Eberns Bürgermeister Jürgen Hennemann muss eine Niederlage einstecken. Der BRK-Kreisverband Haßberge hatte ihm anlässlich einer Blutspenderehrung im Januar eine Wette vorgeschlagen, die er spontan angenommen hatte. Konkret hatte das Bayerische Rote Kreuz gewettet, dass es der Bürgermeister nicht schaffe, jeweils 13 Mitglieder des Stadtrates und der Verwaltung zur Teilnahme am Blutspendetermin am 14. Februar zu motivieren.

"Leider hat der Bürgermeister die Wette verloren", zieht BRK-Pressesprecher Michael Will als Initiator der Aktion Bilanz. Und dies obwohl das BRK die Wette auf einen zweiten Spendetermin zwei Wochen später in Untermerzbach ausgeweitet hatte. Aus Reihen des Stadtrates und der Ortssprecher kamen zehn Personen, um bei der Erfüllung der Wette mitzuhelfen. Vonseiten der Verwaltung unterstützten die Aktion vier Mitarbeiter aus dem Bauhof, dem Kindergarten und dem Einwohnermeldeamt. Insgesamt kamen also 14 statt der benötigten 26 Personen.

Der Werbeeffekt macht's

"Letztlich geht es unter dem Strich aber gar nicht darum", sagt Will. "Vielmehr haben beide Seiten gewonnen - das BRK und die Stadt." Denn die Aktion sei auf reges Interesse in der Öffentlichkeit gestoßen und habe das Bewusstsein für die Bedeutung des Blutspendens geweckt.

"Zu dem Termin in Ebern konnten wir 189 Spenderinnen und Spender begrüßen", bilanziert Michael Will. "Alleine 17 davon waren Erstspender. Ein tolles Ergebnis." Durchschnittlich kämen zu einem Blutspendetermin in Ebern rund 140 Spender. Jürgen Hennemann findet: "Leider haben wir verloren. Aber das ist egal, die Wette war eine gute Sache."

Hilfe als Wetteinsatz

Bei einer der nächsten Altkleidersammlungen des Roten Kreuzes - aufgrund der Corona-Krise steht ein Termin aktuell noch nicht fest - wird Bürgermeister Jürgen Hennemann seinen Wetteinsatz einlösen und tatkräftig bei der Altkleidersammlung mithelfen. Auch einige Stadträte haben seiner Auskunft nach ihre Bereitschaft zur Mithilfe signalisiert.

Das BRK hatte als Wetteinsatz angeboten, für den Stadtrat kostenfrei einen Kurs "Fit in Erster Hilfe 50plus" durchzuführen, einen Kompaktkurs von drei Stunden für Menschen ab dem 50. Lebensjahr. Das Rote Kreuz hat sich entschieden, dem neuen Stadtratsgremium diesen Kurs trotzdem anzubieten, wie Michael Will mitteilt. "Somit haben wir sprichwörtlich eine Win-Win-Situation". Und an dem Kurs dürfen auch die unter 50-Jährigen aus dem Gremium teilnehmen.

Auch jetzt zum Blutspenden gehen

Blutspenden ist aktuell besonders wichtig. Denn Kranke und Verletzte sind unabhängig von der Corona-Krisensituation auf Blutspenden angewiesen. Das Bayerische Rote Kreuz bietet im April im Kreis Haßberge drei Spendetermine an:

Dienstag, 14. April: Rotkreuzhaus Haßfurt.

Freitag, 17. April: Frauengrundhalle Ebern. Montag, 20. April:Rotkreuzhaus Hofheim, jeweils von 15 Uhr bis 20.30 Uhr. Für den Spendetermin in Ebern, weicht das Rote Kreuz wegen der Platzkapazitäten vom Rotkreuzhaus in die Frauengrundhalle (Graf-Stauffenberg-Straße 1) aus.

Aufgrund der Krisensituation kommt es zu Änderungen im Ablauf. Am Eingang der Spendenlokale werden die Gäste durch Aushänge über die besonderen Vorkehrungen im Zuge des Corona-Virus informiert.

Nur wer sich gesund und fit fühlt, keinen Kontakt zu einer mit Covid-19 infizierten Person hatte und nicht in einem Risikogebiet war, darf spenden. Sicherheitshalber wird bei jeder Person an der Stirn Fieber gemessen. Nach der Blutspende und einer kurzen Ruhephase, erhalten die Blutspender dieses Mal keine Brotzeit vor Ort. So soll der Aufenthalt auf das unbedingt notwendige Minimum begrenzt werden. "Stattdessen gibt es für die Spender ein Lunchpaket zum Mitnehmen", sagt BRK-Pressesprecher Michael Will.

"Erfreulicherweise stellen wir fest, dass die Bürger im Landkreis Haßberge auch in der aktuellen Situation eine hohe Bereitschaft zum Blutspenden an den Tag legen", sagt Michael Will.

Zu den beiden zurückliegenden Spendeterminen in Zeil und Ebelsbach seien 255 Frauen und Männer gekommen. Darunter waren nach Mitteilung von Ingrid Böllner, Beauftragte für das Blutspenden im BRK-Kreisverband, in Zeil zwölf und in Ebelsbach sogar 23 Erstspender. mic