Michael Busch Weit über 40 Einsatzkräfte waren in der Nacht von Freitag auf Samstag damit beschäftigt, einen Zimmerbrand in einem Mehrfamilienhaus in Dechsendorf zu löschen. Um 22.40 Uhr gingen die Sirenen für die Freiwillige Feuerwehr Dechsendorf zusammen mit der Alarmierung für die Feuerwehr Erlangen - im Laufe des Brandes rückten neben den Feuerwehrlern der Ständigen Wache noch weitere Kräfte der Freiwillige Feuerwehr Erlangen Innenstadt aus.

Suche nach Menschen

Die Dechsendorfer waren mit zwei Fahrzeugen, je mit Staffeln besetzt (sechs Mann Besatzung), als erste vor Ort. Die Flammen schlugen im ersten Stock aus dem dortigen Küchenfenster. Zusammen wurde die Wasserversorgung sichergestellt, so dass die ersten Trupps mit Atemschutz in das Gebäude vordringen können. An erster Stelle stand natürlich die Rettung von Menschen. Es war eine Weile nicht klar, ob sich noch Personen in dem Gebäude aufhielten. Weitere Einheiten kümmerten sich um eine Gruppe von Personen, die auf eine anstehende Garage geflüchtet war.

Nach intensiver Suche und dem parallelen Löschen wurde Entwarnung gegeben: keine Personen mehr im Haus. Die Betroffenen wurden durch das Bayerische Rote Kreuz Erlangen-Höchstadt betreut. Die BRK Bereitschaft Baiersdorf stelle die Sicherung für die im Einsatz befindlichen Feuerwehrleute.

In dem engen Ortskern galt es auch darauf zu achten, dass es zu keiner Ausbreitung des Feuers kam; unterhalb der Wohnung befindet sich eine Fahrradwerkstatt. Die Straßen um den Einsatzort waren komplett gesperrt. Der Grund dafür, dass sich ein vereinzelter Busfahrer durch die engen Gassen parallel zur Naturbadstraße quälte.

Die Ständige Wache kontrollierte in der Nacht noch zweimal den Brandort. Da die Wohnungen des Mehrfamilienhauses nicht mehr bewohnbar waren, wurden die Bewohner vorübergehend im nahen Gasthof Mayd untergebracht. Inhaber Elefterios Sinelis sagte: "Das ist doch selbstverständlich, dass diese Menschen hier unterkommen." Er organisierte weiterhin eine nächtliche Versorgung durch Lebensmittel. Die Pizzeria Zio Cey lieferte trotz der späten Stunde weit nach Mitternacht die Bewohner.

Schwierige Coronazeit

Der Dechsendorfer Kommandant Thomas Schneider war auf die Leistung seiner Mannschaft stolz.

"Gerade in Coronazeiten beweisen wir, dass wir in ausreichender Stärke ausrücken können, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten." Es habe sich der recht harte Kurs der Zurückhaltung bei öffentlichen Veranstaltungen in Coronazeiten bestätigt, denn nicht überall stoßen die Freiwilligen Feuerwehren auf Verständnis, wenn sie sich aus dem dörflichen (Rest-)Vereinsleben weitgehend zurückziehen.

"Wir sind ein Verein wie jeder andere, aber solch ein Ereignis wie heute Nacht, zeigt, dass unsere Mannschaft gesund sein muss." Zu wenig Einsatzkräfte, weil sich Kameraden in Quarantäne befinden oder aus der Sorge um die eigene Sicherheit nicht zu einem Einsatz kommen wollen - darüber wolle man sich keine Gedanken machen.

Personen wurden durch den Brand und die Rauchgasentwicklung nicht verletzt. Die genaue Brandursache ist nun Gegenstand weiterer Ermittlungen. Der Sachschaden liegt bei etwa 100 000 Euro.