Mit Frust, so stellte sich bei der Verhandlung heraus, kann der Angeklagte überhaupt nicht umgehen. Als nämlich am 7. August seine Freundin mit ihm Schluss machen wollte, drehte er durch, sperrte sie im Wohnzimmer ein und bedrohte sie mit einem Küchenmesser.
Wegen Freiheitsberaubung und Nötigung wurde der unbeherrschte junge Mann nun - unter Einbeziehung eines Urteils vom Januar - vom Schöffengericht zu einer neunmonatigen Jugendfreiheitsstrafe "ohne" verurteilt. Das heißt, der junge Mann, der noch nicht 21 Jahre alt und damit noch nicht voll strafrechtlich verantwortlich ist, muss ins Gefängnis.
Das auf den ersten Blick harte Urteil wird verständlich, wenn man die Vorgeschichte berücksichtigt. Am 7. Januar dieses Jahres stand der Heranwachsende letztmals vor dem Kadi. Damals wurde er wegen Körperverletzung, Hausfriedensbruch und Trunkenheit im Verkehr zu einer sechsmonatigen Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt.