Zu den Brennpunkten der Kriminalität zählt der Landkreis Haßberge sicherlich nicht, aber eine Insel der Glückseligen ist er auch nicht. Mit diesen Worten lässt sich die Sicherheitslage in den 26 Städten und Gemeinden des Landkreises beschreiben. Jede Mengen Zahlen liefern dazu die beiden Polizeidienststellen in Haßfurt und Ebern. Sie haben dieser Tage die Kriminalitätsstatistik für das vergangene Jahr 2017 vorgelegt.

"Die Bevölkerung des Landkreises Haßberge kann sich sicher fühlen", fasst Kurt Etzel, der stellvertretende Leiter der Polizei in Haßfurt, die polizeilich erfassten Daten für den Inspektionsbereich zusammen. Ähnlich äußert sich Siegbert Weinkauf, der Chef der Inspektion in Ebern: "Obwohl im Jahr 2017 eine leichte Steigerung der Gesamtfallzahlen zu verzeichnen war, bleibt das Straftatenaufkommen im Dienstbereich der Polizeiinspektion Ebern auf einem relativ niedrigen und konstanten Wert."

Die Polizei in Haßfurt ist in etwa für zwei Drittel der Fläche des Landkreises zuständig. Dort leben nach den aktuellen Zahlen über 64 000 Einwohner. Die Inspektion Ebern ist für ein Drittel der Fläche des Landkreises zuständig. Hier liegt die Einwohnerzahl bei knapp 20 000 Einwohnern.

Wie haben sich die Zahlen nun entwickelt? Insgesamt registrierte die Polizei einen Anstieg der Straftaten im vergangenen Jahr auf 2659 Delikte. Im Jahr 2016 waren es 95 Fälle weniger. Der Anstieg liegt, wenn man so will, im Bereich der üblichen Schwankungen der vergangenen Jahre. Im Raum Ebern macht die Polizei außerdem eine Serie von Sachbeschädigungen mit 63 Fällen als Hauptgrund für den Anstieg der Gesamtzahlen verantwortlich; diese Serie konnte mittlerweile aufgeklärt werden.

Die beiden Inspektionen haben die Straftaten nach den Tatorten den 26 Städten und Gemeinden im Landkreis zugeordnet. Hier gilt die einfache Regel: Je mehr Einwohner eine Kommune hat, desto mehr Straftaten werden dort verübt. Weit an der Spitze steht die Kreisstadt Haßfurt mit 666 erfassten Delikten; es folgen Ebern (367), Zeil (221), Knetzgau (182), Hofheim (176), Eltmann (175) und Ebelsbach (146). Auf dem letzten Platz liegt die Gemeinde Breitbrunn mit fünf Delikten, die im vergangenen Jahr aufgenommen worden sind.

Mit einer gewissen Erleichterung vermerkt die Polizei, dass es keine signifikanten Veränderungen bei den Gewalt- und Rohheitsdelikten gibt. Zwar gehen die Zahlen auch hier nach oben, aber zur Beruhigung kann dienen, dass es in diesen Fällen eine hohe Aufklärungsquote gibt. Die meisten Täter werden erwischt.

Bei der Aufklärung der Straftaten hat die Inspektion Ebern den Angaben zufolge einen Rekordwert erreicht. 76,7 Prozent aller Straftaten wurden 2017 aufgeklärt. Damit liegt Ebern weit über dem bayern- und unterfrankenweiten Durchschnitt (66,8 und 69,8 Prozent). Die Inspektion Haßfurt meldet eine Aufklärungsquote von 67,6 Prozent.

Die Polizei in Ebern und Haßfurt versichert, sich weiterhin für den Schutz der Bevölkerung einzusetzen. Die Beamten seien 24 Stunden am Tag an sieben Tagen in der Woche für die Menschen im Landkreis Haßberge da, versichern Kurt Etzel und Siegbert Weinkauf. Gleichzeitig bitten die Inspektionen die Bürger, die Polizei bei ihrer Arbeit zu unterstützen und sich beispielsweise, wenn es notwendig wird, als Hinweisgeber oder als Zeugen zur Verfügung zu stellen.