"Wenn Kinder ihren Spielplatz selbst planen und mitbauen dürfen, gehen sie ganz anders mit dem Spielplatz um und pflegen ihn hinterher auch besonders." Dies betonte Bürgermeister Michael Ziegler bei der Eröffnung des neuen Spielplatzes in dem Eltmanner Stadtteil Lembach. Zu dem Anlass gab es in der Dorfgemeinschaft mit den Kindern eine Feier.

Ein Ziel der Stadt Eltmann ist es derzeit, alle Spielplätze in der Stadt und ihren Stadtteilen zu sanieren und auf den pädagogisch neuesten Stand zu bringen. Alle Jahre nimmt man dazu zwei Spielplätze in den Haushalt auf.

220 Einwohner in Lembach

Neben einigen Spielplätzen in Limbach, Eltmann und Weisbrunn war nun auch der 220 Einwohner zählende Stadtteil Lembach an der Reihe. Ausgangspunkt zu dieser Erneuerung ist aber überall eine "Kinder-Bürgerversammlung", bei der die Buben und Mädchen ihre Wünsche einbringen dürfen.

"Ich kenne keine Gemeinde und Stadt, wo das so gemacht wird wie hier bei uns in Eltmann. Wir holen bei der Planung und dem Bau die Kinder mit ins Boot", sagte Bürgermeister Ziegler.

Und ihnen dankte er als erstes, weil sie wirklich sehr aktiv mitgewirkt hätten. "Das ist selbst für mich ein ganz besonderer Moment, wenn in dieser Versammlung Kinder über ihren Spielplatz diskutieren. Es ist eine Freude, wenn man sieht, wie Kinder ihren Spielplatz planen."

Die Stadt gebe dazu jeweils nur den Kostenrahmen von 50 000 Euro vor. Die Kinder suchten aus Katalogen ihre Wunschspielgeräte heraus. Sie schneiden sie aus und vergleichen sogar die Preise. Ziegler schmunzelte beim Erzählen: Wenn ihnen ein Gerät zu teuer erscheint, sagen sie ganz einfach "das Gerät ist zu teuer, das nehmen wir nicht. Dafür bekommen wir schon zwei andere Spielgeräte."

Natürlich gebe es manchmal eine kleine Steigerung im Kostenrahmen, zumal man größten Wert auf gute Materialien lege und das sei bei der Robinie (Akazie) gegeben, die noch härter als Eiche sei. So beliefen sich hier in Lembach die Gesamtkosten letztlich auf 65 000 Euro.

Stadtteilsprecherin Jutta Aumüller erinnerte an die drei "Herzenswünsche der Kinder": ein zweites Tor am Bolzplatz, eine Seilbahn und eine Nestschaukel.

Eigentlich wollten sie auch eine Burg haben, aber die hätte den Spielplatz überlagert. Dafür wurde ein richtiger Kletterhügel gebaut, der oben eine Abgrenzung wie eine Burg hat und von dem auch die Rutsche nach unten führt. Jutta Aumüller nannte den Spielplatz etwas Schönes, denn er lädt auch zum Treffen mit Freunden und in der Dorfgemeinschaft ein. "Lembach ist klein, aber fein und wir freuen uns über den Spielplatz. Er soll ein besonderes Ereignis sein für die, denen er gehört und das sind die Kinder. Der Spielplatz ist für sie ein Ort zum sozialen Lernen, zum Streiten und Versöhnen und das im gemeinschaftlichen Rahmen der Dorfgemeinschaft."

Ihr Dank galt der Stadt Eltmann mit ihrem Stadtrat, Angestellten Mario Pfister und dem Bauhof, dass nun alles so schnell ging und zur Freisaison eröffnet wurde.

Eine tolle Zusammenarbeit

Die Spielplatzplanerin Tanja Potrykus sprach von einer ganz tollen Zusammenarbeit der Kinder, der Bürger und der Stadt. "Es war wirklich unglaublich, es hat alles geklappt und dazu wurde auch noch alles professionell erledigt." Ausgangspunkt war für sie ein Blatt mit den Wünschen der Kinder; mit ihnen und den Eltern habe sich etwas ganz Schönes entwickelt. Der Hügel, so die Planerin, habe sich angeboten für eine "Burg".

Dass auch das Symbol für den Stadtteil, ein Pilz in Form eines Spielgeräts dabei sein sollte, bezeichnete sie als Herausforderung. In einem Workshop mit den Kindern habe man das aber gemeistert. "Wenn die Kinder also im Vorfeld mit einbezogen werden, dann nehmen sie die Einrichtung ganz anders an, weil sie merken, sie werden ernst genommen." Gemeindereferentin Isabella Friedrich nahm dann mit den Kindern die Segnung des Spielplatzes vor und anschließend waren die Kinder, wie bei Richtfesten üblich, auch zu einer kleinen Brotzeit und Getränken von der Stadt Eltmann eingeladen.