"Was lange währt, wird endlich gut!" Dieses Sprichwort kann man auf die Entstehungsgeschichte der Seniorenwohnanlage des Unternehmens "SeniVita" in Königsberg anwenden, für die am Donnerstag der erste offizielle Spatenstich stattfand. Eigentlich etwas spät, denn kräftig gebaut wird schon seit Anfang dieses Jahres. Mit dem Bau sollte aber bereits vor drei Jahren begonnen werden.

Denn im Frühjahr des Jahres 2016 hatten Vertreter der "SeniVita"-Social Care GmbH aus Bayreuth ihre Vorstellungen für eine zukunftsorientierte Pflegewohneinrichtung in Königsberg am Lauerbach dargestellt. Danach sollte auf dem Gelände am Lauerbach zwischen der Alleestraße und der Lauerbachsiedlung ein dreigeschossiges Gebäude mit 48 Wohneinheiten und einer integrierten Tagespflege und Sozialstation entweder in U-Form oder L-Form entstehen.

Der Großteil der Stadträte war von diesem geplanten Projekt sehr angetan und trat für eine baldige Umsetzung ein. Eine Delegation machte sich dazu sogar am 16. März 2016 auf den Weg nach Hummeltal bei Bayreuth, um eine dort ansässige Einrichtung unter die Lupe zu nehmen. Sie kam mit positiven Eindrücken zurück.

Der Stadtrat machte den Weg frei für das Projekt. Doch es kam anders. Denn in einer der nächsten Sitzungen des Stadtrates musste Bürgermeister Claus Bittenbrünn mitteilen, dass sich der Baubeginn für das Seniorenwohnheim aus naturschutzrechtlichen Gründen verzögere. Auf dem geplanten Standort wurden bei Untersuchungen schützenswerte Pflanzen und der unter Naturschutz stehende "Wiesenknopfameisenbläuling" entdeckt. Der Schmetterling gilt europaweit als gefährdet und steht unter strengem Schutz.

"SeniVita" und der Stadt Königsberg blieb nichts anderes übrig, als die Entwicklung des Schmetterlings abzuwarten und eine Umsiedlung zu vollziehen. Sicherlich hat es seine Zeit gebraucht, aber es kann mit Fug und Recht behauptet werden, dass hier der Schutz der Artenvielfalt realisiert wurde. Die Umsetzung des Lebensraumes, die mit etlichen Kosten verbunden war, zog sich über viele Monate hin und war im vergangenen Jahr beendet, so dass 2019 mit dem Bau begonnen werden konnte.

Inzwischen hatte sich auch hinsichtlich der inneren Aufteilung der Wohnanlage etwas geändert, denn aus den ursprünglich 48 Wohneinheiten wurden 59 Seniorenapartments. Die Anlage ist nun endgültig in U-Form angelegt.

Bürgermeister Claus Bittenbrünn zeigte sich beim offiziellen Spatenstich am Donnerstag erfreut über den offiziellen Startschuss: "Wir sind froh, dass pflegebedürftige Seniorinnen und Senioren aus Königsberg und Umgebung bald die Möglichkeit haben, trotz Pflegebedürftigkeit hier vor Ort in der Nähe ihrer Angehörigen bleiben zu können. Mit dem Baubeginn einer modernen Pflegewohneinrichtung im Herzen der Stadt werden die Weichen gestellt, um der steigenden Nachfrage nach einem zeitgemäßen Angebot für Senioren als Alternative zum stationären Pflegeheim Rechnung zu tragen. Meine Freude heute ist deshalb begreiflicherweise groß. Ich bin - ich verhehle es nicht - auch ein wenig stolz darauf, dass ich einem Gemeinwesen angehöre, in dem so etwas möglich ist. Bereits im nächsten Sommer soll das innovative ,SeniVita'-Seniorenhaus fertiggestellt werden."

Der ausgewählte Standort an der Alleestraße mit Blick auf die Burg, zentral und doch im Grünen gelegen, ermöglicht es vielen pflegebedürftigen Menschen, nahe bei den Angehörigen bleiben und weiterhin am Gemeindeleben teilhaben zu können. Dank der zentralen Lage können die künftigen Bewohner wichtige Ziele - wie Geschäfte und Kirche - zu Fuß erreichen. Und auch für die Angehörigen ist der zentrale Standort deutlich praktischer und angenehmer als eine abgeschiedene Lage in der Peripherie.

Zum Konzept des Hauses wurde mitgeteilt: Die Bewohner sind Mieter eines Seniorenapartments, das unter anderem mit einer eigenen Küche und einem rollstuhlgerechten Badezimmer sowie Anschlüssen für Telefon, Fernsehen, Internet und Hausnotruf ausgestattet ist. Bei Bedarf kann einer der 60 Plätze der hausinternen Tagespflegeeinrichtung genutzt werden, für die im Erdgeschoss insgesamt 1000 Quadratmeter mit zusätzlichen geschützten Terrassen vorgesehen sind. 365 Tage im Jahr geöffnet, steht die Tagespflege neben den Bewohnern auch externen pflegebedürftigen Senioren offen und kann auch tageweise gebucht werden. Dritter Baustein des Pflegeangebots ist ein ambulanter Pflegedienst, den die Bewohner frei wählen können und der zusätzlich zur Tagespflege versorgt.

Die einleitenden Worte zum offiziellen Spatenstich hatte Hartmut Koschyk, Vorsitzender des Aufsichtsrates der "SeniVita"-Group, gesprochen und versichert, alles zu tun, damit das Projekt erfolgreich wird. "Wir werden Tag und Nacht dafür arbeiten." Bezüglich der Namensgebung meinte er: Da alle bisherigen Einrichtungen den Namen christlicher bedeutender Persönlichkeiten tragen und für Königsberg noch kein Name festliegt, werde man zusammen mit Pfarrer Peter Hohlweg einen entsprechenden Namen finden.

Landrat Wilhelm Schneider wies in seinem kurzen Grußwort auf die Bedeutung der neuen Einrichtung für den Landkreis Haßberge hin: "Auch diese Einrichtung von ,SeniVita' setzt das Prinzip ,Ambulant vor stationär' konsequent um. Man geht damit in besonderem Maße auf die veränderten Bedürfnisse pflegebedürftiger Menschen ein. Damit wird mit dem heutigen Spatenstich eine weitere, tragfähige Versorgungsmöglichkeit geschaffen, die zukunftsweisend ist für eine ambulante pflegerische Versorgung der Bürgerinnen und Bürger in unserem Landkreis."

Den Segen spendete Pfarrer Peter Hohlweg, der die neue Einrichtung als ein herausragendes und wichtiges Projekt für Königsberg bezeichnete. Bevor sich die Gäste des Spatenstichs einen Imbiss schmecken ließen, wurde zu den vorbereiteten Schaufeln gegriffen, die Schutzhelme aufgesetzt und der symbolische Spatenstich vollzogen. Die Teilnehmer waren: Uwe Conrad ("SeniVita", Abteilungsleiter Vertrieb), Bürgermeister Claus Bittenbrünn, Landrat Wilhelm Schneider, Gerd Schuster (Psychologe "SeniVita"), Hartmut Koschyk (Aufsichtsratsvorsitzender "SeniVita"), Caroline Güldner (Ambulante Pflege "SeniVita"), Dritter Bürgermeister Alexander Faust, Pfarrer Peter Hohlweg, Zweiter Bürgermeister Alexander Krauser, Tobias Kottara (Züblin-Bau), Marcus Engel ("SeniVita", Abteilungsleiter Bau).