"Hofheimer helfen Hofheimern", antwortet Randolf Urbanski resolut auf die Frage, warum er sich in seiner Heimatstadt ehrenamtlich engagiert. Der 60-Jährige packt gerne mit an, wenn es darum geht, hilfsbedürftige Mitbürger zu unterstützen. Darum hat der 60-Jährige dem Bürgerservice Hofheimer Land sofort seine Hilfe angeboten, als ein Fragebogen in seinem Briefkasten landete.

Mit diesen Fragebögen fing alles an. Ende 2013 verschickte sie Tobias Alt, der Manager, der Hofheimer Allianz, an alle Hofheimer Haushalte, um den Bedarf an Nachbarschaftshilfe abzuklären: Wer braucht Hilfe wobei? Und wer möchte helfen? 100 Fragebögen bekam er zurück, rund 60 Hofheimer boten ihre Hilfe an.

Gegen Entgelt

Seit gut einem Jahr vermittelt Tobias Alt nun zwischen Hilfesuchenden und Helfern. "Meistens sind das einmalige Einsätze", erklärt er. Eine ältere Dame etwa wollte wissen, wie man eine E-Mail schreibt. Eine andere kann nach einem Sturz nicht mehr die Straße kehren. Eine dritte brauchte Hilfe beim Fensterputzen. "Aber wir machen dem örtlichen Handwerk keine Konkurrenz. Wer nur nach einer günstigen Arbeitskraft sucht, den vermitteln wir weiter", stellt Tobias Alt klar.

Nach und nach soll der Bürgerservice in allen Gemeinden des Verbunds Hofheimer Allianz umgesetzt werden. In Maroldsweisach, Riedbach und Goßmannsdorf wird schon Nachbarschaftshilfe geleistet. In Burgpreppach soll das Projekt im Frühjahr starten.

Pro angefangener Stunde werden sechs Euro verrechnet. Fünf davon gehen an den Helfer, ein Euro an die Verwaltung der Hofheimer Allianz. "Wir haben lange überlegt, ob wir Geld verlangen. Aber so sind die Verhältnisse geklärt und der Hilfesuchende hat nicht das Gefühl, ein Bittsteller zu sein", so Tobias Alt.
Allianzmanager Tobias Alt, Telefonnummer 09523/5033716, info@hofheimer-land.de

Hilfe für Senioren und Kranke

Der Bürgerdienst Breitbrunn gehörte zu einem der ersten im Landkreis Haßberge. Seit März 2012 sammelt ein Bürgerbus täglich die Kinder aus den verschiedenen Orten ein und bringt sie in den Kindergarten. Dafür sind ehrenamtliche Helfer pro Jahr etwa 350 Stunden unterwegs. Das weitere Angebot richtet sich vor allem an Senioren und Menschen mit Behinderung. Darum haben vier der insgesamt rund 40 Helfer in Zusammenarbeit mit dem Pflegestützpunkt Haßberge eine Weiterbildung in Demenzpflege absolviert, um Kranke stundenweise im eigenen Zuhause betreuen zu können. Sechs Frauen haben zudem einen Kurs in häuslicher Pflege belegt.

"Uns geht es vor allem darum, pflegende Angehörige zu entlasten, damit sie einmal ausgehen oder in Ruhe einkaufen gehen können", erklärt Bürgermeisterin Gertrud Bühl. Zusammen mit Magda Künnell koordiniert sie die Nachbarschaftshilfe unter dem Dach der Gemeinde. Wer Hilfe braucht oder Hilfe anbietet, kann sich bei einer der beiden Frauen melden.

Bürgerdienst Breitbrunn, Magda Künnell, Telefon 09536/683, oder Gertrud Bühl, Telefonnummer 09536/1201
Im Juli 2013 wurde der Bürgerdienst Theres ins Leben gerufen. Gisela Kaden gehört zu den Gründungsmitgliedern und ist eine der vier Damen, die im Wechsel die Telefonhotline des Bürgerdienstes betreuen. Unter der Nummer 0151/25751479 können die Hilfesuchenden anrufen - "und bleiben selbstverständlich anonym", versichert die 61-Jährige.

Egal ob Hilfe beim Schneeräumen, ein Kaffeeplausch an einsamen Nachmittagen oder ein zusätzliches Paar Hände beim Großeinkauf - die 33 Ehrenamtlichen aus Theres helfen unentgeltlich, wo sie nur können. "Vor allem Fahrdienste und handwerkliche Hilfen sind gefragt", weiß Gisela Kaden und liefert die Erklärung gleich mit dazu: "Die Jungen ziehen weg, die Älteren bleiben und wohnen allein in einem Haus mit großem Garten. Das schafft man irgendwann nicht mehr alleine." Aber das Angebot richtet sich nicht nur an Senioren. "Wir denken auch an Alleinstehende und junge Familien, die zugezogen sind und vor Ort keine Unterstützung haben", so Gisela Kaden.
Telefonhotline Bürgerdienst Theres, Ruf 0151/25751479, werktags von 8 bis 12 Uhr

Nachbarschaftshilfe kaum gefragt

Ein etwas anderes Konzept verfolgt Knetzgau. Im Januar 2011 hat die Gemeinde dort die Gründung verschiedener Arbeitskreise für ein "Bündnis für Familie und Senioren" initiiert, dessen Ansprechpartner Gemeindemitarbeiter Thomas Zettelmeier ist. "Wir wollen durch ehrenamtliches Engagement die Familien-und Seniorenfreundlichkeit verbessern", erklärt der 33-Jährige.

Sechs Arbeitskreise gibt es in Knetzgau, die sich regelmäßig treffen. Während der Arbeitskreis Computerkurs derzeit pausiert (der bisherige Schulungsraum wird saniert), hat der Arbeitskreis "Offener Treff in Westheim" gut zu tun.

Anfang 2013 wurde der Offene Treff "Zur alten Tankstelle" eröffnet - mit dem Ziel, alle Generationen unter einem Dach zusammenzuführen. "Dazu wurden ein Seniorencafé, ein Jugendraum und ein Raum für die Krabbelgruppe eingerichtet", so Zettelmeier. Der Arbeitskreis "Sicherheit an Bushaltestellen" setzt sich für die Instandsetzung von Bushaltestellen ein und hat unter anderem erreicht, dass ein zusätzlicher Bus die Kinder von Knetzgau in das Schulzentrum Haßfurt fährt.

Wer Mitglied im Arbeitskreis "Spielplatzpaten" ist, inspiziert regelmäßig einen der 15 Spielplätze der Gemeinde und meldet Mängel an den Bauhof. Der Arbeitskreis "Veranstaltungen" entwickelt, plant und inszeniert Veranstaltungen für alle Generationen.

Der Arbeitskreis "Ehrenamtsbörse" schließlich vermittelt Babysitterdienste und Nachbarschaftshilfen. Doch die sind laut Thomas Zettelmeier kaum gefragt. "Bei uns auf dem Land findet man Nachbarschaftshilfe noch beim Gespräch überm Gartenzaun", meint er. Der Fahrdienst des Bürgerbusses, der jeden Donnerstag die acht Ortsteile der Gemeinde abklappert und nach Knetzgau fährt, sei dagegen sehr gefragt.
Bündnis für Familie und Senioren in Knetzgau, Thomas Zettelmeier, Telefon 09527/7925.

Das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement (Kobe)

Ziel
Das Koordinierungszentrum Bürgerschaftliches Engagement Landkreis Haßberge, kurz Kobe, berät kostenlos alle Bürger, die sich ehrenamtlich engagieren möchten. Kobe vernetzt die bestehenden Aktivitäten und unterstützt auch beim Umsetzen neuer Ideen.

Kontakt Landratsamt Haßberge / Kobe, Am Herrenhof 1, Haßfurt, Telefonnummer 09521/27317, kobe@hassberge.de,www.kobe.hassberge.de