"Drei Tage Respekt" lautete das Motto für alle Siebtklässler am Schulzentrum Haßfurt in dieser Woche. Alle drei Schulen beteiligten sich, stellten die Schüler frei für die Workshops, die Religions- und Kunstlehrer, aber auch andere Lehrkräfte brachten sich intensiv ein. Gestaltet wird das Projekt vom so genannten Living-Room, der von den Kirchen getragenen Mittagsbetreuung am Schulzentrum.

Am Runden Tisch von Jugendarbeit und Schulen wurde die Idee für "3 Tage Respekt" vor sieben Jahren geboren. Christine Kettler-Pohl, Angelika Reinhart und Tina Lorz vom "Living-Room organisieren das Projekt. "Und wir sind ganz begeistert, wie intensiv die Schulen, vor allem aber die Kinder mitmachen", erklärten sie bei einem Presserundgang.

Was im Kunst- und Religionsunterricht zum Thema Respekt erarbeitet wurde, ist an verschiedenen Stellen der Schulstraße zu sehen. Da geht es um den respektvollen Umgang mit anderen, aber auch mit sich selbst und der Umwelt.
Im Foyer der Mittelschule steht der Respekt-Baum, den der Hausmeister mit viel Geschick um eine Säule herum aufgebaut und gestaltet hat. An den Ästen hängen Zettel, auf denen steht, was die Schüler unter Respekt verstehen.


Aus dem "Living-Room"

13 Workshop-Leiter fanden sich aus den Reihen des "Living-Room", der Schulen, aber auch von extern. "Dabei ist unser Ansatz, über das Erleben das Thema zu transportieren", erklärte Tina Lorz. Deshalb überwindet eine Gruppe eine "Dschungelbrücke", was nur in Zusammenarbeit geht, eine andere spielt Rollstuhlbasketball mit Ferdinand Walter und Karl Wiesler von den "Rollenden Basketballern".

Bei den "Klimasiedlern" ging es um Klimawandel und Klimapolitik und was das mit jedem Einzelnen zu tun hat. Sich nicht so ernst zu nehmen, dazu forderte das Improvisationstheater auf unter dem Motto "Einfach mal ein Esel sein".

Dem Stress Grenzen setzen, das lernten die Teilnehmer im Workshop "Respect yourself" mit Entspannungstechniken und Achtsamkeitsübungen. Respektvoller Umgang mit der Natur bedeutet auch, Dinge nicht achtlos wegzuwerfen. Im Workshop "Upcycling" entstanden aus Stoffresten und anderen Abfallprodukten bis hin zu alten Videocassetten und leeren Kaffeekapseln dekorative oder nützliche Dinge wie etwa Kosmetiktäschchen.
Um Respekt im Netz ging es natürlich ebenfalls. Kreisjugendpflegerin Eva Pfeil erkundete mit den Jugendlichen, warum es im Internet so viel Respektlosigkeit gibt bis hin zum Cybermobbing.


Neue Regeln, neue Sprache

Sehr interessante Gespräche gab es im Workshop "Respect Culture". Emöke Beke, Gemeindereferentin der evangelischen Christusgemeinde Haßfurt, ist Ungarin. Mit Jugendlichen aus Syrien, Polen und Italien gab sie den Workshopteilnehmern die Möglichkeit, sich mit Menschen zu unterhalten, die erst im letzten Jahr, oder auch vor fünf Jahren nach Deutschland gekommen sind. Wie ist das, wenn man alle Freunde verlässt? Wenn ganz andere Regeln gelten? Wenn man erstmal die Sprache nicht spricht? "Aber die Fragen waren keine Einbahnstraße, es haben sich hier erstaunliche Gespräche entwickelt", erklärte Emöke Beke im Gespräch mit unserer Zeitung.

Ganz nebenbei kamen in den Workshops Schüler aller drei Schularten zusammen, was ebenfalls zu respektvollem Umgang beiträgt "wie das auch bei uns in der Mittagsbetreuung ist", erklärte Tina Lorz. Mit Theater endete das Projekt am Donnerstag. Die Kulturschule Leipzig führte zwei Stücke auf, für die Sechst- und Siebt-Klässler ging es um Mobbing, für die Acht- bis Zehntklässler um Fremdenfeindlichkeit.