Isabella Fella, die Gauschützenkönigin aus Würzburg, trägt nun für ein Jahr auch die Schützenkette des Bezirks Unterfranken. Beim Unterfränkischen Bezirksschützentag in Zeil wurde sie am Sonntag als Bezirksschützenkönigin proklamiert. Diese Ehre sicherte sie sich mit einem 16,6-Teiler im Schießwettbewerb aller unterfränkischer Gaukönige und Gauköniginnen.


Vertreter von 62 Vereinen in Zeil zu Gast

62 Schützenvereine aus ganz Unterfranken kamen am Sonntag nach Zeil und sie zeigten eindrucksvoll, dass das Schützenwesen in Franken lebendig ist und die Tradition bewahrt. Nach dem Gottesdienst in der Stadtpfarrkirche formierte sich ein eindrucksvoller Festzug, den neben einigen Blaskapellen aus dem Landkreis Haßberge auch Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel, Landrat Wilhelm Schneider, Schweinfurts stellvertretende Landrätin Christine Bender, BLSV-Bezirksvorsitzender Günter Jackl, Kreisvorsitzender Gerald Makowski und Pfarrer Michael Erhart begleiteten - und Böllerschüsse vom Zeiler Käppela und vor der Tuchanger-Halle.


Vorzeige-Sportler in Bayern

Die war dann für den Bezirksschützentag und die Jahresversammlung des Schützenbezirks Unterfranken bestens gefüllt. Bürgermeister Thomas Stadelmann begrüßte als Hausherr. Landrat Schneider lobte die Schützenvereine für ihr Engagement, vor allem in der Jugendarbeit, und Landtagsabgeordneter Steffen Vogel gratulierte zu den drei bayerischen Schützen-Medaillen der Sommer-Olympiade.

Der Freistaat wisse das zu schätzen, vor allem aber die Leistung der Schützenvereine im Breitensport. Deshalb seien die Fördermittel aufgestockt worden. Wie sein Landtagskollege Volker Rüth vom Untermain betonte er, dass verschärfte Waffengesetze nicht automatisch die Sicherheit erhöhen. Im Gegenteil wandten sie sich dagegen, Jäger und Sportschützen unter einen Generalverdacht zu stellen. Gerade diese zeichneten sich durch einen verantwortungsvollen Umgang mit ihren Waffen aus.

Die Bezirk-Schützemeister Matthias Dörrie und Ulrich Schmitt nutzten die Gelegenheit, die Abgeordneten trotz der Mittelerhöhung auf den Antragsstau für Schützenheim-Bauten und -sanierungen hinzuweisen. Wie wichtig die Rahmenbedingungen wie Schützenheime und Schießanlagen sind, betonte auch BLSV-Bezirksvorsitzender Günter Jackl. "Geld, das in Sport- und Schützenvereine investiert wird, ist gut angelegt," erklärte er mit Blick auf die anwesenden Politiker. Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel schloss sich dem Dank an die Ehrenamtlichen in den Vereinen an, die die Tradition bewahren, die Vereine aber auch modern aufstellen.


Ein ereignisreiches Jahr für die Schützen

Der dritte Landesschützenmeister Dieter Vierlbeck blickte auf ein ereignisreiches Jahr für den Bayerischen Schützenbund zurück, denn drei Olympische Medaillen aus Bayern, "das gab es noch nie", strahlte er. Neben dem Medaillen-Erfolg stehe aber auch ein Mitglieder-Erfolg. Nach langer Durststrecke seien Zuwächse in den Schützenvereinen zu erkennen, "weil in den Vereinen und den Bezirken eine hervorragende Arbeit geleistet wird." Die Rahmenbedingungen für den Schießsport müssten stimmen.

Das betreffe zum einen die Sportstätten, ob für Kleinkaliber- oder Bogenschützen, zum anderen aber auch die gesetzlichen Vorgaben. Die EU-Feuerwaffen-Richtlinie habe für viel Unruhe gesorgt, gerade auch die bayerischen Abgeordneten hätten dafür gesorgt, dass die Belange der Sportschützen berücksichtigt wurden. Zu den neuen Anforderungen an die Waffenschränke erklärte er, dass der Zugang zum Schrank entscheidend sei, weniger die Sicherheitsklassifizierung. Die Sicherheit sei ein großes Anliegen auch der Schützenvereine, "aber alles muss auch sinnvoll und erschwinglich sein", erklärte Vierlbeck.


Neue wichtige Disziplinen

Intensive Bemühungen gebe es in der Nachwuchsförderung, ob am ersten Sportgymnasium in München, oder direkt in den Vereinen. Wichtig seien auch neue Disziplinen, wie aktuell das Blasrohr-Schießen. Vierlbeck lud ein, die Fortbildungsangebote des Schützenbundes anzunehmen und sich in der Jugendarbeit zu engagieren.

Seinen ersten Jahresbericht als Bezirksschützenmeister gab Mathias Dörrie ab. Er zeigte die Erfolge in den unterschiedlichsten Disziplinen bis hin zu Weltmeistertiteln auf; so war 2016 eines der erfolgreichsten Sportjahre des Bezirks Unterfranken. Leider sei die Finanzierung der neuen Jugendbegegnungsstätte noch nicht geklärt, deshalb müsse man hier Geduld haben. Der Schützenbezirk Unterfranken zählt derzeit 309 Mitgliedsvereine mit 32 862 Mitgliedern, darunter 1600 im Schüler- und 1382 im Jugend-Bereich, 1141 Junioren und 7770 Damen.

Sehr positiv fielen auch die Berichte des Bezirkssportleiters Volker Rühle, der Bezirksdamenleiterin Michaela Hobner und des stellvertretenden Bezirksjugendleiters Dominik Ostheimer aus.


Zweite Bezirks-Damenleiterin ist Heidi Schmitt

Eine einzige Wahl stand auf dem Programm: Mit Heidi Schmitt aus dem Schützengau Rhön-Grabfeld wurde eine zweite Bezirks-Damenleiterin gewählt.


Zahlreiche Ehrennadeln wurden vergeben


Ehrennadel BSSB klein-rot Mathias Dörrie, Siegbert Hofmann, Heinz Fenn und Gerald Peter

Ehrennadel BSSB groß-rot amtierende Bezirks-Schützenkönigin Anja Bürki, Monika Ripperger, Georg Berwind, Joachim Kümmet, Arno Röder, Werner Hermann, Manfred Kuhn, Michael Meindl, Manfred Rüthlein und stellvertretender Bezirksschützenmeister Uli Schmitt

Ehrenkreuz Stufe 3 in Bronze Bezirksdamenleiterin Michaela Hobner und Bezirksschriftführerin Vera Nätscher

Ehrenkreuz Stufe II DSB in Silber Hubert Backmund, die Medaille am grünen Band ging an Wolfgang Kraft aus Eibelstadt, Rainer Münsterer aus Würzburg und Thomas Müssig aus Dorfprozelten.

Ehrenkreuz Die höchste Auszeichnung, die der Schützenbezirk zu ergeben hat, das Ehrenkreuz in Gold, wurde an Lothar Klühspies aus Birkenfeld und Dieter Spiegel aus Marktheidenfeld verliehen. Spiegel ist seit sage und schreibe 1968 Gau-Schatzmeister in der Rhön.

Ehrenmitglied Zum neuen Ehrenmitglied ernannte die Bezirksversammlung Wolfgang Kraft für fast 35 Jahre im ehrenamtlichen Einsatz für das Schützenwesen in Unterfranken.