Zahlreiche neue Mitglieder konnte Jürgen Schorr, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Kreisgruppe Haßberge (KG), bei der Jahresversammlung am Donnerstag in den Frankenstuben vermelden. Elf Kollegen sind der GdP beigetreten. Jetzt hat die Gruppe 55 Mitglieder, 30 im aktiven Dienst und 25 Pensionisten. Auch zu einem Austritt sei es gekommen und zu Abgängen aufgrund von Versetzungen zu anderen Verbänden, sagte Jürgen Schorr.
"Im Jahr 2016 konnten wir wieder in Zusammenarbeit mit dem Verlag Deutsche Polizeiliteratur ein Verkehrsmalheft den Dienststellen und Verkehrserziehern zur Verfügung stellen", so der Vorsitzende. "Wir danken allen Unternehmen, die durch eine Spende einen Beitrag zur frühkindlichen Verkehrserziehung geleistet haben", sagte Jürgen Schorr.


Regelmäßig Stammtisch

In Ebern findet jeden zweiten Donnerstag im Monat ein Polizeistammtisch im Gasthof "Post" statt, den vor allem ältere Kollegen gerne für regelmäßige Kontakte nutzen würden. Schorr gab zu überlegen, ob man den Stammtisch eventuell gemeinsam mit der Inspektion Haßfurt durchführen wolle.
Zwei Rechtsschutzanträge wurden durch die Kreisgruppe bearbeitet und an den Landesbezirk weitergeleitet. "Anlass war eine Körperverletzungsanzeige gegen die Beamten im Zusammenhang mit einer Haftbefehlsvollstreckung", so Schorr.
BG-Vorsitzender Holger Zimmermann aus Würzburg sagte, die Entwicklung in der KG Haßberge sei gut. Erfreulich wäre, dass viele junge Mitglieder dazukamen. Auch in Unterfranken sei die zahl der GdP-Mitglieder von 1200 auf 1560 Mitglieder gestiegen. Unterfranken ist in Bayern die zweitgrößte Bezirksgruppe. Die Bereitschaftspolizei in Würzburg generiere viele junge GdPler. Die GdP sei in Bayern und auch bundesweit die größte Gewerkschaft im Polizeibereich.
Die GdP in Unterfranken hat laut Zimmermann für Werbung viel Geld ausgegeben, was sich gelohnt habe. Der Rechtsschutz für Mitglieder der GdP sei ein großes Plus und laufe völlig unproblematisch.


Neueinstellungen

Noch immer recht bescheiden sei die Personalsituation in Unterfranken, sagte der Bezirksvorsitzende. Es habe keine relevanten Veränderungen nach oben gegeben. Es ist anzuerkennen, dass Bayern derzeit die meisten Polizisten in Deutschland zusätzlich einstellt. Es dauere aber, bis diese in den Einzeldienst kommen. Nur die Bundespolizei stelle mehr ein.
Die Kriminalstatistik weise für Unterfranken eine sehr gute Aufklärungsquote auf. Die Aufklärungsquote in Bayern betrage 63,7 Prozent, in Unterfranken sind es 67,8 Prozent. Gerade die kleinen Dienststellen tragen nach Auskunft des BG-Vorsitzenden zur guten Quote bei.


Gewalt gegen Polizisten

Verheerend seien die Übergriffe gegen die Polizei, bedauerte Zimmermann. Im Jahr 2014 wurden in Unterfranken 162 Beamte Jahr beleidigt, bedroht, bespuckt oder verletzt. 2015 stieg diese Zahl auf 228 und 2016 auf 244. "Jede Woche werden in Unterfranken fünf Kolleginnen oder Kollegen durch Widerstandshandlungen verletzt", so Zimmermann. Das sei auch ein volkswirtschaftlicher Aspekt. "Zwei Beamte fallen in Unterfranken in Summe infolge von Angriffen und Verletzungen ein ganzes Jahr aus", sagte Holger Zimmermann.
Geehrt wurde Jürgen Schorr für zwanzigjährige Mitgliedschaft. Bereits seit 40 Jahren sind Emil Barthelmann und Walter Herold bei der GdP. Bezirksvorsitzender Holger Zimmermann ehrte außerdem Berthold Schineller, der die Kreisgruppe Ebern seit 2004 führte und auch später, ab 2007, die Kreisgruppe Haßberge übernahm.