Zur Schließung von Filialen der Kreissparkasse:: Genauso geht das heutzutage, wenn die Bankbosse unbedingt den digitalen Bankkunden haben wollen. Ab in eine Richtung, Kosteneinsparung durch Serviceabbau. Man könnte auch sagen: Gewinnmaximierung durch Personalabbau. Sagt aber keiner so offen.

Am Beispiel der Filiale Seubelsdorf ist der Plan ersichtlich. Zuerst die Einführung einer Kontogebühr, dann die Reduzierung der Geschäftszeiten, letztlich Schließung und damit Personalabzug und jetzt Kontoausdrucker stilllegen. Die Bosse wollen zielstrebig auf Onlinebanking umstellen, also die Arbeit auf den Kunden umlagern, einschließlich persönlicher Kontoführung (Ausdruck). Das wird als Fortschritt dargestellt, sei optimal, zeitgemäß, effektiv und von Vorteil für den Kunden (was zu diskutieren wäre).

Die Werbezettel in den Filialen verkaufen dies als moderne Notwendigkeit, vorausgesetzt wird ganz einfach, dass der Kunde selbstverständlich, ob jung oder alt, über die entsprechenden Gerätschaften (Smartphone, iPhone, Computer, Drucker) verfügt und auch das notwendige Wissen und Können hat. Wenn nicht, dann eben lernen und aufrüsten.

Aber hallo, eigentlich sollte die Kreissparkasse auch die Kasse des sogenannten kleinen Mannes sein. Wie ältere Menschen in die Zentrale nach Lichtenfels kommen, ist deren Organisationstalent überlassen, persönliche Beratung und eventuelle Hilfestellung vor Ort ist unwesentlich. Natürlich können wir die Welt in ihrem Lauf zur Digitalisierung nicht aufhalten, aber alles halt mit Maß und Ziel.

Automatenhörigkeit und immer größere Verwaltungseinheiten, das mag sinnvoll erscheinen, führt aber zur Entpersönlichung. Soll das das Ziel unseres Miteinanders sein? Ich erlebe es zumindest jetzt schon, dass jeweils zuständige Personen nicht mehr erreichbar werden. Die Vorgänge werden immer anonymer, es ist keiner mehr zuständig. So der allgemeine Trend.

Und außerdem erinnere ich mich noch an die frühere Werbung und Imagepflege der Sparkasse: Kundennähe vor Ort, Verlässlichkeit, Heimatbank, persönliche Beratung, ihr Ansprechpartner und Helfer in finanziellen Dingen. Es gab auch Zeiten, da ging die Sparkasse noch in die Schulen, um Kinder für sich zu gewinnen.

Und was wird nun mit dem Geldautomaten in Seubelsdorf? Ich habe da einen Verdacht. Es steht dort ein kleines Geschäftshaus, sollte da nicht der Gedanke aufkommen, ob der Automat ein so großes Haus zum Wohnen braucht. Vielleicht lässt sich diesbezüglich noch eine Einsparung vornehmen? Ein Schelm, wer solche Gedanken hegt.

Also, liebe Vorstände, sind Sie sich Ihrer Verantwortung immer bewusst. Man muss das Kind nicht mit dem Bad ausschütten. Meines Wissens sind auch Kommunalpolitiker im Aufsichtsrat vertreten. An Sie appelliere ich besonders. Denken Sie daran: Die Bank ist für den Kunden da, nicht umgekehrt.

Willy Pöhner

Lichtenfels-Seubelsdorf