Der Zweckverband zur Wasserversorgung der Gemeinfelder Gruppe stellte bei seiner Sitzung am Donnerstagabend im Rathaus Maroldsweisach Weichen für notwendige Investitionen in Höhe von 82 000 Euro. In diesem Zusammenhang sah das Gremium die Möglichkeit finanzieller Vorteile, wenn man aufgrund der Änderung des Umsatzsteuergesetzes den sogenannten Optionsvertrag nicht in Anspruch nimmt. Beschlossen wurde auch der Haushalt für das Jahr 2017.

Georg Ott, Vorsitzender des Zweckverbandes, erläuterte zunächst die Investitionen, die nötig werden, um den Betrieb des Zweckverbandes weiterhin gewährleisten zu können. Es geht vor allem um Sanierungsmaßnahmen im Maschinenhaus Gemeinfeld, was schon im Vorjahr Thema war, wie ein Blick in das Protokoll, welches Kämmerer Arno Welz verlas, zeigte. Die Leistung der Mini-Photovoltaikanlage auf einem Mast am Wasserhaus sei nicht ausreichend, weshalb, wie Ott sagte, "noch so ein Ding rauf musste". Mithilfe des Bauhofes Maroldsweisach wurde das installiert.


Zehn Kubikmeter pro Stunde

Der mechanische Teil der Förderpumpe in Gemeinfeld sei verbraucht und wäre zu erneuern, sagte der Vorsitzende. Es soll eine frequenzgesteuerte Pumpe rein und auch der Austausch der Pumpen zu den Hochbehältern Ditterswind und Gemeinfeld sowie die Erneuerung der Saug- und Druckseite aller Pumpen müsse ins Auge gefasst werden. Die Pumpen würden wechselseitig betrieben und hätten eine Förderleistung von zehn Kubikmetern pro Stunde. Die Leitungen wären in Edelstahlausführung zu ersetzen.

"Die Erneuerungsmaßnahmen erfolgen im laufenden Betrieb und in einem Bauabschnitt", so Ott. Elektroinstallation und fernmeldetechnische Ausrüstung sei in sogenannter EMSR-Technik vorgesehen. Die Schaltschränke innen und außen entsprächen der Technik vor fast 60 Jahren, weshalb sie erneuert werden müssten. Das Gremium beschloss einstimmig, die Maßnahmen in Höhe von 82 000 Euro durch ein Ingenieurbüro ausschreiben zu lassen.

Die Befreiung vom Anschluss- und Benutzungszwang wurde einem Antragsteller erteilt, der dies für sein Anwesen, die "Kuchenmühle" in Gemeinfeld, beantragt hatte. Er möchte seinen alten Brunnen zum Gartengießen, Tränken von Tieren und Reinigungsarbeiten auf dem Hof nutzen. Die Verbandsräte stimmten dem, wenn auch mit etwas "Bauchschmerzen" unter Auflagen zu. "Bauchschmerzen" deshalb, weil durch Nutzung eigener Brunnen die Entnahme von Wasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz weniger wird und deshalb auch weniger Einnahmen zu verbuchen sind, mit denen die Wasserversorgung zu decken ist.


Umsatzsteuer aufs Wassergeld

Die Verbandsräte sahen hinsichtlich geplanter Investionsmaßnahmen einen Vorteil, wenn sie sich dem neuen Umsatzsteuerrecht nicht verwehren. Nach neuem Recht wird jede Kommune wie ein Unternehmer behandelt, sagte Kämmerer Arno Welz. Das bedinge, dass auf das Wassergeld sieben Prozent Mehrwertsteuer erhoben werden müsse, ergänzte Verbandsvorsitzender Georg Ott. "Für den Wasserzweckverband stellt sich die Frage, ob wir neues Recht anwenden wollen, um dann in der Lage zu sein, die Mehrwertsteuer zurückzuholen", sagte Welz. Zwar könne altes Recht bis Ende 2020 angewandt werden, aber: "Ich denke, dass wir die Option, wie bisher verfahren zu können, nicht wahrnehmen", sagte Georg Ott. Im Klaren waren sich die Verbandsräte, dass der Wasserpreis in diesem Fall um sieben Prozent erhöht werden müsse. So wurde beschlossen, ab kommendem Jahr nach dem neuen Umsatzsteuerrecht zu verfahren. Das alles greift ab 2017.

Als neuer Verbandsrat wurde Jörgen Hellmuth aus Ditterswind von Georg Ott vereidigt.


"Die Kassenlage ist gut"

"Ich denke, wir haben wieder einen ordentlichen Haushalt zusammengebracht", sagte Georg Ott, Vorsitzender des Zweckverbandes Gemeinfelder Gruppe. Das konnte Arno Welz, Kämmerer in der Marktgemeinde Maroldsweisach, bestätigen. "Die Kassenlage kann als gut und geordnet bezeichnet werden", war sein Resümee.
Arno Welz erläuterte den Verbandsräten den Haushalt für das Jahr 2017 im Detail. "Die wesentlichen Einnahmen des Wasserzweckverbandes ergeben sich aus der Benutzungsgebühr sowie den Anschlussbeiträgen", sagte Welz. Im Jahr 2017 sind nach seinen Worten 51 000 Euro an Benutzungsgebühr und 2000 Euro an Anschlussbeiträgen geplant. Seit dem Jahr 2013 betrage die Benutzungsgebühr 1,25 Euro pro Kubikmeter Wasser.

Ein- und Ausgaben bezifferte Welz für den Verwaltungshaushalt 2017 mit 55 200 Euro. Das entspräche dem Satz vom letzten Jahr. Ausgaben seien für Unterhaltungs- und Rohrnetzreparaturen in Höhe von 12 000 Euro und für Unterhalt der Osmoseanlage und diverser Geräteschaften in Höhe von 7000 Euro eingeplant. Energiekosten sind mit 15 000 Euro angesetzt und Kosten für Wasseruntersuchungen mit 1700 Euro.

Im Vermögenshaushalt wurden 87 000 Euro für die Erneuerung der Technik und Elektronik im Wasserhaus Gemeinfeld vorgemerkt. Weiter stehen 3500 Euro für neue Hausanschlüsse zur Verfügung. Einnahmen und Ausgaben im Vermögenshaushalt bezifferte Welz mit 93 500 Euro. Einnahmen im Verwaltungshaushalt sind mit 51 200 Euro zu erwarten. Dem stehen Ausgaben von 48 200 Euro entgegen. Im Vermögenshaushalt beträgt die Summe der Einnahmen 91 500 Euro, die Ausgaben 90 500 Euro. Insgesamt beziffert sich der Gesamthaushalt auf 148 700 Euro. Das Gremium beschloss den Etat einstimmig.