Wie malt man mit einfachen Tricks eine lustige, ernste oder wütende Comic-Figur? Wie lehrt man seine Figur das Laufen, das Sprechen oder das Denken? In seinen Kursen bei der Volkshochschule Landkreis Haßberge erklärt Peter Maierhofer den Kindern, wie man mit einfachen Formen eine eigene Comic-Figur zusammensetzen kann.

Doch wie war das nochmal? Kilian kratzt sich am Kopf. Zusammen mit seiner Zwillingsschwester Johanna Röth aus Zeil hat der Zehnjährige im vergangenen Herbst den Comic-Kurs besucht. Ist ja schon eine Weile her. Darum hilft Peter Maierhofer den beiden bei der Erinnerung an die Theorie auf die Sprünge.

"Zuerst haben wir uns mit den Proportionen beschäftigt, das ist ganz wichtig. Wie groß ist der Kopf, wie lang sind die Arme", sagt Maierhofer und zeichnet mit schnellen Strichen ein Männchen aufs Papier. Als nächstes geht es um die Mimik und das Gesicht.
"Augenbrauen sind immer etwas Weibliches", sagt der Bamberger. Zeigen die Mundwinkel nach oben, lacht das Gesicht. Gerunzelte Brauen verleihen ihm schnell etwas Böses.

"Speed Lines" bringen das Männchen in Bewegung - durch die Striche unter seinen Füßen, scheint es zu laufen.
Im Comic gibt es noch viele weitere Ausdrucksmöglichkeiten. Sieht Maierhofers Männchen Sternchen, hat es vermutlich einen über den Kopf gekriegt. Schwebt eine Sprechblase mit einer Glühbirne vor seiner Nase, hat es eine Idee.

Tags Beamter, abends Zeichner

"Das Entscheidende ist, dass man nicht verloren vor einem leeren Blatt sitzt, sondern mit einer Grundform anfängt. Ich fange meistens mit einem Kreis an", verrät Peter Maierhofer. Das Zeichnen hat er sich selbst beigebracht und sieht es als Hobby. Sein Geld verdient Maierhofer als Verwaltungsbeamter.
Für das Zeichnen von Karikaturen hat sich Maierhofer in den achtziger Jahren entschieden. "Da gab es nicht viel Gegenständliches in der Kunst. Also blieben nur Comics und Karikaturen", sagt er.

Seit dieser Zeit greift Maierhofer in seiner Freizeit zu Stift und Papier und hat sich in verschiedenen Kursen weitergebildet. Und mittlerweile fertigt er für verschiedene Auftraggeber Zeichnungen zu den unterschiedlichsten Themen an. Außerdem gibt er Kurse und hat seine Werke bereits in diversen Ausstellungen in der Region gezeigt. Doch zurück zum Comic. Johanna und Kilian hatten in ihrem Kurs die Aufgabe, zusammen mit den anderen Teilnehmern einen gemeinsamen Comic zusammenzubauen. Jedes Kind ein Bild.

"Hat aber nicht so geklappt", gesteht Johanna. Die Geschichte, die die Bilder erzählen (das Story-Telling) entscheidet darüber, wie spannend ein Comic ist. "Mir ist es aber ehrlich gesagt am liebsten, wenn mir einer den Text und die Grundidee liefert", sagt Peter Maierhofer.

Peter Maierhofer illustrierte folgende Bücher:

2013 Die Heiligen der Advents- und Weihnachtszeit (erschienen im Bernardus-Verlag)

2013 Bamberchä Mundart-Quizbüchlein (Heinrichs-Verlag)

2008 Eine Bamberger Weihnachtsgeschichte (Edition Hübscher im Genniges-Verlag)