"Meine Stimme. Für Gott und die Welt." Unter diesem Motto waren am Sonntag in der Pfarreiengemeinschaft "Gemeinsam unterwegs" Ebern-Unterpreppach-Jesserndorf 3734 Wahlberechtigte aufgerufen, in ihren Kirchengemeinden Pfarrgemeinderäte zu wählen. Insgesamt 1302 Katholiken machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch und stärkten damit der Arbeit der Ehrenamtlichen in der Kirche den Rücken.

Wie ernst man die Wahl nahm wurde in der Pfarrei Unterpreppach deutlich, wo wegen Stimmengleichheit sowohl beim Rennen um Platz eins als als bei Platz sechs das Los entscheiden musste, weil die Kandidaten gleich viele Stimmen aufsich vereinigen konnten.

Gemeindeleben mitgestalten

Pater Rudolf Theiler zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung erfreut sich über die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, Kirche vor Ort aktiv mitzugestalten. "Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, sich einer Wahl auszusetzen." Bei Gesprächen im Vorfeld mit den Kandidaten habe er den Eindruck gewonnen, dass sie ihre Kandidatur nicht nur als Pflichterfüllung empfänden, sondern das Leben in den Pfarreien aktiv mitgestalten möchten. Das gelte vor allem aber für das Bestreben, Anliegen aus der Gemeinde in die Gremien einzubringen und zu diskutieren.

Für Theiler ist der Pfarrgemeinderat Leitungs- und Beratungsgremium in allen Fragen rund um die Kirche. In der Pfarrei Ebern sei in den nächsten Jahren die Gestaltung des neuen Pfarrzentrums ein zentrales Thema. Es gelte, das Haus mit Leben zu füllen. Als Aufgabe der neuen Pfarrgemeinderäte führte er an, das Gemeindeleben zu fördern, die Arbeit der verschiedenen Gruppen zu unterstützen und Wege zu finden, die Jugendarbeit noch mehr zu stärken.

Für Franziska König, eine Wählerin, die am Sonntagnachmittag zum Urnengang ins Sängerheim kam, gehört das Wählen "einfach dazu". König: "Ich habe die Kandidaten gewählt, die mir sympathisch sind", versichert sie. Sie gehe zu allen Wahlen, egal ob kirchlich oder politisch. "Das gehört zur Wählerpflicht", sagt sie. Den Pfarrgemeinderat hält sie für wichtig, er unterstütze die Hauptamtlichen in ihrer Arbeit. Und er sollte auch entsprechend Beachtung finden, "denn die Mitarbeit von Laien in der Kirche ist sehr wichtig". Wäre Briefwahl einfacher? "Ach was, Briefwahl mache ich, wenn ich alt bin", sagt die über 70-Jährige und verabschiedet sich Richtung Café.

Mitbestimmung gestärkt

Er sei zwar kein regelmäßiger Kirchgänger, sagt Herbert Steinrichter, findet das Engagement von Ehrenamtlichen im Pfarrgemeinderat aber wichtig. "Deshalb gehe ich wählen." Auch er hat einen Spaziergang mit dem Wahlgang verbunden. Ob ihm Briefwahl lieber wäre? Für ältere Menschen sei Briefwahl sicher prima, aber wer gut zu Fuß ist, könne doch ins Wahllokal gehen. "Da sieht man die Leute auch mal persönlich", freut sich Steinrichter.

Durch allgemeine Briefwahl ließen sich vielleicht mehr Gemeindemitglieder zur Wahl gewinnen, aber für Alexander Hippeli ist das nicht entscheidend. Auch er hat am Sonntagnachmittag seine Stimme im Sängerheim persönlich abgegeben. Das gehört für ihn einerseits zur Bürgerpflicht, andererseits werde mit jeder Stimmabgabe auch die Mitbestimmung der Kandidaten in den Pfarrgemeinderäten gestärkt.