Schon am Vorabend war die Spannung spürbar: Am Rande eines Fußballturniers in Breitengüßbach fragte am Sonntag die Mutter aus Baunach ihren Tischnachbarn aus Ebern: "Wie erfahre ich denn, ob ich etwas gewonnen habe, wenn Ihr morgen Euer Weihnachtspreisrätsel auflöst?" Seit Tagen schon fiebert sie der Ziehung entgegen, hat auch schon mehrfach telefonisch nachgefragt. Ein Indiz, wie beliebt das Rätsel im jährlich erscheinenden Adventsblättla der Tourismus- und Werbegemeinschaft (TWG) ist. "Da warten wir sogar in Baunach jedes Jahr darauf", verrät die Mutter. Der erste Baustein der Baunach-Allianz.

Eine Zahl, die die These der Beliebtheit der Weihnachtsbroschüre unterstreicht, lässt sich am Rücklauf der Lösungsabschnitte ablesen: Bei 10 000 verteilten Heften gingen 3668 Einsendungen (Vorjahr: 3576) ein, etliche davon richtig künstlerisch gestaltet. Vermutlich um die Gewinn-Chancen zu erhöhen.

Aber die Jury, die im Rahmen der TWG-Hauptversammlung am Montagabend im Vera Cruz die Gewinner zog, blieb unbestechlich. 140 Preise mit einem Gesamtwert von 2500 Euro gab es zu gewinnen. Die Glücklichen kommen aus einem Bereich zwischen Breitengüßbach im Süden, Stettfeld und Königsberg, Ermershausen und Ahorn sowie Bad Staffelstein im Osten. Abzuholen sind die Preise in der Apotheke am Grauturm.


Eigene "Stadt-Währung"

Neben dem Adventsblättla hat die TWG noch einen Joker im Ärmel. Den zückte Günter Dietz. Er legte die Umsatzzahlen vor, die mit dem TWG-Einkaufsgutschein erzielt werden: Das waren im Jahr 2016 4180 Gutscheine mit einem Volumen von 103 700 Euro. Seit 2010, damals 1750 Gutscheine mit einer Gesamtsumme von 42 800 Euro, nimmt die Beliebtheit dieses "EBN-Zahlungsmittels" von Jahr zu Jahr zu und "bindet Kaufkraft in der Stadt", wie Dietz unterstrich.

In ihrem Jahresbericht sprach TWG-Vorsitzende Christina Seebach-Künzel von einem bewährten Konzept, das wieder durchgezogen wurde, wobei der Kirchweihmarkt mit der "Ebern spielt"-Idee aufgewertet wurde, das fortgesetzt und ausgebaut werden solle. "Unter das Motto Ebern spielt, passt viel - vom Schafkopf bis zur Musik".


Neue Werbe-Broschüre

Neu war in diesem Zusammenhang auch das Sommer-Blättla, das nach Aussage des Machers, Frank Schilling, vor dem Mittelaltermarkt erschien und auf große Akzeptanz stieß. Auch das Adventsblättla nehme an Umfang stetig zu. "Die Werbegemeinschaft bietet als Solidargemeinschaft die Werbeplattform für Aktionen, die ein Betrieb im Alleingang kaum stemmen könnte", ist Schilling überzeugt.

Als "weitere Erfolgsgeschichte" pries Frank Schilling als stellvertretender Vorsitzender den Wohnmobil-Stellplatz, der für manche Besucher schon zur zweiten Heimat geworden sei, so lange bleiben sie.


Wohnmobil-Stellplatz ein Renner

Dies sei vor allem dem Betreuer-Ehepaar Rosi und Hans Elflein zuzuschreiben, dem Schilling mit einem Geschenk dankte. Auch lobte er die gute Zusammenarbeit mit dem Bauhofleiter Christian Raehse und der Stadtverwaltung, beispielsweise bei der Nutzung der Empore am Stellplatz, wenn der Ansturm wieder einmal zu groß werde.

In Zahlen belegte dies Fremdenverkehrsbüro-Leiterin Helen Zwinkmann. 3183 Wohnmobile wurden 2016 verzeichnet, deren Mitfahrer für 7625 Übernachtungen (Vorjahr: 7544) blieben. Die Verweildauer nehme zu.
In den Monaten Mai bis August reichten die vorhandenen Stellplätze nicht aus, sodass die Empore genutzt werden musste.


Plätze reichten kaum aus

Diese 7625 Übernachtungen würden sich positiv in der Gesamtbilanz niederschlagen. Laut Statistischem Landesamt wurden zusammen mit den meldepflichtigen Hotels und Pensionen 2016 rund 26 000 Übernachtungen verzeichnet (Vorjahr: 23 739).

Christina Seebach-Künzel blickt nach eigener Überzeugung für Eberns Geschäftswelt positiv in die Zukunft.
"Die persönliche Ansprache ist unsere Stärke und wird von den Kunden geschätzt", weiß sie aus persönlicher Erfahrung aus einem umkämpften Markt und lieferte noch ein Beispiel nach: "Die Lese-Insel beweist doch, dass Du trotz Internet-Handels auch in Ebern eine gute Chance hast."