Christa Schlegelmilch hat Naturwissenschaften studiert, und gehört von daher ja eher zu den Verstandesmenschen. Davon ist bei bestimmten Gelegenheiten nicht viel zu spüren. Zum Beispiel, wenn sie mit ihren Pflanzen redet. Sie ist fest überzeugt, dass die es ihr danken. und so, wie es im Hof ihres Hauses in der Zeiler Hauptstraße aus einer Ecke herausstrahlt, jetzt in der Vormittagssonne, mag man das unbedingt glauben. Ein einziger Traum in Rot ist die "Prinzessin der Nacht". "Wenn der jetzt so blüht", sagt Christa Schlegelmilch über das Gewächs, und lacht verschmitzt, "dann spürt der meine Freude."
Der "Schuster"- oder Blattkaktus gilt als pflegeleicht. So schön wie heuer blüht er selten. Dabei bekam er wie jedes Jahr nach dem Winterlager nur eine Düngemittelportion und jede Woche seither etwas Wasser. In den 15 Jahren, seit Christa Schlegelmilch den Kaktus besitzt, hat er sich prächtig entwickelt. Im Hof stehen welche, die begleiten sie noch viel länger, ein langgliedriger Lulatsch etwa. Kein Kaktus, erklärt die Pflanzenspezialistin, denn diese Bezeichnung bekommen nur saftspeichernde Pflanzen aus Amerika. Vielmehr handelt es sich bei ihm um einen Afrikaner, und somit einen Vertreter aus der Familie der Wolfsmilchgewächse. Seit 30 Jahren ist der treu.
Ganz neu in der Sammlung sind einige Südfranzosen - Mitbringsel von einer Reise in das deutsche Partnerland, die in einem Kakteengarten quasi nur darauf gewartet haben, mit nach Franken zu reisen.