Noch ist der Spaß an der Freud' ungebrochen, doch der Nachwuchs wird schon gebraucht: Siegfrid Schneider aus Schweinshaupten gehört zu dem harten Kern der Country-Fest-Organisatoren, die jedes Jahr anpacken, und er weiß noch, wie alles angefangen hat. Mit einem Achtsitzer-Fahrrad-Vehikel.

Auf gehts mit dem Gaudi-Express


Das baute der Christian Häpp, wie er erzählt, vor über 20 Jahren, "und am Freitagabend sind dann immer acht Leute damit losgefahren". Freilich waren es bald mehr. So 16 bis 20 Gaudi -Express-Freunde brachen auf, beispielsweise zum Heckenwirtshaftsbesuch oder zu einer Musikveranstaltung.

"Ach, mir könnten doch auch mal ein Countryfest machen", erinnert sich Schneider, und dann lief es, wie die Franken das so machen: Familie Häpp räumte ihre Garage leer, stellte ein paar Bierbänke auf, der Grill glühte, und die Musik gab's auch. Denn die Häpps, der Papa und seine zwei Buben, sowie die Mädels aus der Nachbarschaft, spielten selbst Instrumente.

Auch wenn man längst auf das Gelände des Landschulheims des Schweinfurter Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums in Eichelsdorf umgezogen ist: Die "Four Roses", Mario Häpp (Bandleader), Franziska Martin (Keyboard), Christian Häpp (Gitarren) und Andreas Häpp (Schlagzeug/Percussion), geben bis heute den Ton mit an.
Freunde aus aller Welt


Dazu kommen Freunde aus aller Welt. Beispielsweise heuer "Cripple Creek" und "The Cubes". Letztere lernte Christian Häpp über berufliche Kontakte kennen. Der frühere Chef der Hofheimer Firma Haga war in England bei einem Geschäftspartner, und da zeigte sich, dass man gemeinsame Interessen hat. Heute Abend spielen die Engländer mit den "Four Roses" ab 19 Uhr. Morgen spielen die "Roses" ab 19 Uhr im Wechsel mit "Cripple Creek". Außerdem kommt, wie Mario Häpp ergänzt, eine Abordnung des Chors "La Musica". Er begleitet als Geburtstags-Highlight des Countryfests die "Four Roses" bei zwei Liedern als Gospelchor.

Die Musiker unterhalten an jedem Abend inzwischen gut 2000 Besucher - im Saloon herrscht Hochbetrieb. Nicht zuletzt, weil alle Linedancer aus der Umgebung sich hier treffen. "Reservier' mir mal zwei Tische", heiße das oft am Telefon, berichtet Schneider schmunzelnd. Die Linedancer kommen aus Bamberg, Stadtlauringen, Ebern und Knetzgau. "Da sind manchmal 50 bis 60 Leute auf der Tanzfläche", sagt er. Diesmal zeigen weitere zwei Gruppen Tanzvorführungen, die "Footloose Crew" aus Haßfurt und die "Four Roses Dancing Company".

Der Aufbau kostet ganz schön Kraft


Über eine Woche Vorarbeit ist nötig: Da wird ein Zelt hochgezogen, und auch der stilechte Western-Saloon wächst Stück für Stück. Die Holzteile füllen einen ganzen "Gummiwagen", wie die alten Heuanhänger früher hießen. Der Saloon gehört genauso zu den Anschaffungen, die die Countryfreunde in den Jahren getätigt haben, wie die Buden, der Grill oder die ganze Ausstattung, die das Lebensmittelrecht erfordert. Es hängt viel Arbeit dran, macht Siegfried Schneider deutlich, aber es macht halt immer wieder Spaß.

Warum? Vielleicht deswegen: Motorradfahrer aus dem Stuttgarter Raum waren eines Tages auf ihrer Tour am Countryfest "hängen geblieben". Nach den paar Bierchen wollten sie nicht weiterfahren. Wo schlafen? Damals schlossen die Eichels dorfer unbürokratisch das Landschulheim auf. So fanden sich Freunde fürs Leben und Stammgäste.