Als eines der bedeutendsten Ereignisse im Leben, als "Krönung der Schullaufbahn" bezeichnet Stephan Feuerpfeil die Abschlussfeier der Abiturienten. Der Schulleiter des Gymnasiums Alexandrinum hat deshalb das Kongresshaus Rosengarten für Mitte Juli gebucht. Vorsorglich. Trotz Corona-Einschränkungen.

Alexandrinum: Kgh gebucht

"Mit der Buchung sind wir keine Verpflichtung eingegangen. Wenn wir absagen müssen, entstehen uns keine Kosten. Da sind uns die Verantwortlichen im Kongresshaus sehr entgegengekommen", freut sich Feuerpfeil. Natürlich wartet er - genau wie seine Kollegen an den anderen weiterführenden Schulen - auf die Richtlinien für Großveranstaltungen vom Ministerium. Doch bis dahin werden in den Direktoraten und Lehrerzimmern verschiedene Szenarien durchgespielt.

Im Fall des Alexandrinums sieht eins davon so aus: Bei 69 Abiturienten, die höchstens zwei Familienangehörige mitbringen und dann in Dreiergruppen mit einem Abstand von 1,50 Metern sitzen dürfen, wäre die Größe und Kapazität des Kongresshauses ausreichend.

Ernestinum: Hochschule fällt weg

Beim Gymnasium Ernestinum steht dagegen jetzt schon fest: Einen Festakt in der Aula der Hochschule - so die Tradition - wird es nicht geben. 91 Absolventen mit Eltern sind rund 270 Personen, plus Lehrerkollegium macht 330. Ein Teil würde gerne noch Großeltern mitbringen und damit sei die Grenze in der Hochschule bereits überschritten.

Casimirianum: Streamen?

Das Stiftungsfest des Gymnasiums Casimirianum ist bereits abgesagt. Die traditionelle Bekränzung soll - wenn irgendwie möglich - am 17. Juli stattfinden. Oberstudiendirektor Burkhard Spachmann sucht nach Lösungen. Die Morizkirche, in der die Verabschiedung jedes Jahr stattfindet, bleibt eine Option. Dennoch muss gerechnet werden: 80 Absolventen plus Lehrerkollegium plus Begleitpersonen - immer mit Abstand. Die Emporen kommen eher nicht in Frage, um zu vermeiden, dass sich nicht noch mehr Viren in der Luft halten. "Also, Sie sehen, wir sind dabei und sicher, eine gute Lösung zu finden", gibt sich Spachmann optimistisch. Es bestehe zudem die Möglichkeit einen Livestream zu organisieren, sagt er.

Auch, was das Absolventenfoto betrifft, gibt es schon Ideen. Mit einem Abstand von 1,5 Metern wurden ja bereits die Jahrgangsfotos gemacht - auf dem Schulhof, aus der Luft. "So könnte das auch mit den Abiturienten gemacht werden!", überlegt Spachmann.

Die Abiturprüfungen laufen zurzeit ohne große Probleme, wie er schildert. Die Pausenhalle und die Turnhalle bieten genug Raum, um Abstände einzuhalten und möglichst wenige Lehrkräfte als Aufsicht zu binden. Generell freut er sich, dass die Maskenpflicht an seiner Schule so gut eingehalten wird. Wenn ein Schüler mal eine vergisst, kein Problem: Durch eine Spende des Elternbeirats stehen 1000 Masken zur Verfügung.

Albertinum: Wetterabhängig

Ganz optimistisch gibt sich Stefan Adler, Oberstudiendirektor am Albertinum. Wie in jedem Jahr ist geplant, dass die Verabschiedung am 17. Juli auf den Maintalterrassen von Kloster Banz stattfindet. 39 Absolventen mit zwei oder drei Familienangehörigen können dort die notwendigen Abstände einhalten. Allerdings ist das Ganze natürlich vom Wetter abhängig. Auch ein gemeinsames Essen wird es nicht geben.

"Sollte es tatsächlich regnen, holen wir den Festakt im Herbst nach", sagt Adler. Diesen würdigen Rahmen hätten sich die Schüler verdient. Die Zeugnisse würden in dem Fall zugeschickt werden.

CO I: Mehrere Veranstaltungen

Gut rechnen lässt es sich mit der Absolventenzahl von 100 an der Realschule CO I. Schulleiterin Susanne Carl macht deutlich, wie wichtig ein würdiger Rahmen ist. "Das haben sich die Schüler verdient", sagt sie. "Wir werden nicht alle 100 Schüler gemeinsam verabschieden, sondern voraussichtlich drei oder vier kleinere Veranstaltungen planen", sagt sie. Die Vorstellung, den Jugendlichen die Zeugnisse nur zuzuschicken, komme für sie nicht infrage.

Bis es so weit ist drückt sie all ihren Zehntklässlern fest die Daumen. Am 1. Juli starten die Prüfungen. "Derzeit genießen die Schüler die Ruhe in den nur halb besetzten Klassenzimmern", sagt sie. "Wir konzentrieren uns aufs Kerngeschäft, das tut den jungen Menschen gut", ist sie überzeugt.

CO II: Doppelturnhalle zu klein

Mit 126 Absolventen steht die Realschule CO II vor der größten Herausforderung. Die Doppelturnhalle sei definitiv für eine große Verabschiedung zu klein, sagt Konrektorin Steffi Berg - genau wie das Kongresshaus. Jetzt werde überlegt, mehrere kleine, würdige Veranstaltungen zu planen. Auf keinen Fall sollen einfach nur die Zeugnisse ausgehändigt werden.