Bald wird Ebern um einige Menschen anderer Nationalitäten reicher sein. Menschen, die ihr Land verlassen mussten, weil sie dort keine Sicherheit finden. "Einige ziehen bis nach Schweden oder Belgien weiter. Aber für die meisten Flüchtlinge ist Deutschland das Hauptzielland in der Europäischen Union", informierte Regierungsdirektor Thomas Weingart, zuständig für die Flüchtlingsbetreuung und Integration bei der Regierung von Unterfranken. Er würdigte die Bereitschaftd er Stadt Ebern, Asylbewerber aufzunehmen: "Was sie machen, ist nicht selbstverständlich. Aber sie tragen dazu bei, die Not in der Welt zu lindern."

Zur Übergabe der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber in der Graf-Stauffenberg-Straße 2 ist der Regierungsmitarbeiter am Donnerstag nach Ebern gekommen. Nun ist der Freistaat Bayern Mieter.

"Sie haben das Haus von außen hervorragend hergerichtet", meint Weingart, "jetzt werden wir mit der Inneneinrichtung beginnen." Bereits am gestrigen Freitag kamen die ersten Möbeltransporte an.

Die Regierung von Unterfranken geht davon aus, dass das Haus im September bezugsfertig sein wird. "Die Aufnahmelager laufen im Moment völlig über. Da müssen wir jetzt schnell handeln", so die Botschaft. Die Belegung soll Stockwerk für Stockwerk erfolgen, ." Bis zu 70 Personen sollen der Unterkunft in Ebern zugewiesen werden.Welche Menschen und Schicksale ab Herbst in Ebern wohnen werden, könne er momentan noch nicht sagen. Derzeit kämen sehr viele Familienverbände aus Syrien in dem Zentralen Erstaufnahmelager in Zirndorf an. Eritrea steht an zweiter Stelle. Serbien an dritter. Aufgrund der Erklärung Serbiens zu einem sicheren Herkunftsland, werden augenblicklich die Asylanträge dieser Personen in einem schnellen Verfahren abgewickelt. Die meisten Anträge werden als unbegründet abgelehnt. "Ziel ist es, dass diese Menschen überhaupt nicht weiterverteilt werden, sondern gleich von Zirndorf in die Heimat zurückzuführen."

Auch für die örtlichen Schulen und Kindergärten sind die Auswirkungen der Belegung der Gemeinschaftsunterkunft im ehemaligen Kasernengelände noch nicht vorauszusagen. "Das Schulamt wird natürlich rechtzeitig informiert", sagt Weingart. "Kindergartenkinder wollen wir auf alle Kindergärten in Ebern und Umgebung verteilen", plant Bürgermeister Jürgen Hennemann.

Der Stadtrat und Schulleiter der Mittelschule in Ebern, Philipp Arnold, hat sich bereits für einen "Ansturm" gerüstet. "Ich habe fünf Zusatzstunden für eine Integrationsklasse zugesagt bekommen", berichtet er im Gremium, "fünf haben wir noch schulintern dazu gegeben. Somit sind es zehn Stunden pro Woche, in denen wir die Kinder speziell beschulen können." Erst wenn die Sprachkenntnisse gut genug sind, sollen die Kinder die Regelklassen besuchen.