Gut voran gehen die Bauarbeiten für den Ersatzneubau der Mainbrücke bei Obertheres. Trotz Corona konnte der Zeitplan bislang gut eingehalten werden. Über die Maßnahme, den Baufortschritt und die nächsten Arbeitsschritte informierte nun Michael Fuchs, der Leiter des Staatlichen Bauamtes Schweinfurt, das auch für den Kreis Haßberge zuständig ist.

Im April 2019 haben die Vorarbeiten zur Erneuerung der Brücke im Zuge der Staatsstraße 2426 (Autobahnzubringer) über den Main in der Gemeinde Theres begonnen. Seit März läuft nun der Brückenbau. Die derzeitigen Arbeiten umfassen die Errichtung der Unterbauten (Gründung und Brückenpfeiler) für die Behelfsbrücke. Parallel wird der Stahlbogen für die Behelfsbrücke montiert, der auch später der Überbau für die neue Mainbrücke sein wird. Im November 2020 soll die Stahlkonstruktion fertiggestellt sein und eingeschwommen werden.

Ist die Behelfsumfahrung eingerichtet, wird voraussichtlich im Juli 2021 der Verkehr auf die Behelfsumfahrung umgelegt und das Bestandsbauwerk zurückgebaut. Dann wird an der Stelle des bestehenden Übergangs die neue Mainbrücke errichtet. Die Verkehrsfreigabe ist für Ende 2022 geplant. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich voraussichtlich auf circa 28,5 Millionen Euro. Kostenträger sind neben dem Freistaat Bayern, vertreten durch das Staatliche Bauamt Schweinfurt, mit circa 26,8 Millionen Euro noch die Deutsche Bahn AG mit circa 1,5 Millionen Euro und die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch das Wasserstraßen-Neubauamt mit rund 200 000 Euro.

Landtagsabgeordneter Steffen Vogel (CSU) zeigte sich als Jurist sehr begeistert von der Technik und der Ingenieurkunst. Er erinnerte daran, dass seit wohl mindestens zehn Jahren dieser Brückenneubau das größte staatlich finanzierte Verkehrsprojekt sei. Landrat Wilhelm Schneider freute sich ebenfalls über die sinnvolle Investition und hofft gleichzeitig, dass sich die im weiteren Verlauf notwendige Vollsperrung der Strecke in Grenzen hält. Nach momentaner Planung gehe man von etwa sechs bis acht Wochen aus, sagte er.

Die bestehende Mainbrücke im Zuge der Staatsstraße 2426 wurde im Jahr 1966 fertiggestellt. Sie dient heute als wichtiger Mainübergang und Autobahnzubringer zur Maintalautobahn A 70. Die Brücke ist sanierungsbedürftig, zudem sind der Pfeiler im Main sowie der Überbau anprallgefährdet im Zusammenhang mit der Binnenschifffahrt auf dem Main. Mit dem Brückenneubau wird der Überbauquerschnitt vergrößert und ein Geh- und Radweg mit einer Breite von rund zweieinhalb Metern angefügt. Damit wird der beidseits vorhandene Geh- und Radweg über das neue Brückenbauwerk fortgeführt. Der Neubau wird realisiert, weil eine Sanierung des bestehenden Übergangs unwirtschaftlich gewesen wäre.

Bei einem Brückenneubau in dieser Größe gilt der Grundsatz einer zügigen Projektabwicklung und eines möglichst geringen Eingriffs in den Verkehr. Die Staatsstraße ist mit einem Verkehrsaufkommen von rund 7000 Fahrzeugen pro 24 Stunden überdurchschnittlich hoch belastet. Um die Beeinträchtigung des Verkehrs so gering wie möglich zu gestalten, wird mit einer Behelfsbrücke gearbeitet. Das heißt, die Behelfsbrücke wird neben der bestehenden Brücke hergestellt. Der Verkehr wird auf die Behelfsbrücke umgeleitet und die bestehende Brücke abgebrochen. Im Anschluss erfolgt der Neubau der Mainbrücke in bestehender Lage. Währenddessen kann der Verkehr reibungslos über die Behelfsbrücke fließen. Die Länge des gesamten Baufelds im Zuge der Staatsstraße 2426 beträgt circa 600 Meter. Als Besonderheit kann angemerkt werden, dass die Überbauten der Behelfsbrücke, der 100 Meter lange Stahlbogen und der 40 Meter lange Überbau der Vorlandbrücke, querverschoben werden und als endgültige Überbauten für die neue Mainbrücke verwendet werden. Durch diese Bauweise können Kosten eingespart werden.

Der Stahlbogen bietet zwei wesentliche Vorteile. Zum einen kann er außerhalb des Verkehrsraums hergestellt werden. Zum anderen kann mit der Bogenkonstruktion der Main als Bundeswasserstraße stützenfrei, mit etwa 100 Metern, überspannt werden. Eine Anprallsicherung für Schiffe, wie sie etwa bei Eltmann an den Pfeilern der Brücke im Main steht, ist damit nicht erforderlich. Die künftige Brücke überspannt nicht nur den Fluss, sondern auch das Mainvorland und die Bahnlinie.