Zwei schwer ramponierte Autos, ein Verletzter und viel Wirbel bei der Polizei sind die unmittelbaren Folgen einer Autofahrt, auf der es zwischen Hallstadt und Ebern mindestens zwei Mal gekracht hat. Mittelbar dürfte den Fahrer einiger Ärger erwarten, denn gegen ihn ermittelt das Landeskriminalamt.

Verwickelt in den Vorfall, der sich laut Bericht der Polizeiinspektion Ebern am Morgen des Fronleichnamstags ereignet hat, sind zwei 18-Jährige aus dem Raum Ebern, die im Vorfeld offenbar kräftig getrunken hatten. Zum Zeitpunkt des Unfalls hatten beide laut Polizeiangaben zwei Promille Alkohol intus.

Verdächtige streiten Schuld ab

Wer am Steuer des Unfallautos, eines Audi A3, gesessen hat konnte die Polizei bislang nicht klären, da beide jungen Männer hartnäckig abstreiten, der Fahrer gewesen zu sein."Nach ihren Angaben," so heißt es im Bericht der Polizei, "soll eine dritte Person das Fahrzeug zur Unfallzeit geführt haben."

Da vor Ort nicht geklärt werden konnte, wer tatsächlich der "Crashpilot" war, hat die Polizei die zwei Fahrzeuginsassen vorläufig festgenommen. Beide stammen aus dem Raum Ebern, einer von ihnen ist der Halter des Audi. Den grünen Wagen, der total beschädigt wurde, hat die Polizei für die Spurensicherung sichergestellt, ebenso die Kleidung der Insassen.

Die Ermittlungen hat nun vom Landeskriminalamt München übernommen. Dieses hat einen Gutachter eingeschaltet. Bis Freitag Mittag gab es zur Schuldfrage allerdings noch keine weiteren Erkenntnisse. "Das Auto bleibt erst einmal gesichert," die Ermittlungen dauern an," teilte der Stellvertretende Leiter der Inspektion Ebern, Polizeihauptkommissar Siegbert Weinkauf , auf Anfrage mit

In Hallstadt "angeeckt"

Am Morgen des Fronleichnamstags, gegen 7.45 Uhr war der grüne Audi A 3 laut Bericht der Polizeiinspektion Bamberg Land auf dem Parkplatz eines Einkaufsmarktes in der Michelinstraße in Hallstadt erstmals aufgefallen. Ein Zeuge beobachtete, wie der Wagen mit HAS-Kennzeichen den Angaben zufolge mit voller Wucht gegen einen eisernen Mülleimer fuhr, sodass dieser aus der Verankerung riss. Der Unfallfahrer setzte seine Fahrt fort, ohne sich um den Schaden zu kümmern. Der Zeuge notierte das Kennzeichen und alarmierte die Polizei, die sofort eine Fahndung einleitete, in die auch die Eberner Polizei eingeschaltet wurde. Diese Fahndung hat sich mit dem zweiten Unfall in den Haßbergen erledigt.

Zu rasant unterwegs

Gegen 8 Uhr hatte der Audi Ebern erreicht und fuhr den Kapellenstegsweg empor, um im Wohngebiet in die Sudetenstraße einzubiegen. Zeugen berichteten der Polizei, dass das Fahrzeug "mit erheblich überhöhter Geschwindigkeit" unterwegs gewesen sei.

So kam es an der Kreuzung zur Sudetenstraße zum Zusammenprall mit einem schwarzen Nissan, an dessen Steuer ein 40-Jähriger saß. Der Mann wollte von der Sudetenstraße nach links in den Kapellenstegsweg einbiegen. Durch die Wucht des Aufpralls wurde der Audi total beschädigt. Der Nissan war ebenfalls nicht mehr fahrtauglich und musste abgeschleppt werden. Den Gesamtschaden beziffert Siegbert Weinkauf mit 7000 Euro. Der Nissan-Fahrer wurde verletzt in die Haßbergklinik, Haus Ebern eingeliefert.

Weitere Zeugen gesucht

Die Beamten der Eberner Polizei stießen bei der Aufnahme des Unfalls auf Probleme. Keiner er beiden 18-jährigen Insassen , die natürlich als "tatverdächtig" gelten, wollte den Audi gelenkt haben und beide waren mit zwei Promille erheblich alkoholisiert.

Die Ermittlungen wegen Fahrerflucht und des Verdachts auf Alkohol am Steuer dauern an. Darüber, ob ein Dritter im Auto und dann womöglich am Steuer gesessen hat erhoffen sich die Beamten Aufschluss durch Hinweise möglicher Augenzeugen. Zeugen, die den Hergang des Unfalls beobachtet haben, oder denen der Audi vor dem Unfall aufgefallen ist, werden gebeten, sich mit der Polizei Ebern, Rufnummer 09531/9240 in Verbindung zu setzen.