"Es geschehen noch Zeichen und Wunder." Etwas überspitzt kommentierte Otto Hanft am Mittwochabend im Gemeindehaus des Maroldsweisacher Gemeindeteils, dass nach Jahren im kleinen Dippach mal wieder eine Bürgerversammlung stattfand. Es war nach seinen Worten die erste, welche Bürgermeister Wolfram Thein (SPD) nach seinem Amtsantritt im Jahr 2014 in Dippach abhielt.


30 Unterzeichner

Die unzulängliche Versorgung des etwa 50 Einwohner zählenden Dorfes mit Internet - ein Thema, welches nicht auf der Tagesordnung des Bürgermeisters stand - erregte die Gemüter der Dippacher. Otto Hanft überreichte an Bürgermeister Thein eine Petition mit mehr als 30 Unterschriften, dass sich die Gemeinde bemühen möge, für Dippach eine vernünftige Internetversorgung zu gewährleisten. "Ich meine, Dippach wurde hier vergessen und man nahm uns nicht ernst", sagte ein Versammlungsteilnehmer.

Dem widersprach der Bürgermeister. Er erläuterte die "Historie" bezüglich der Bemühungen für das Internet im Gemeindebereich, indem er die bestehenden Leitungen mit den Verteilerkästen aufzeigte und bisherige Schritte darlegte. Er versicherte, dass an einer Lösung gearbeitet werde und wies darauf hin, dass am heutigen Freitag ein Arbeitskreis zusammenkomme, um über eine Lösung zu diskutieren. Man wolle versuchen, über Fördermittel des Bundes eine finanzielle Unterstützung zu erhalten. Ein Glasfaserdirektausbau sei angedacht. Erst nach dem Gespräch könne man Weiteres sagen. Auf Vorschlag seines Stellvertreters, des zweiten Bürgermeisters Harald Deringer (CSU), sagte Thein zu, die Dippacher dann zu informieren.


Verzögerungen am Friedhof

Ein weiteres Thema war der Friedhof von Dippach. Hier wurde bemängelt, dass sich angedachte Ausbesserungsarbeiten schon über zwölf Jahre hinzögen. Dazu sagte der Bürgermeister, dass am Eingang das Tor ausgebessert wurde und nun die Treppenstufen zum Leichenhaus und die Fliesen vor dem Eingang erneuert werden sollen. Blockstufen sollen dort angebracht werden und auch eine Rampe für den Sargwagen oder Behinderte. Der Bürgermeister brachte ins Gespräch, dass hier Eigenleistungen von den Bürgern eingebracht werden sollten, analog wie auch in anderen Ortschaften geschehen. Der Abbruch der alten Stufen und Platten sei in Eigenleistung möglich.

Auch am Spielplatz soll sich was tun. Dazu, so Thein, habe es schon Vorgespräche gegeben. Neu hinzukommen sollen ein sogenanntes "Baugerüst" und ein "Sandbagger." Bleiben soll die Schaukelanlage und oben auf der bestehenden Rutsche wolle man ein "Podest" anbringen. Etwas ausgebessert werden soll auch der Zaun am Spielplatz und an verschiedenen Stellen soll der Sand gegen Kies ausgetauscht werden. "Die aktive Dorfjugend hat sich bereiterklärt hier einen finanziellen Beitrag von 500 Euro zu leisten", freute sich der Bürgermeister.


Arbeiten an der Ruine

An der Ruine in Dippach soll der Treppenaufgang zum Seitenausgang gerichtet und ein Handlauf angebracht werden. "Das hat die Dorfjugend angeregt", berichtete Thein. Auch der Eingang zur Ruine soll mit einer Pflasterung verbessert werden. Die Bürger brachten verschiedene Ideen ein, wie man das gestalten könne. Gemeinderat Stefan Böhm (JCU) bat zu prüfen, ob hier nicht Zuschüsse locker gemacht werden können.


Straßennamen?

Angesprochen wurde, dass es in Dippach für Ortskundige schwierig sei, die Anwesen zu finden, was vor allem für den Rettungsdienst problematisch sein könne. Straßennamen sind keine vorhanden und auch die Hausnummern seien "durcheinander." Auf den Vorschlag hin, Straßennamen einzuführen sagte der Bürgermeister, dass dann auch die Hausnummern neu zu ordnen wären. Vorgeschlagen wurde, in der Ortsmitte ein Schild mit Hinweisen auf die verschiedenen Hausnummern aufzustellen. Wolfram Thein bat die Bürger , sich untereinander darüber Gedanken zu machen, auch über eventuelle Straßennamen nachzudenken, um dann der Marktgemeinde die Vorstellungen darzulegen.

"Ein Ortssprecher wäre für Dippach auch nicht schlecht, der so etwas koordinieren könnte und auch im Gemeinderat die Belange der Ortschaft vertreten könnte", sagte der Bürgermeister.

Helmut Käfferlein wies darauf hin, dass im Dorf die ältere Generation sehr viel in Eigenleistung erledigt habe. Damit wollte er entkräften, dass in anderen Ortschaften mehr Eigenleistung erbracht wurde. Er fand es gut, dass sich nun auch die Jugend bei gemeindlichen Projekten durch Eigenleistung einbringen wird.
Bürgermeister Thein gab bekannt, dass die 3343 Einwohner zählende Marktgemeinde eine Pro-Kopf-Verschuldung von 556 Euro habe, diese aber aufgrund nötiger Investitionen wohl im kommenden Jahr steigen werde. Hier nannte er Aufwendungen für das Gewerbegebiet in Maroldsweisach, wo ein Markt und eine Tankstelle angesiedelt werden sollen. Eine Tankstelle hält der Bürgermeister für wichtig, nachdem die in Ermershausen geschlossen wurde. "Ertüchtigt" wird auch die Kläranlage in Maroldsweisach, was auch ins Geld gehe.