Der Gemeinderat Wonfurt hat sich in diesem Jahr viel vorgenommen und einen Vermögenshaushalt aufgestellt, der den Vorjahreshaushalt um mehr als 50 Prozent übersteigt. Gleichzeitig erhöht sich der Verwaltungshaushalt um rund acht Prozent. Weil der Vermögenshaushalt nur mit einem Kredit finanziert werden kann, hat das Gremium in seiner Sitzung am Montag auch darüber diskutiert, wie es künftig die Einnahmen der Gemeinde verbessern kann.

Der Verwaltungshaushalt 2015 hat einen Umfang von 2,91 Millionen Euro, während der Vermögenshaushalt mit einer Summe von 1,48 Millionen Euro schließt. Die Zuführung zum Vermögenshaushalt erreicht 111 000 Euro, was Kämmerer Markus Hahn als "eigentlich zu gering für große Maßnahmen" bezeichnete.

"Um die künftigen Aufgaben finanziell bewältigen zu können, wird es unumgänglich werden, beitragsfähige Maßnahmen auch tatsächlich umzulegen", so der Kämmerer.

Bürgermeister Holger Baunacher griff diese Erklärung auf und teilte mit, dass er ein Konzept für eine Haushaltkonsolidierung plane. So sollten Ausgaben und Einnahmen bewertet werden, um die einen zu senken und die anderen zu erhöhen. "So weh es tun wird, wir müssen auch an der Schraube der Hebesätze für die Grundsteuer und Gewerbesteuer drehen", kündigte er angesichts der anstehenden größeren Investitionen an.

Da Wolfgang Thein betonte, dass auch Ausbaubeiträge wieder erhoben werden sollten, sagte Baunacher: "Bei der nächsten größeren Maßnahme werden wir die Beitragsfähigkeit prüfen und überlegen, welche Kosten wir umlegen können." Allerdings müsse die Bevölkerung im Vorfeld rechtzeitig informiert werden. Dazu müsse man zehn bis 15 Jahre in die Zukunft hinein planen.

Die Schulden, die Ende 2014 rund 1,163 Millionen betrugen, werden zum Ende dieses Jahres voraussichtlich auf rund 1,539 Millionen Euro steigen.

Größte Einnahmequellen der Gemeinde im Verwaltungshaushalt sind die Einkommenssteuerbeteiligung einschließlich der Ersatzleistungen (930 000 Euro), die Schlüsselzuweisungen (535 300 Euro), die Benutzungsgebühren und ähnliche Entgelte (451 250 Euro) und die Gewerbesteuer (250 000 Euro).

Die fünf größten Investitionen fließen in die Erschließung des Baugebiets Bodenfeld in Wonfurt (203 0000 Euro), den Grunderwerb im Gewerbegebiet (200 000 Euro), den Radweg von Wonfurt nach Horhausen (161 000 Euro), die Sanierung der Schule Dampfach (90 000 Euro) und den Bauhof (110 700 Euro).

Bürgermeister Holger Baunacher informierte den Gemeinderat auch darüber, dass der Pendlerparkplatz am Autobahnzubringer laut dem Staatlichen Bauamt Schweinfurt komplett hergerichtet werde. Der Weg in den Wald und der Weg zur Grünschnittdeponie würden asphaltiert und die Parkplätze geschottert werden.

Abnahme bei Loacker

Wie der Bürgermeister bekannt gab, hat bei der Firma Loacker in Wonfurt die Abnahme stattgefunden. Bei den drei Terminen seien das Bayerische Landesamt für Umwelt, der TÜV SÜD, der Kreisbrandrat, das Landratsamt mit verschiedenen Fachbehörden und die Gemeinde Wonfurt vertreten gewesen. "Alle Tests waren erfolgreich", so Baunacher, der einen umfassenden Bericht ankündigte. "Lediglich ein paar Nacharbeiten, unter anderem in der Dokumentation, muss die Firma noch erledigen."
Karl Hellwig zeigte sich verwunderte, dass die BI "Lebenswertes Wonfurt" zu den Terminen nicht eingeladen war. Er warte außerdem immer noch auf die Veröffentlichung des Genehmigungsbescheids des Landratsamtes im Internet. Baunacher sagte zu, diesbezüglich nachzufragen.
Der Gemeinderat hat in der Sitzung am Montagabend auch beschlossen, 75 Prozent der verbesserungs- und beitragsfähigen Kosten der Kanalerneuerungen in Dampfach auf die Einwohner umzulegen.

Dampfach: Ratenzahlung möglich

Die Dampfacher erhalten die Möglichkeit, in den nächsten drei Jahren jährlich zwei Raten zu zahlen. Wie berichtet, waren die Dampfacher vor kurzem in einer Bürgerversammlung über die Sanierungsmaßnahmen, die Erstellung der Aufmaße und die Berechnungsgrundlagen für den Verbesserungsbescheid informiert worden. Demnach betragen die umlagefähigen Kosten 900 073 Euro, so dass 675 055 Euro umgelegt werden. In diesen Kosten enthalten sind auch die Arbeiten des zweiten Bauabschnitts in der Seeäckerstraße, der Seestraße und im Plochweg. Diese sollen in den nächsten drei Jahren erledigt werden. Es wird demnächst ein Bescheid für die Vorausleistungen erstellt, die Endabrechnung der Maßnahme soll nach Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts erfolgen. Wer eine Ratenzahlung in Anspruch nehme, brauche keine Zinsbelastung zu fürchten, so Baunacher.