Ob das schon eine Vorentscheidung ist!? Sowohl Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) als auch Schreiner Franz Dorsch vom Bauhof der Stadt Ebern hatten unabhängig voneinander den gleichen Favoriten Beide tippten auf die gleiche "Marktbude", ein Modell mit gewölbtem, bespanntem Dach, das Tanja Simon und Rudolf Engel gemeinsam entwickelt hatten Zehn Modelle von Buden für Markttage in der Stadt waren in der Schreinermeisterschule vom Meisterkurs 64 entwickelt und im Maßstab 1:10 gebaut worden. Jetzt wurden sie der Stadt vorgestellt.
Festgelegt ist noch nichts. Es wird wohl ein Prototyp entstehen, der auf seine Tauglichkeit geprüft wird, ehe der Bauhof, so nach und nach, die Buden schreinern wird.


Aufs Detail kommt's an

Bürgermeister Hennemann, Bauhofleiter Christian Raehse und die Mitarbeiter vom Bauhof, Franz Dorsch und Rainer Müller, warfen gemeinsam mit den jungen Planern und ihren Lehrkräften einen Blick auf die Modelle und diskutierten Details. Vor allem die Praktiker vom Bauhof hatten einige Fragen zu den Modellen.
Viele Stunden waren seit Mai dieses Jahres von den jungen Schreinern investiert worden, wie Gestaltungslehrer Thomas Herres, sagte. Die Aufgabenstellung lautete, Marktbuden zu erstellen, wobei der Werkstoff Holz im Vordergrund stehen sollte. "Kombinationen sind möglich, manchmal aus gestalterischer Sicht auch notwendig", sagte Herres.

Die angehenden Meister des Kurses waren paarweise an die Arbeit gegangen und stellten nun auch gemeinsam ihre jeweiligen Entwürfe vor, erläuterten Material und den technischen Aufbau. Kriterien wie Gewicht, die Leichtigkeit von Auf- und Abbau, feste Dächer oder Bespannung, Stollenbauweise und das Material spielten dabei eine Rolle.


Geschmackssache

Teilweise waren gewöhnungsbedürftige Modelle zu sehen, was von der Kreativität der jungen Schreiner zeugt. Sicher, manche sind dabei, die bei vielen nicht auf Gegenliebe stoßen würden.

Eine Arbeitsvorgabe war: "Marktbuden für Ebern." Diese werden vermutlich vorwiegend am Marktplatz stehen. Ob da manche Modelle hinpassen würde? Geschmackssache! Ob das vom Bürgermeister Hennemann und Franz Dorsch favorisierte Modell den Geschmack eines Großteils der Bevölkerung trifft, ist Spekulation. Entschieden, so wurde betont, ist noch nichts.


Zeugnis für Gestaltungssinn

Es wird schon noch einige Zeit dauern, bis der Stadtrat, dem die Vorschläge vermutlich ebenfalls vorgestellt werden, seine Entscheidung trifft.

Der Bürgermeister und Franz Dorsch jedenfalls versicherten, keine Absprache getroffen, das von ihnen favorisierte Modell zuvor noch nie gesehen zu haben. Hennemann freute sich jedenfalls, dass die jungen Schreiner kreativ waren. "Wir haben heute viele Modelle gesehen, die von Gestaltungssinn zeugen", sagte er und dankte für die Mühe.