sichtschutz schaffen", sagte Sepp Bichler. Auch eine ökologische Ausgleichsfläche von vier Hektar werde es als Blühstreifen mit Einzelbäumen und Hecken geben.

Kohlendioxid einsparen

Auf eine Nachfrage erklärte Bichler, dass die Einspeisung des Stromes in das Netz erfolge. "Hier kommt uns das Umspannwerk in Ebern zugute." Die Frage sei, ob man die Anlage "hier wolle", sagte Wöger, aber das werde der Bürgerentscheid zeigen. Unbestritten sei, so Bichler, dass die Energiewende auch im Gemeindebereich Veränderung nötig mache. Durch die Anlage könne man 60 000 Tonnen Kohlendioxid einsparen.

Dass Solarplatten angeblich giftige Stoffe enthalten, verneinte Bichler. Allerdings müssten sie in China produziert werden, wobei der Einwand kam, dass sie dort wohl unter schlechten Bedingungen für die Menschen hergestellt werden.

Was passiert nach 20 oder 25 Jahren, wenn die Anlage Rückgebaut werden muss?, wurde gefragt. Dazu Bichler: "Die Rückbaukosten werden zugunsten der Gemeinde errechnet und eingetragen." Bevor sich die Interessenten auf einen Rundgang um das Gelände der geplanten Anlage machten, meldete sich Rolf Ospel aus Buch zu Wort. "Ich möchte hier noch mal deutlich machen, dass 70 Prozent der Bucher Bevölkerung für die Anlage oder zumindest nicht dagegen sind. 30 Prozent sind dagegen, von denen ich aber heute nur wenige sehe. Ich weiß auch nicht, was am Panoramaweg zu retten ist", so Ospel.

Beim Rundgang zeigte Energiebauer Bichler die Grenzen des Solarparks auf, erläuterte die Sichtbarkeit, von der man nichts oder nicht viel sehen werde, wenn er bewachsen ist. Auch auf die vier Hektar Ausgleichsfläche mit Blühstreifen und Hecken ging er ein. Man könne sogar darüber reden, wie von einem Vertreter des Bundes Naturschutz ins Gespräch gebracht, zwischen der Anlage einen Durchgang für Wild und Wanderer zu schaffen. Auch wäre denkbar, die vorgesehenen 3,50 Meter hohen Module auf 3,20 Metern zu verringern. Die vorhandenen Buschgruppen sollten nicht "angegriffen" werden und eventuell könne ein "Blendgutachten" erstellt werden. Über alles könne aber erst nachgedacht werden, wenn das Ergebnis des Bürgerentscheides vom 15. September vorliege.