Landwirtschaft: Markthalle für regionale Produkte
Fell sprach sich für Biokultur in der Landwirtschaft aus. Die Humusbildung leidet unter Monokultur. Konkrete Anregung ist eine Markthalle für den Landkreis, in der die Bauern ihre Produkte anbieten sollen. So kann die Versorgung durch regionale Lebensmittel gestärkt werden.
In einem anderen Workshop ging es um Mobilität und den ausgebauten Individualverkehr. Zu Debatte standen Modelle aus anderen Landkreisen. Die Besucher sprachen besonders über ein ausgebautes "Car-Sharing"-Netz. Wichtig sei ein Konzept, das für den Landkreis funktioniert und an die Bedürfnisse der Bürger angepasst ist, wie es hieß.
Woran es hapert, das ist immer das mangelnde Engagement. Die Bürger müssen sich selbst beteiligen, erklärte Max Riedel, der die Gruppe "Bürgerbeteiligung" betreute. Im Workshop "Wohnen und Bauen" sprachen die Teilnehmer über effektives Leerstands- und Sanierungsmanagement, ebenso über gemeinschaftliches Wohnen und Generationsleben.
Mittelschule in Zeil plant Waldlehrpfad
Im Bereich "Schule und Leben" setzte sich eine andere Gruppe mit effektivem und nachhaltigem Lernen auseinander. Bettina Kunkel von der Mittelschule in Zeil stellte ein Projekt vor, das sie mit ihrer Schule umsetzen will: ein grünes Klassenzimmer. Im Wald soll ein dauerhafter Waldlehrpfad entstehen. Hier sollen die Kinder mit allen Sinnen die Natur erfahren. "Man kann jedes Thema in den Wald bringen", erklärte sie, hier es sollen auch Fächer wie Mathematik unterrichtet werden.
Die Kinder bauen dann, wie sie erklärte, eine tiefere Verbindung mit der Natur auf. Das Gymnasium in Haßfurt plant statt der bisherigen Ballon-Aktion (Wünsche für die Zukunft werden in die Luft entlassen) für ihre fünften Klassen zu Beginn ihres ersten Schuljahres künftig Baumpflanzungen. Nele Markfelder erklärte, die Bäume seien nicht nur gut für das Klima, sondern hätten einen stärkeren symbolischen Charakter, da sie mit den Kindern mitwachsen.
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Fazit: "Nachhaltiges Handeln muss zum Mainstream werden", erklärte Hans-Josef Fell. Deshalb müsse der "moralischen Überforderung" der Menschen entgegengewirkt werden, um ein Umdenken und eine Wende anzuregen, führte Harald Klimenta aus.
Klimenta ist Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat von Attac Deutschland und fordert eine Wachstumswende. Wachstum ist ihm zufolge nicht alles. Das Nachdenken darüber werde durch eine scharfe Rhetorik behindert und führe zu einer Spaltung der Gesellschaft. Doch genau Austausch und Vernetzung zeigen Wege auf, das wurde bei seinen Worten deutlich. Individualismus ist schön und gut. Aber, wie Kunkel unterstrich:"Wir müssen Lösungen gemeinsam erdenken."