"Sie lügen uns hier die Hucke voll", empörte sich mit zorniger Stimme der Richter. Anlass für den Gefühlsausbruch von Roland Wiltschka war die Aussage eines 24-jährigen Bundeswehrangehörigen, der bei einem Prozess am Amtsgericht in Haßfurt im Zeugenstand seinen angeklagten Bruder entlasten wollte.

Dieser Versuch ging voll in die Hose: Der 29 Jahre alte Beschuldigte wurde wegen Leistungserschleichung, auf gut deutsch: wegen Schwarzfahrens, und wegen Beleidigung zu einer Geldstrafe von 2100 Euro verurteilt, und gegen den falschen brüderlichen "Entlastungszeugen" wird nun wegen Falschaussage ermittelt.

Verbale Entgleisung im Zug

Strafrechtlich gesehen, ging es bei dem Strafverfahren nur um kleinkriminelle Lappalien. Die beiden Brüder befanden sich am 26. Oktober letzten Jahres, es war ein Freitag, auf der Geburtstagsfeier eines Freundes in Haßfurt.