Er präsentierte sein Zwischenzeugnis aus der fünften Klasse aus dem Jahr 1974 und spannte damit einen Bogen über 40 Jahre. Gut, dass Bürgermeister Jürgen Hennemann (SPD) damals die Orientierungsstufe der Gesamtschule und damit beide Zweige besucht hat. Dort lernte er Bruch- und Prozentrechnen nach einem Lehrplan, den Lehrer aus Hauptschule und Gymnasium selbst konzipiert hatten. Damals war die Hauptschulkonzeption ein bayernweites Pilotprojekt, wie beim Festakt zum 40-jährigen Bestehens des Neubaues am Mittwoch deutlich wurde.

Hennemann hat damals Bruch- und Prozentrechnen gelernt, nach Formeln wie sie der spätere Hauptschul-Konrektor Walter Schmidt zusammen mit Kollegen aus dem Gymnasium wegen des gemeinsamen Unterrichtes entworfen hatte, wie er bei einer Gesprächsrunde vor den vielen Gäste in der Aula der jetzigen Mittelschule erzählte.

Die Prozent-Rechnungen haben Hennemann geholfen, spätestens beim
vierten Anlauf in Richtung Bürgermeister-Sessel.

Aber auch sonst hat der Bürgermeister am Mittwoch wieder viel gelernt: Wie Integration, Inklusion, Zusammenarbeit und Kollegialität funktionieren. Dies wurde nicht in Reden beschworen, sondern Loblieder angestimmt, dies aber so richtig musikalisch.

Weltpolitische Dimensionen
Kein Wunder, wenn der Rektor in mehreren Gruppen spielt und weiß, wie man sich auf den Bühnen der (regionalen) Welt bewegt. Philipp Arnold nahm das Jubiläum des Neubaus vor 40 Jahren zum Anlass , aktuelle Bezüge herzustellen, die zum Teil weltpolitische Dimensionen berühren.

Griff das Pilotprojekt der Gesamtschule die - jetzt wieder aktuelle - Idee, der Durchlässigkeit des Schulsystems auf, funktionieren jetzt Integration und Inklusion, wie Trommel- und Tanzgruppen auf der Bühne zeigten, da deutsche und syrische Jugendliche auftraten und jede Menge Spaß daran hatten und die Asylbewerberkinder sich ausdrücklich für die freundljche Aufnahme an der Schule bedankten. Und dies im besten Deutsch.

Blinder Junge lässt aufhorchen
Akkordeon-Klänge ließen aufhorchen, dass auch Kinder mit Handicap oder Defiziten in regulären Klassen unterrichtet werden. Ein Vorzeige-Beispiel: der erblindete Georg Müller, der "in uns allen das Beste weckt", wie Rektor Arnold einen "ganz selbstverständlichen Umgang" aus seiner Sicht bewertete.

"Toll, was hier geleistet wird, so funktioniert Integration", schwärmte denn auch Bürgermeister Hennemann, diesmal nicht als einstiger Schüler, sonder als Vorsitzender des Schulverbandes.

Nicht anders sah dies Schulamtsdirektorin Ulrike Brech in einer Video-Botschaft. Der "beste Weg in eine Referenzschule für Medienbildung, wenn man selbst verhindert ist".

Und auch Landrats-Stellvertreter Michael Ziegler (CSU) war schwer beeindruckt von den "coolen Auftritten auf hohem Niveau". Er stellte die Initiativen zur Berufsorientierung heraus, wenn "Schüler ab der siebten Klasse ins Arbeitsleben und Praktika schnuppern können".

Darüber hinaus beeindruckten ihn die kulturellen Veranstaltungen: "Es ist großartig, was musikalischen Talenten geboten wird."

Dass die Zusammenarbeit mit den Nachbarn im Gymnasium weiterhin funktioniert, auch wenn die Kooperation 1991 per Dekret aus dem Kultusministerium, so Walter Schmidt in der Talkrunde, ohne Begründung für beendet erklärt wurde, brachte Rektor Arnold im Zusammenspiel mit den FRG-Musikkolleginnen zu Gehör. Auch die Harmonie im eigenen Kollegium, da er zusammen mit Wolfgang Lachmann eine kritische Matthias-Reim-Hymne zu Unterrichtsinhalten anstimmte.