Im Untergrund von Pfarrweisach brodelt es: Bei Kanalinspektionen des örtlichen Kanalnetzes per Video hat das ausführende Unternehmen Kanal-Türpe viele Schäden, zum Teil schwerwiegende, festgestellt.

Bei der öffentlichen Sitzung des Gemeinderates am Dienstagabend in der Turnhalle Pfarrweisach hat der Gemeinderat erfahren, dass zum Beheben der Schäden im nächsten Jahr 205 000 Euro im Haushalt eingestellt werden müssen, wie Bürgermeister Markus Oppelt (CSU) sagte. Dafür könne die Gemeinde mit der Hälfte der Kosten an Zuschuss rechnen. "Wenn's gut geht", informierte Kämmerer Horst Junge von der Kämmerei der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Ebern das Gremium. Dem Ingenieurbüro SRP (Zeil), das den Kanal betreut, hat dazu ein Kostenangebot in Höhe von 23 000 Euro abgegeben, das der Gemeinderat einstimmig genehmigte.

In den nächsten Punkten ging es um die Trinkwasser- und Abwassergebühren für Lohr und Römmelsdorf. So müssen die Haushalte von Lohr in den nächsten vier Jahren statt 24 Cent nunmehr 28 Cent pro Kubikmeter Abwasser bezahlen. "Das sollte machbar sein", meinte Oppelt mit einem Augenzwinkern. Die Abwassermenge ist in Lohr seit der letzten Kalkulation gesunken, und zwar von 3600 auf 3400 Kubikmeter. Eine Grundgebühr wird nicht erhoben. In Lohr und Römmelsdorf wird das Abwasser über Kleinkläranlagen entsorgt. Für Römmelsdorf ändert sich nichts: Hier beträgt die Abwassergebühr in den nächsten vier Jahren wie bisher 40 Cent pro Kubikmeter. Die Abwassermenge ist in dem Dorf von 460 Kubikmeter pro Jahr auf 540 Kubikmeter gestiegen, was sich auf die Gebühren nicht auswirke, sagte Junge, weil man in den vergangenen Jahren einen Überschuss von 670 Euro vorweisen könne.

Lohr und Römmelsdorf erhalten ihr Trinkwasser von der Marktgemeinde Burgpreppach in Form eines Wasserlieferungsvertrags. Auch hier ändert sich für die nächsten zwei Jahre nichts: Zwei Euro pro Kubikmeter Trinkwasser müssen zukünftig die Haushalte der beiden Dörfer bezahlen, beschloss der Gemeinderat aufgrund der vorliegenden Kalkulation der Kämmerei. Warum die Grundgebühr hier nur 36 Euro für einen Wasserzähler beträgt, wollten die Gemeinderäte Klaus Dünisch (KUL) und Josef Kneuer (CSU) wissen, obwohl in den anderen Dörfern der Gemeinde über 50 Euro pro Jahr bezahlt werden müssen. Laut Kämmerer Junge sind die anderen Dörfer mit unterschiedlichen Anlagen und anderen Kostenstrukturen und unterschiedlichen Modellen ausgestattet, beantwortete er ihre Frage. Bei einer Gegenstimme wurde die neue Gebühr genehmigt.

Die Sperrung der Lohrer Straße in Pfarrweisach werde aller Voraussicht nach zum Wochenende aufgehoben werden, informierte der Bürgermeister. Dort sind im Moment Erdverkabelungsarbeiten im Gange. In dem Zug werde die Zufahrt zum Friedhof in Pfarrweisach - für viele Autofahrer ein Ärgernis wegen der Bodenwelle - ausgebessert, ließ Oppelt wissen. Die Erdverkabelung erstreckt sich von der Kreuzung in der Ortsmitte bis zum südlichen Ortseingang und dem Friedrich-Rückert-Weg.

In dem Zusammenhang informierte Oppelt das Gremium über einen Ortstermin mit Guntram Ulsamer, dem Kreisfachberater für Gartenbau und Landschaftspflege, auf dem Pfarrweisacher Friedhof. Hier ging es um das Anlegen von Urnengräbern, "wie es allgemein der Trend ist; dem dürfen wir uns nicht verschließen", sagte er. So soll auch in den anderen Friedhöfen der Gemeinde eine Umstrukturierung zu Urnengräbern erfolgen. Schon in der nächsten Gemeinderatssitzung soll dazu ein Vorschlag vorliegen. Die beiden Gemeinderäte Beate Giebfried (FW) und Werner Hauck (ULB) forderten, die Bürger einzubeziehen.

Dank sagte Gemeinderat Dünisch den ehrenamtlichen Helfern, die beim Sanieren des Kirchturms in Junkersdorf mitgeholfen haben. "Das sieht jetzt richtig gut aus", lautete sein Kommentar. Ebenfalls dankte er "den Vätern und Großvätern", die den Spielplatz in Junkersdorf auf Vordermann gebracht haben. Gleichermaßen dankte Oppelt den Rabelsdorfer Bürgern für ihren Einsatz beim Aufstellen der Spielgeräte für den Spielplatz in Rabelsdorf. Sein Resümee: "Die zwei Spielplätze in Junkersdorf und Rabelsdorf sind sehr ansprechend."

Wie es mit der Schilfkläranlage in Rabelsdorf weitergeht, wollte der dortige Ortssprecher Stefan Leidner wissen. Seine Frage begründete er damit, dass die behördliche Genehmigung zum 31. Dezember auslaufe. Oppelt dazu: Man habe schon bei sieben Ingenieurbüros angefragt wegen der verwaltungstechnischen Übernahme, sei aber von allen abgewiesen worden. Die Frage von Leidner, ob die Rabelsdorfer selbst ein Ingenieurbüro ausfindig machen dürfen, bejahte Oppelt.

Auch die Arbeiten für das Sanieren des Feuerwehrhauses in Rabelsdorf seien verwaltungstechnisch im Laufen, beantwortete Oppelt eine weitere Frage von Leidner. Für Anfang nächsten Jahres rechnet Oppelt mit dem Ausschreibungsszenario für die Gewerke.

Zweiter Bürgermeister Christoph Göttel (FW) zeigte sich erfreut von der Raiffeisenbank Lichtenfels-Ebern, die der Gemeinde Pfarrweisach zwei Defibrillatoren im Wert von 4840 Euro gespendet habe. Dies sei dem Einsatz von Oppelt zu verdanken, sagte Göttel. Ein "Defi" - so der Volksmund - soll in Kraisdorf im Bürgerzentrum installiert werden, das zweite Gerät in Lichtenstein, schlug Göttel vor. Einen dritten Defibrillator wolle man in Junkersdorf installieren, den die Gemeinde bezahlt, informierte Oppelt.