"Los, auf geht's Giovanni." Selina Köllner ruft vom Zuschauerraum in die Manege. Ihrem Bruder ist bei seiner Jonglage-Nummer gerade ein Kegel ausgebüxt. Er braucht jetzt Unterstützung und einen Motivationsschub, damit der Ärger über den kleinen Fehler nicht zu sehr an der Konzentration nagt. "Das Programm haben wir für den Weihnachtszirkus extra einstudiert, am Anfang ruckelt's hier und da noch. Selbst die Tiere sind nervös", erzählt die 26-Jährige, die mit ihrer Familie und dem Zirkus Renz noch bis 5. Januar an der Staustufe im Forchheimer Ortsteil Buckenhofen gastiert.

Seit der Premiere vor einer Woche sind die Artisten schon deutlich sicherer geworden. Atemberaubende Kunststücke unter der Kuppel des Zirkuszelts, Feuerspucken, Balance-Akte, Tänze, Schauspiel-Einlagen und die Lachnummern der Clowns sitzen nahezu perfekt. "Trotzdem. Kurz vor Showbeginn steigt die Nervosität bei uns allen, ich werde richtig hibbelig. Doch sobald der Vorhang aufgeht, sind wir in unserem Element", erzählt Selina Köllner.

Anders gehts es auch nicht, denn während der zweistündigen Show gibt es für die Artistenfamilie keine Zeit zum Durchschnaufen. Giovanni fungiert als Moderator, Jongleur, Feuerspucker und Weihnachtsmann. Adriano sprintet zwischen Clowns- und Balance-Nummer zur Technik, um die Kontrolle über Musik und Lichtorgel zu behalten. Die Frauen sind abseits der eigenen Auftritte als Assistentinnen gefragt, die Kinder sind feste Bestandteile der Show. Chefin Tamara behält alles im Blick und an die Bewirtung der Gäste wird ebenfalls gedacht. Die Köllners geben sich sehr viel Mühe für eine gelungene Vorstellung und freuen sich über jeden Besucher, der das Zirkuszelt mit einem beseelten Lächeln verlässt.