Eine groß angelegte Vermisstensuche hat am frühen Mittwochmorgen ein glückliches Ende genommen.

Die seit dem Nachmittag vermisste 31-jährige Frau wurde rund zwölf Kilometer Luftlinie von ihrem Wohnort entfernt gefunden. Sie wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Was war passiert?

Rund 115 Frauen und Männer von Feuerwehren, Polizei, Bayerischem Roten Kreuz und anderer Hilfsorganisationen waren stundenlang im Einsatz, bis spät in der Nacht die erlösende Nachricht vom Auffinden der Frau gemeldet wurde. Die 31-Jährige aus einem Eberner Stadtteil hatte am Dienstagnachmittag, vermutlich gegen 15.30 Uhr, ihre Wohnung mit unbekanntem Ziel verlassen. Nach Angaben der Polizei versuchte ihre Mutter sie telefonisch über Handy zu erreichen, was allerdings misslang.

In Sorge um ihre Tochter verständigte die Mutter schließlich die Polizei, wie der Eberner Dienststellenleiter Detlef Hauck mitteilte. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass der jungen Frau etwas zugestoßen sein könnte, leitete die Polizeiinspektion Ebern umgehend erste Maßnahmen ein. So wurde zunächst im näheren Umfeld der Wohnung und bei Bekannten nach der 31-Jährigen gesucht.

Als sämtliche Bemühungen nicht zum Auffinden führten, ließ die Polizei gegen 22 Uhr schließlich über die Integrierte Leitstelle Schweinfurt den BRK-Einsatzleiter Rettungsdienst alarmieren, um weitere Maßnahmen abzusprechen. Kurz darauf wurden zahlreiche Einheiten von Rettungsdienst, Schnelleinsatzgruppen, Rettungshundestaffeln sowie der Feuerwehren aus der Umgebung alarmiert.

Polizeihubschrauber im Einsatz

Unterdessen kreiste bereits der Polizeihubschrauber "Edelweiß 4" aus Roth im Nachthimmel über Ebern und suchte aus der Luft nach der 31-Jährigen. Dabei kam neben einem starken Suchscheinwerfer vor allem eine Wärmebildkamera zum Einsatz. Die Suche konzentrierte sich zunächst auf ein großes Waldgebiet zwischen Unterpreppach und Reutersbrunn, rund um den Hohlen Stein. Wie die Polizei erfahren hatte, sei die Frau in diesem Bereich des Öfteren als Joggerin unterwegs.

Während der Polizeihubschrauber unablässig die Suche fortsetzte, trafen sich die Einsatzkräfte im Rotkreuzhaus in Ebern im großen Lehrsaal zu einer Lagebesprechung und legten anhand von Kartenmaterial die Suchgebiete fest, die schließlich von Rettungshunden in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr durchstöbert wurden.

Die Feuerwehr fuhr zahlreiche Waldwege ab. Zwischenzeitlich war der Polizeihubschrauber am Sportplatz in Unterpreppach gelandet, die Besatzung wurde von der Feuerwehr zur Lagebesprechung nach Ebern gefahren.

Rettungshundestaffel unterstützt

Insgesamt wurden neun Rettungshundestaffeln aus Unter- und Oberfranken alarmiert, die nach und nach am Lagezentrum am Rotkreuzhaus in Ebern eintrafen. Die Einsatzleitung seitens des Rettungsdienstes hatte René Rebhan. Insgesamt standen fünf Mantrailer sowie 13 Flächensuchhunde zur Verfügung, wie Wolfgang Amend als Abschnittsleiter von der BRK-Rettungshundestaffel Haßberge sagte. So waren schließlich insgesamt 18 Rettungshunde mit 30 Hundeführern und Helfern im Einsatz.

Alarmiert waren die BRK-Rettungshundestaffeln Haßberge, Rhön-Grabfeld, Bad Kissingen und Coburg sowie die Rettungshundestaffeln des ASB Schweinfurt, Coburg-Land und Kronach, der Johanniter Schweinfurt und der Feuerwehr Sömmersdorf.

Die einzelnen Teams wurden in vorher festgelegte Suchgebiete geschickt und von ortskundigen Kollegen der Feuerwehren dorthin gelotst. Ein Mantrailer wurde an der Wohnung der Vermissten angesetzt und nahm von dort die Suche auf. Später wurde im Waldstück zwischen Unterpreppach und Reutersbrunn ein Handschuh aufgefunden; die Mutter der Vermissten identifizierte ihn als Kleidungsstück ihrer Tochter.

Bedingungen waren schwierig

Intensiv suchten die Rettungshunde und ihre Hundeführer bei völliger Dunkelheit, in unwegsamen und felsigem Gelände und später auch bei einsetzendem Regen nach der Vermissten. Gegen 2.45 Uhr, rund vier Stunden nach Beginn der Suchmaßnahmen, kam dann die erlösende Nachricht, dass die 31-Jährige in Edelbrunn, einem Gemeindeteil von Breitbrunn, gefunden wurde.

"Leicht beeinträchtigt, aber gesund", wie Polizeieinsatzleiter Detlef Hauck mitteilte.Wie die Frau nach Edelbrunn gekommen ist, ob sie die rund zwölf Kilometer lange Strecke von ihrem Wohnort aus dorthin zu Fuß zurücklegte und weshalb, konnte zunächst nicht geklärt werden. Die Ermittlungen der Polizei dazu dauern an.

Anwohnerin gibt Hinweis

Eine Anwohnerin war in Edelbrunn beim Blick aus ihrem Fenster auf die junge Frau aufmerksam geworden, nachdem der Hund der Einwohnerin durch Bellen angeschlagen hatte. Daraufhin entdeckte sie die 31-Jährige an der Bushaltestelle und wählte die Nummer der Polizei.

Sofort machte sich eine Streifenbesatzung auf den Weg, um einen möglichen Zusammenhang mit dem Vermisstenfall zu prüfen. Die Frau an der Bushaltestelle konnte durch die eintreffenden Beamten tatsächlich als die Gesuchte identifiziert werden. Von der BRK-Rettungswache Eltmann wurde daraufhin ein Rettungswagen entsandt, der die junge Frau nach einer Erstuntersuchung zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus brachte.

Die Nachricht, dass die Vermisste wohlauf gefunden wurde, sorgte bei allen Einsatzkräften für Freude. Erst am vergangenen Donnerstag musste nahe Theres ebenfalls mit einem Großaufgebot nach einem vermissten Mann gesucht werden; er konnte leider nur tot in einem Waldgebiet aufgefunden werden.

Insgesamt waren 115 Einsatzkräfte vor Ort. Rund 50 von Rettungsdienst, der Schnelleinsatzgruppe "Information und Kommunikation" der Bereitschaft Eltmann, der SEG Verpflegung aus Hofheim sowie BRK-Einsatzleiter René Rebhan. Mit 53 Helfern waren die Feuerwehren Ebern, Unterpreppach, Heubach, Reutersbunn, Eichelberg, Rentweinsdorf, Eyrichshof und Jesserndorf unter Einsatzleiter David Pfeufer und mit Unterstützung von KBI Thomas Habermann und KBM Jonas Ludewig an der Suche beteiligt. Die Polizei war mit mehreren Streifen aus Ebern und Haßfurt sowie einem Polizeihubschrauber unter Einsatzleitung von Detlef Hauck mit zwölf Beamten beteiligt.

Bei der Abschlussbesprechung aller Einsatzkräfte lobte Gesamteinsatzleiter Polizeihauptkommissar Detlef Hauck die reibungslose Zusammenarbeit aller an der Suche Beteiligten. "Ich bin schwer beeindruckt, wie viel Manpower hier zusammengekommen ist und wie die unterschiedlichsten Hilfsorganisationen Hand in Hand arbeiten", sagte er. Ebenso bedankten sich David Pfeufer, René Rebhan, Thomas Habermann und Hundeführer Wolfgang Amend für die gute Zusammenarbeit.